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Reise durch Toolistan

Methodische Werkzeuge

Neben den offensichtlichen Softwaretools gibt es noch die Klasse der rein methodischen Werkzeuge: Dabei wenden Sie auf eine Situation ein bestimmtes Vorgehen an. Zu dieser Klasse zählen wir:

  • Entwurfsmethoden, wie etwa Top-down- oder Bottom-up-Entwurf, Domain-driven Design, Test-driven Development, funktionale Zerlegung, Trennung von fachlichen und technischen Aspekten, Architektur- und Entwurfsmuster [4], [5], [6] , [7] und [8].
  • Modellierungsmethoden, etwa UML, SYSML, ER-Modellierung oder auch textuelle Ansätze wie Xtext.
  • Bewertungsmethoden, sowohl qualitative (z. B. ATAM) wie quantitative Ansätze zur Bewertung und Diagnose von Architekturen und Quellcode.
Der iSAQB-Lehrplan

Das Kapitel 5 des iSAQB-Lehrplans behandelt Werkzeuge und Werkzeugunterstützung für Softwarearchitekten. Dabei bleibt der Lehrplan völlig (!) hersteller- und produktneutral, d. h. Sie müssen keine Leistungsmerkmale, Funktionen oder gar Bedienung konkreter Werkzeuge vorweisen, um eine iSAQB-Prüfung zu absolvieren. Das Werkzeugkapitel gibt folgende Lernziele vor:

Können: Teilnehmer sollen die wichtigsten Kategorien von Werkzeugen sowie deren Stärken und Schwächen für die Arbeit von Softwarearchitekten benennen und erläutern können.

Verstehen: Die Arbeitsumgebung und die Arbeitsmittel von Softwarearchitekten hängen von den jeweiligen Randbedingungen und Einflussfaktoren ab.

Kennen (dieser Teil ist nicht prüfungsrelevant): Einige Vertreter typischer Werkzeuge aus eigener praktischer Erfahrung. Hierzu zählen unter anderem:

  • Modellierungswerkzeuge (UML-Werkzeuge)
  • Generierungswerkzeuge (MDA- oder MDSD-Werkzeuge)
  • Dokumentationswerkzeuge (Wikis, Repository-basierte sowie dateibasierte Dokumentenverwaltung)
  • Werkzeuge zum Build- und Konfigurationsmanagement
Fazit

Der sachgerechte, angemessene Einsatz von Werkzeugen bildet ein Fundament unserer Arbeit und sollte daher selbstverständlich für professionelle Softwarearchitekten und -entwickler sein. Aber: Vorsicht vor Kanonen und Spatzen! Viel Werkzeug für wenig System ist übertrieben – achten Sie diesbezüglich auch auf Rückmeldungen des Teams.

In eigener Sache

Mit dieser Ausgabe beenden wir unsere „zweite Staffel“ der Knigge-Kolumne, die Einführung in den iSAQB-Lehrplan. Wir hoffen, Ihnen durch diese und die letzten Folgen die Ausbildung und Prüfung zum CPSA (Certified Professional for Software Architecture) schmackhaft gemacht zu haben. Nach einer kreativen Pause geht’s 2013 mit der dritten Staffel weiter, frisch aus Architektonien.

Peter Hruschka (http://www.systemsguild.com) und Gernot Starke (innoQ-Fellow, http://www.gernotstarke.de) haben vor einigen Jahren www.arc42.de ins Leben gerufen, das freie Portal für Softwarearchitekten. Sie sind Gründungsmitglieder des International Software Architecture Qualification Board (http://www.iSAQB.org) sowie Autoren mehrerer Bücher rund um Softwarearchitektur, Softwareentwurf und Entwicklungsprozesse.
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