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REST und HTTP

Untertitel

Einsatz der Architektur des Web für Integrationsszenarien

Verlag

dpunkt

Erschienen

2011

Seiten

266

Preis

36,90 Euro

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89864732-8

Preis

36,90 Euro

Das vorliegende Buch von Stefan Tilkov liegt nun schon seit zwei Jahren in der 2. Auflage vor. Dennoch hat es nicht an Aktualität verloren, denn als Grundlagenwerk ist es zeitlos. REST ist ein Architekturstil, bei dem mittels eindeutiger Bezeichner (URI) und HTTP-Verben, insbesondere get, post, put und delete, auf Ressourcen zugegriffen wird. Eine Ressource ist dabei ein Teil einer Anwendung, ein Service. Und die Navigation innerhalb der Anwendung erfolgt mittels Hyperlinks. Das ganze Web funktioniert so: Im Browser sieht der Anwender Inhalt und Information, nämlich Links, wie es weitergeht. Wenn statt eines Menschen eine Applikation dieses Prinzip nutzt, entstehen so beliebige Anwendungen. Was sich recht abstrakt anhört, erläutert der Autor sehr anschaulich und in einer Weise, die einen als Leser die Begeisterung des Autors für diesen Architekturstil spüren lässt und stellenweise regelrecht mitreißt – so man sich mitreißen lässt. Denn wer hier Rezepte für eine bestimmte Programmiersprache, sei es Java, C# o. Ä. sucht, der wird kaum fündig werden. Als Grundlagenwerk kommt das Buch abstrakter daher; es bewegt sich rein auf der HTTP-Ebene – aber dennoch mit starkem Praxisbezug.

Was bietet Stefan Tilkov nun konkret? In der Einleitung klärt er erst einmal die Frage: Warum überhaupt REST? Hier geht es um lose Kopplung, Interoperabilität, Wiederverwendung und Performance. An dieser Stelle gibt es kaum mehr als Schlagworte, doch erfährt der Leser im Laufe des Buchs mehr. Ganz kurz geht er auf die Geschichte von REST ein, um dann die Grundprinzipien zu erläutern. Hier kommt auch HTTP als Basis mit ins Spiel. Mittels einer Fallstudie, die er später noch einmal aufgreift und erweitert, stellt Tilkov den Bezug zur Praxis her. Es folgen ausführliche Erläuterungen zu Themen wie Ressourcen, den oben erwähnten Verben und ihrer Bedeutung für das Web im Allgemeinen und REST-Applikationen im Speziellen. Repräsentationsformate wie XML, CSV, JSON, RSS, Atom und mehr beleuchtet er im Hinblick auf ihre Verwendung für REST und schließt gleich noch eine Fallstudie zu AtomPub an. Weitere Themen sind Sicherheit, Caching, Sessions und, nicht zu vergessen, die Dokumentation. Schließlich geht er noch auf die Architektur REST-basierter Applikationen und REST als SOA ein – nicht ohne dies mit SOAP und WS-* zu vergleichen.

Neben Abbildungen, Tabellen und HTTP-Listings sind in dem Band keine konkreten Codebeispiele zu finden. Es ist also nicht unbedingt ein Buch für diejenigen unter uns, die stets mit der Tastatur in der Hand lesen und sofort nachvollziehen möchten. Allerdings ist es locker und interessant geschrieben, und es werden die Grundlagen für den späteren Praxiseinsatz gelegt. In welcher Sprache dann die konkreten Applikationen erstellt werden, spielt eine untergeordnete Rolle. Schließlich geht es erst einmal darum, die Prinzipien hinter REST zu verstehen. Und das dürfte nach dieser Lektüre der Fall sein.

Michael Müller

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