"Transition of Leadership"

Red Hat übernimmt Führung von OpenJDK 8 und OpenJDK 11: Eine neue Ära für Java?

Hartmut Schlosser

© Shutterstock / Denis Andricic

 

Red Hat übernimmt die Leitung für die Projekte OpenJDK 8 und OpenJDK 11. Das hat das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. In dieser Rolle überwacht Red Hat die Bugfix- und Sicherheitsupdates für die beiden wichtigsten Java-Versionen, die die Basis der aktuellen Java Longterm-Support-Releases darstellen.

Eine neue Ära für Java?

Dass Red Hat die Führung über OpenJDK-Versionen übernimmt, ist nichts Neues. Bereits für die OpenJDK-6- und OpenJDK-7-Projekte stand Red Hat in der Verantwortung. Allerdings ist in der Mitteilung von einem „Übergang der Leadership von Oracle“ die Rede, was in der Community denn auch heftig diskutiert wird.

So kommentiert etwa Redditer rifeid

What’s more interesting, though, is the speculation mentioned in this press release that more of Java will move out of Oracle, possibly to Red Hat or other orgs.

Bezug nimmt dieser Kommentar auf die Einschätzung von Analyst Michael Azoff, der in der Red-Hat-Mitteilung folgendermaßen zitiert wird:

The future leadership and control of Java is carefully being managed by current Java SE owner Oracle; this care reflects the importance of Java as an enterprise programming language and platform. Clearly, Oracle wants change, and while it owns Java SE it has handed Java EE to the Eclipse foundation, which has renamed it Jakarta EE. Red Hat, a significant contributor to the OpenJDK, has stepped up and is stewarding both OpenJDK 8 and OpenJDK 11, which will converge with the Oracle JDK. My guess is we can expect more news on the transition of Java stewardship over the next few years and I believe Red Hat is a safe pair of hands to take on that role. It’s also a better fit with Java being open source and Red Hat being a leader in the open source software community.

Michael Azoff, distinguished analyst, Infrastructure Solutions, Ovum

Im Hintergrund steht zudem die Tatsache, dass Red Hat Ende 2018 von IBM übernommen wurde, das seit jeher ein großer Java-Nutzer ist. Sehen wir also eine Verschiebung der Java-Kernentwicklung von Oracle hin zu RedHat/IBM?

Spruchreif ist dies sicherlich nicht. Zunächst geht es bei der vorligenden Meldung um Sicherheitsupdates für OpenJDK 8 und OpenJDK 11, die nun von Red Hat organisiert, weiterhin aber von einer breiten Community mitentwickelt werden. Feature-Erweiterungen fließen wie üblich in den neuesten Entwicklungsstrang OpenJDK 13 ein. Hier hat Red Hat jüngst mit dem Garbage Collector Shenandoah einen wichtigen Beitrag geleistet, der in das OpenJDK 12 Release integriert wurde.

Sicherlich kann man die Meldung aber als Bestätung seitens Red Hat verstehen, sich weiterhin aktiv in der Java-Community zu engagieren. Entsprechend kommentiert Mike Piech, Vice President & General Manager, Middleware, Red Hat:

 Java is in a renaissance moment. It continues to evolve and be a key component of new, emerging architectures. There is a developer hunger to bring Java into the next generation of development, and Red Hat is a leader in this movement through our involvement in the OpenJDK project. We are helping to lead the way in our efforts to enable users of JDK to have support and innovation in their existing environments. Red Hat remains committed to Java and is excited to have the opportunity to help steward the OpenJDK community.

Die vollständige Pressemitteilung ist hier bei Red Hat nachzulesen.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. #java #eclipse #devops #machinelearning #seo. Zum Lächeln bringen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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