Bitte keine Überraschungen!

RedMonk-Ranking: JavaScript und Java weiterhin vorn

Michael Thomas

© Shutterstock.com/ve_ro_sa

Mit einigen Wochen Verspätung hat RedMonk eine neue Ausgabe seines halbjährlich erscheinenden Programmiersprachenindex veröffentlicht. Was hat sich im vergangenen halben Jahr getan?

Eines vorweg: Wer sich größere Überraschungen erhofft hat, dürfte bitter enttäuscht werden. Sowohl die drei Bestplatzierten – in absteigender Reihenfolge JavaScript, Java und PHP – als auch der Rest der Top Ten (Python, C#, C++, Ruby, CSS, C und Objective-C) haben sich nicht von der Stelle gerührt.

Die sehr guten Platzierungen von Java finden sich derweil übrigens auch in anderen Rankings wieder, ja mehr noch: Auf Trendy Skills, PYPYL und im TIOBE-Index nimmt Java eine unangefochtene Spitzenposition ein; hier schneidet JavaScript jeweils (mitunter deutlich) schlechter ab (Trendy Skills: Platz 2, PYPYL: Platz 7, TIOBE: Platz 9).

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Die Änderungen im aktuelle RedMonk-Ranking

Änderungen finden sich erst in den Top-20 sowie darunter. So tauschten etwa Shell und Perl die Platzierungen (Shell nun auf Platz 11, Perl auf Platz 12) und die noch recht junge funktionale und nebenläufige Allzweck-Programmiersprache Elixir, die sich mittlerweile auf zahlreiche Features von Erlang 18 stützt, konnte sich seit der letzten Untersuchung um sechs Plätze auf Rang 54 verbessern. Erlang selbst konnte jedoch nicht profitieren, sondern fiel sogar einen Platz (Nummer 26) zurück.

Die höhere Programmiersprache Julia setzt ihren – wie es die Macher des RedMonk-Rankings bezeichnen – schildkrötenhaften Aufstieg fort und rückt einen Platz auf Rang 51 vor. Einen wirklichen Hoffnungsschimmer, der der Sprache stärkeren Auftrieb verleihen könnte, sehen die RedMonk-Mitarbeiter zwar nicht. Allerdings vermuten sie, dass zumindest die Fokussierung der Sprache auf Performance und syntaktische Verbesserungen für manch einen Sprachenthusiasten die vor der Nase baumelnde Karotte darstellen könnte.

Die Multiparadigmensprache Rust kann sich eines zumindest etwas schnelleren Wachstums erfreuen und steigt von Platz 48 auf 46 auf. Die Macher des Rankings stellen sich aktuell insbesondere die Frage, wann sich die Beliebtheit des potentiellen C-, C++- und Go-Konkurrent zu einem Selbstläufer entwickeln und die Platzierung nach oben schnellen wird – im Falle von Go war die kritische Masse beispielsweise ab ca. Rang 35 erreicht.

Swift hebt ab

Stichwort „kritische Masse“: Swift kann im aktuellen Ranking immerhin einen Platz gutmachen (jetzt Position 17) und Matlab auf Platz 18 verdrängen. Seit seinem Eintritt in den Kreis der zwanzig beliebtesten Sprachen hat sich Swifts Aufstieg zwar deutlich verlangsamt. Insbesondere vor dem Hintergrund des geringen Alters (die erste öffentlich verfügbare Version erschien Mitte 2014) von Apples potentiellem Objective-C-Nachfolger kann dies allerdings dennoch als beachtliches Ergebnis bezeichnet werden. Und es ist noch Luft nach oben: Swift wurde erst im Dezember 2015 quelloffen gemacht, die dadurch potentiell gewonnene Zugkraft wird sich den RedMonk-Mitarbeitern zufolge erst in der nächsten Ausgabe des Rankings niederschlagen.

Eine Einschätzung, die mit Blick auf andere Rankings durchaus plausibel klingt: Sowohl PYPYL als auch der TIOBE-Index bescheinigten Swift zuletzt einen massiven Bedeutungszuwachs: Auf PYPYL nimmt Swift mittlerweile Platz 9 ein, im TIOBE-Index konnte die Sprache im Laufe des letzten Jahres ganze 11 Plätze gutmachen und findet sich nunmehr auf Rang 16. Die Luft für Objective-C wird offenbar langsam aber sich dünner.

Aufmacherbild: Ranking von Shutterstock / Urheberrecht: ve_ro_sa

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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