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Knigge für Softwarearchitekten

Reise durch Toolistan

Peter Hruschka und Gernot Starke

Architekten kommen nicht nur mit Papier und Bleistift aus. Deshalb gehört das Thema „Werkzeuge“ ausdrücklich zum Lehrplan des iSAQB e.V.

Chronischer Optimismus

Im fernen Lande Toolistan leben chronisch optimistische Menschen. Sie glauben fest daran, dass mit einem neuen Werkzeug das nächste Projekt schon sauber laufen wird. Sie vertrauen in die farbenprächtigen Broschüren der Hersteller, denn wer solch teure Werkzeuge (und prächtige Werbematerialien) produziert, der wird sich wohl gut auskennen. Allerdings leiden diese Toolistaner unter einer fast krankhaften Vergesslichkeit: Fast einhellig vergessen sie die Strapazen und Probleme aktueller Projekte sofort wieder – vielleicht eine gute Voraussetzung für ihren Optimismus.

Andere Bewohner von Toolistan besitzen schon seit Menschengedenken einfache Hämmer. Sie laufen durchs Land und lösen mit diesem einen Werkzeug vielerlei Probleme: Sie hämmern damit Schrauben in Holzplatten, schlagen damit Unkraut aus Wiesen aus und können sich auch noch gegen böse Angreifer zur Wehr setzen. Sie behaupten, die meisten Probleme dieser Welt sähen ähnlich aus wie Nägel.

The Fool with the Tool

Sie kennen den Spruch eines unbekannten Dichters: „A Fool with a Tool is still a Fool“. Die Bewohner Toolistans mögen besser dran sein als ihre armen Nachbarn, die Fische immer noch mit der Hand fangen. Allerdings zeichnen sich wahre Experten aller Branchen durch sach- und fachgerechten Einsatz passender Werkzeuge sowie durch Berücksichtigung bereits bekannter Probleme aus. Das gilt genauso für die Softwareentwicklung im Allgemeinen und Softwarearchitektur im Speziellen.

Wir haben hinsichtlich Tools als Softwarearchitekten wieder mal die Frage der Angemessenheit zu klären: Welche Werkzeuge passen zu den Anforderungen, zum Team, zur Organisation? Welche machen uns schneller, welche würden uns eher hindern? Wie können wir durch deren Einsatz die Qualität des Systems verbessern? Passt das Verhältnis von Kosten zu Nutzen?

Solche Entscheidung können Sie nur treffen, wenn Sie eine ganze Reihe möglicher Werkzeuge aus eigener Erfahrung kennen und deren Einsatz und Auswirkung in realen Projektsituationen erlebt haben.

Geschrieben von
Peter Hruschka und Gernot Starke
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