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Joint-Venture-Spezifikation für die JVM

Reactive Streams 1.0.0 – neuer Standard für reaktive Datenverarbeitung

Moritz Hoffmann

Zielsetzung des Reactive-Streams-Projekts war es, einen gemeinsamen Standard für asynchrone Streaming-Prozesse auf der JVM zu definieren, der eine flexible und reaktive Datenverarbeitung gewährleistet. Mit Reactive Streams 1.0.0 wurde dieser nun als gemeinsame Spezifikation der Reactive Streams Working Group veröffentlicht.

In verschiedenen Arbeitsgruppen kamen Vertreter von Typesafe, Red Hat, Netflix, Pivotal, Oracle, Twitter und spray.io zusammen, um einen Standard für asynchrones Data-Streaming auf der JVM zu definieren. Den Entwicklern ging es in diesem Rahmen darum, ein Set von aneinander angepassten Interfaces, Methoden und Netzwerkprotokollen zusammenzustellen, um asynchrone Streaming-Prozesse ohne blockierenden Back Pressure zu ermöglichen. Beim sogenannten Back Pressure teilt der Stream-Empfänger der Quelle über einen Rückkanal mit, ob er weitere Daten aufnehmen kann.

Nachdem bereits einige Zwischenschritte, wie beispielsweise die Implementierung von Akka Streams, erfolgreich abgeschlossen wurden, steht ab sofort die finale Version von Reactive Streams 1.0.0 zur Verfügung. Neben Akka Streams wurden darin unter anderem MongoDB, reactor, RxJava und Vert.x 3.0 implementiert. Eine Linkliste aller Implementierungen und der jeweiligen Dokumentationen findet sich auf der Projektseite. Der Quellcode der JVM-Spezifikation und weitere Details des Releases sind auf GitHub einzusehen.

Mit dem Projekt folgt die Reactive Stream Interest Group dem Paradigma der reaktiven Software-Entwicklung, das im Reactive Manifesto festgeschrieben wurde. In dem erst kürzlich neu editierten Manifest werden vier Anforderungen für reaktive Softwaresysteme gestellt: Antwortbereitschaft, Widerstandsfähigkeit, Elastizität und Nachrichtenorientierung. Die Interessengemeinschaft hofft, mit einem an diese Prinzipien anschließenden Standard für die asynchrone Datenverarbeitung auch in künftigen JDK-Spezifikationen vertreten zu sein.

Aufmacherbild: Reactive Concept von Shutterstock.com
Urheberrecht: Krasimira Nevenova

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Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann hat an der Goethe Universität Soziologie sowie Buch- und Medienpraxis studiert. Er lebt seit acht Jahren in Frankfurt am Main und arbeitet in der Redaktion von Software und Support Media.
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