Cloud-Geflüster

Remote Provisioning mit Eclipse RTP

Sebastian Schmidt

Erst kürzlich wurde im Rahmen der EclipseCon Europe bestätigt, dass Eclipse-Technologien in verschiedensten Bereichen verwendet werden. Raumfahrt, Robotik, Eisenbahnbau und Home Automation sind da nur Beispiele. Ein Problem ist, eigene Eclipse-basierte Anwendungen auf die jeweiligen Zielumgebungen zu deployen. Hierzu werden in der Regel manuell Eclipse Runtimes angelegt, lokal zum Beispiel als Eclipse-Produkt exportiert, umständlich auf das Zielsystem kopiert und dort gestartet. Das Eclipse-Runtime-Packaging-(RTP-)Projekt hat sich daher zur Aufgabe gemacht, das Deployment zu vereinfachen und unabhängig von der Zielumgebung zu gestalten. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem Deployment von Eclipse-Anwendungen in bekannte Cloud-Services.

Eclipse RTP unterstützt Entwickler einerseits bei der Erstellung und Konfiguration von Eclipse Runtimes und andererseits bei der Installation und Verwaltung von eigenen Anwendungen in diesen Runtimes. Das Projekt bietet hierzu vorkonfigurierte Runtimes in unterschiedlichen Ausführungen, die als Basis für den Betrieb von eigenen Anwendungen verwendet werden können. Die Runtimes können hierbei über ein Kommandozeilenprogramm und die bekannte P2-Konsole gesteuert werden. Derzeit gibt es zwei unterschiedliche Pakete: Eine Basisvariante mit minimaler Konfiguration, sowie ein Webpaket mit vorinstalliertem Jetty-Webserver. Die Pakete können einerseits heruntergeladen und auf dem eigenen System mit Java-Unterstützung installiert werden, andererseits bietet Eclipse RTP auch fertige Systeme für verschiedene Cloud-Plattformen wie Amazons Web Services. Hier kann schon bei der Erstellung einer neuen EC2-Instanz, also eines virtuellen Servers in der Cloud, ein Eclipse-RTP-Image ausgewählt werden, das aus einem minimalen Linux-System und dem gewählten RTP-Paket besteht (Amazons Cloud Services wurden in Eclipse Magazin 6.11 detailliert behandelt). Die verschiedenen RTP-Pakete ermöglichen es, auf unterschiedlichsten Systemen die gleiche Eclipse Runtime zu verwenden, wobei der Anwender sich nicht mehr um die Konfiguration der Runtime kümmern, sondern nur ein passendes Paket auswählen muss (Abb. 1).

Abb. 1: Eclipse RTP bietet vorkonfigurierte Images für Amazon EC2

Für den zweiten Schritt, das Deployment von eigener Software in die fertigen Runtimes, bietet Eclipse RTP derzeit zwei Lösungen: Einerseits ist es möglich, Eclipse-basierte Anwendungen direkt aus der IDE mithilfe einer Run Configuration in eine Remote-Runtime zu deployen (Remote Provisioning). Andererseits können Eclipse-Pakete auf der Konsole des Zielsystems in einem Paketmanager nachinstalliert werden, der den Paketmanagern von bekannten Linux-Distributionen nachempfunden ist. In diesem Artikel wird vorrangig das Remote Provisioning behandelt.

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Sebastian Schmidt
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