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Außerdem: Bosch, Cisco und GE einigen sich auf IoT-Standard

Inside IoT: Revolution für den Raspberry Pi, Hacker-Angriff auf Tesla S & Drohnenbekämpfung à la Michael Bay

Mascha Schnellbacher
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© Shutterstock/solar22

Die Highlights aus dem IoT-Universum. In dieser Woche stellen wir euch den Revolution Pi vor, der auf Raspberry Pi basiert. Außerdem gab es einen Hacker-Angriff auf einen Tesla S, Bosch, Cisco und GE einigen sich auf einen IoT-Standard für die Industrie 4.0 und wir zeigen euch die Drohnenbekämpfung à la Michael Bay. Zum Abschluss stellen wir euch das Projekt „The Social Interaction Dress“ vor.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Revolution für den Raspberry Pi

Der Raspberry Pi ist nicht nur alleine ein ziemlich tolles Gerät, sondern dient auch als Basis für Größeres: Unter dem Namen Revolution Pi bietet Kunbus ein System von Schaltschrankmodulen an, deren Herzstück ein Raspi ist. Als zentrale Steuerungseinheit dient der RevPi Core, der auf dem Raspberry Pi Compute Module basiert. Dieser verfügt über USB-, Ethernet- und HDMI-Anschlüsse; zudem ist 24-V-Industrie-Hardware verbaut, die einen industrietauglichen Einsatz ermöglicht. Als Betriebssystem steht ein Linux-OS (Raspbian/Debian Wheezy) mit RT-Patch des Kernels 4.1.13 sowie passenden Treibern zur Verfügung, mit denen Daten aus den unterschiedlichsten Quellen in ein Prozessabbild zusammengeführt werden.

Des Weiteren lassen sich eigens entwickelte digitale und analoge Ein- und Ausgangs-Module sowie zertifizierte Gateways zu allen wichtigen Feldbussen über den Systembus PiBridge unkompliziert an den RevPi Core anbinden. Auch für die Konfiguration des Revolution Pi wird zum einen eine Soft-SPS von logi.cals angeboten, zum anderen läuft auf dem RevPi Core ein Web-Server, über den mit SpiderControl von ini.Net professionelle GUIs erstellt werden können. Dank dem Compute Module laufen natürlich auch unzählige bereits vorhandene Programme für den Raspberry Pi oder Linux auf dem RevPi Core.

Der Revolution Pi

Der Revolution Pi

Neben dem Core-Modul bietet der Hersteller drei I/O- und eine Vielzahl an Gateway-Modulen an. So stehen zum Beispiel für die Standardversion RevPi DIO 14 digitale Ein- und Ausgänge zur Verfügung, während die Spezialversionen RevPi DI und DO 16 digitale Ein- und Ausgänge besitzen. Die Gateway-Module können über unterschiedliche Bus-Systeme genutzt werden, darunter sind CANopen, Profibus und POWERLINK. Verbunden werden die einzelnen Module und das Core-Modul über die sog. PiBridge.

Die Module sollen Anfang Dezember 2016 ausgeliefert werden, die Preise für die Module liegen zwischen 150 und 200 Euro.

Hacker-Angriff auf Tesla S

Angriffe auf Connected Cars sind ja per se keine Seltenheit – und auch Pioniere wie Tesla sind vor solchen Attacken nicht gefeit, wie jetzt norwegische Sicherheitsforscher bewiesen. Ihnen ist es gelungen, ein Tesla Model S mit nur einem Laptop und einer Fake-App zu hacken. Als Einfallstor wird die schlecht geschützte Tesla-App genutzt.

Das fiktive Szenario spielt sich folgendermaßen ab: Der Hacker bietet bspw. in einem Restaurant Gratis-WLAN an, der Autofahrer wählt sich ein und bekommt das Angebot, eine kostenlose App mit Vergünstigungen für ebendieses Restaurant herunterzuladen. Tut er dies, wird die installierte Tesla-App durch die manipulierte Version ersetzt. Die Fake-App greift die Zugangsdaten des Fahrers ab, wodurch der Angreifer das Auto in Echtzeit lokalisieren, öffnen und starten kann.

Industrie 4.0: Bosch, Cisco und GE einigen sich auf IoT-Standard

Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Standardisierung von industriellen IoT-Anwendungen ist gemacht: Bosch Rexroth, Cisco, General Electric, National Instruments und viele weitere Hersteller haben sich auf den neuen Standard OPC Unified Architecture Time Sensitive Networking (OPC UA TSN) geeinigt. Das neue Protokoll basiert auf dem um Pub/Sub erweiterten OPC-UA-Protokoll und dem IEEE-TSN-Ethernet-Standard. Damit soll die Kommunikation zwischen industriellen Controllern, IT-Systemen und der Cloud ermöglicht werden, sodass die Geräte unterschiedlicher Hersteller untereinander kompatibel sind.

Drohnenbekämpfung à la Michael Bay

Drohnen per Gesetz abwehren oder Greifvögel losschicken kann ja jeder. Wer es etwas spektakulärer mag, setzt auf die Dronegun. Mit dem sechs Kilo schweren und martialisch anmutenden Gerät lassen sich kleine, funkgesteuerte Drohnen zielsicher zum Absturz bringen. Zugegeben, die Dronegun sieht krasser aus als sie es wirklich ist: Aus ihrem Lauf kommen keine Raketen, sondern lediglich Störfunksignale. Durch eine Störung des 2,4- und 5-GHz-Bands sowie von GPS und Glonass sollen Drohnen rund zwei Kilometer entfernt vom Operator zum Absturz gebracht werden.

The Social Interaction Dress

In Zeiten von Twitter, Facebook und Co. sind wir eigentlich alle so gut wie immer vernetzt. Makerin Clodagh O’Mahony dachte sich, dass es doch interessant wäre, echte soziale Interaktionen zu quantifizieren und diese online zu posten. Dafür entwarf Clodagh eine Website und ein Kleid, das solche Interaktionen misst. Das sogenannte Social Interaction Dress besteht aus einem Raspberry Pi, Glasfaserkabeln, einem Adafruit-12-Key-Capacity-Touch-Sensor-Breakout und einem Pimironi Blinkt.

Berührt man einen bestimmten Körperteil, leuchtet das Kleid in verschiedenen Farben auf – gleichzeitig werden diese Informationen an die zugehörige Website gesendet. Je mehr Kontakte es gibt, umso mehr Punkte bekommt man gutgeschrieben. Auch die Profilansicht ergibt Punkte, genauso wie positive Kommentare, die per Spracherkennung erkannt werden. Ziel des Projekts war es, zu zeigen, wie sehr wir uns alle den sozialen Medien verschrieben haben – vor allem Promis, die ihr gesamtes Leben in die Öffentlichkeit stellen.

Geschrieben von
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher studierte Buchwissenschaft und Deutsche Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Juni 2015 arbeitet sie als Redakteurin in der Redaktion des Entwickler Magazins bei Software & Support Media. Zuvor war sie als Lektorin in einem Verlag sowie als freie Editorin tätig.
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