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Raspberry Pi goes industrial, erstes US-weites M2M-Netz, JavaScript fürs IoT [M2M Minutes]

Diana Kupfer
© S&S Media

Ein Raspberry Pi für den Embedded-Einsatz: jetzt aber wirklich! – neue Windows-IoT-Plattform im Anmarsch – M2M Spectrum Networks kündigt erstes US-weites M2M-Netz an – StoreDot: israelisches Startup präsentiert neuartige Akku-Technologie – 3-D-Drucker für Consumer: rekordverdächtige Kickstarter-Kampagne – Kinoma Create: JavaScript-Prototyping-Plattform 

Raspberry Pi: Bildungsfonds und ein neues Board 

Günstige, spielerisch programmierbare IoT-Technologien wecken nicht nur das Kind im Manne und in der Frau. Sie helfen auch, dem Nachwuchs das Programmieren beizubringen. Das unmittelbare Feedback, die intuitiven Oberflächen vieler neuer IoT-Anwendungen und schnelle Erfolgserlebnisse machen die kleinen Bausteine und Plattformen zu wertvollen Pädagogen. In Zeiten des IoT-Hypes gerät oft in Vergessenheit, dass der Einplatinenrechner Raspberry Pi eigentlich nicht als IoT-Gadget, sondern als IT-Bildungsprojekt nach dem Vorbild von BBC Micro entstand, woran der Vater des Pi, Eben Upton, vor einem halben Jahr in einem Interview erinnerte. Ihren pädagogischen Anspruch untermauert die Raspberry Pi Foundation jetzt durch einen gerade verkündeten Bildungsfonds in Höhe von einer Million Pfund (ca. 1,2 Millionen Euro). Organisationen aus aller Welt, die sich der Vermittlung von IT-Kenntnissen an 5- bis 18-jährige Kinder und Jugendliche verschrieben haben, können sich um Zuwendungen aus dem Geldtopf bewerben. Bevorzugt werden Bewerber, die einen nicht-kommerziellen Ansatz verfolgen. Die Foundation spendiert dabei 50 Prozent der veranschlagten Projektkosten, die andere Hälfte muss von den Organisationen selbst oder anderen Partnern getragen werden. Die Raspberry Pi Foundation macht keinen Hehl daraus, dass sie neben der gemeinnützigen Sache auch darum bemüht ist, sich ein größeres Ökosystem aufzubauen. So sollen durch diese Aktion auch neue Kooperationspartner aus der Industrie gefunden werden.

Apropos Industrie: Im oben erwähnten Interview hatte Eben Upton auch ein Board angekündigt, das speziell für den wahren Embedded-Einsatz – auch in kommerziellen Lösungen – geeignet ist. Vergangenen Montag war es dann soweit: Das Raspberry Pi Compute Module betrat die Bühne. Mit seinem Broadcom-BCM2835-Prozessor, 512 MB RAM und 4 GB Flash ist das Board erst einmal ähnlich ausgestattet wie der Raspberry Pi Modell B. Es verfügt allerdings über mehr Schnittstellen und GPIOs und ist mit seinen 67,6 x 30 mm ein Stück kleiner als der Ur-Pi (85.60 × 53.98 mm). Mit diesen Abmessungen passt es in einen Standard-Speicherkonnektor (SO-DIMM) eines Notebooks. Eine komplementäre Ergänzung zum Compute Module ist das so genannte Compute Module IO Board, das als Starthilfe im Compute Module Development Kit enthalten sein wird. Über dieses IO-Board kann das Compute Module mit Strom versorgt und programmiert werden. Der Verkauf des Gesamtpakets soll im Juni starten. Kurze Zeit später können die beiden Boards dann auch einzeln erworben werden – bei Sammelbestellungen von hundert Boards für etwa 30 US-Dollar pro Stück.

 

Windows im Internet der Dinge

Auf der Build 2014 stellte Director of Program Management Steve Teixeira in seiner Session ein neues Konzept für Windows in Fahrzeugen vor, wie u. a. windowsdeveloper.de berichtet. Die Plattform soll sich als Konkurrent zu Apples CarPlay etablieren. Inhalte von Windows-Geräten sollen direkt auf den Bildschirm im Auto projiziert werden. Der vorgeführte Prototyp nutzt zur Verbindung den Standard Mirrorlink, den beispielsweise auch Nokias Symbian-Geräte und das Sony Xperia Z unterstützen. VW, Honda, Toyota und Citroën arbeiten derzeit daran, die Mirrorlink-Technologie in ihre Fahrzeuge zu integrieren. Entwickler sollen zukünftig Apps schreiben können, die speziell für den Einsatz in Fahrzeugen konzipiert sind. Auch einen eigenen Marktplatz hierfür soll es geben. Prototypen werden derzeit getestet. Ein Erscheinungsdatum nannte Teixeira allerdings noch nicht.

Erstes US-weites M2M-Netzwerk in Sicht

M2M Spectrum Networks möchte das erste US-weite, drahtlose und rein IP-basierte M2M-Netz aufbauen. 75 Prozent der US-Bevölkerung sollen Zugriff darauf haben können. Entsprechende Pläne gab der US-Konzern aus Arizona am Montag bekannt. Das Vorhaben soll in mehreren Schritten umgesetzt werden. Erste Tests werden voraussichtlich bis Ende Juni erfolgen. Mit seinem ehrgeizigen Vorhaben ist M2M Spectrum Networks ein Pionier auf diesem Gebiet – und möglicherweise ein Game Changer.

Die Frage, wer die digitale Infrastruktur für das Internet der Dinge baut, wird sich auch diesseits des Atlantiks bald stellen. Höchste Zeit also, Tipps abzugeben, woher die entscheidenden Impulse kommen werden: aus der Politik oder aus der Wirtschaft?

StoreDot: Was Akkus mit Alzheimer zu tun haben

Israels brummende Startup-Szene etabliert sich als vielversprechender Inkubator für wegweisende Internet-of-Things-Technologie und –Design. Vergangenen Dezember fand dort eine der ersten Internet of Things-Konferenzen überhaupt statt. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Intel 15 Millionen US-Dollar in das Startup OrCam investieren möchte, das eine Augmented-Reality-Brille entwickelt. Mit einer möglicherweise bahnbrechenden Erfindung, einer neuartigen Akku-Technologie, machte in dieser Woche das Startup StoreDot auf sich aufmerksam. Es veröffentlichte vor ein paar Tagen ein Demovideo (s. unten), in dem ein StoreDot-Akku, angeschlossen an ein Samsung Galaxy S3, innerhalb von 30 Sekunden komplett geladen wird – das S3 wird standardmäßig von einem 2100 mAh starken Lithium-Ionen-Akku angetrieben. Zum Einsatz kommt eine biochemische Form der Energiespeicherung, Nanokristalle, auch NanoDots genannt. Diese wurden während eines Forschungsprojekts zur Alzheimer-Erkrankung an der Universität von Tel Aviv entdeckt. Die winzigen Kristalle bestehen aus Peptidmolekülen, die Alzheimer hervorrufen können – und zufällig über die positive Eigenschaft einer hohen Ladungskapazität verfügen. Noch sind die Batteriezellen sperrig und teuer, sollen einem Bericht von ZDNet zufolge aber bereits nächstes oder übernächstes Jahr marktreif sein. Für Wearables oder die Drohnen-Entwicklung käme diese Akku-Technologie einer Revolution gleich. 

Crowdfunding-Projekt Nr. 1: 3-D-Drucker für Consumer

Auf den Crowdfunding-Plattformen wimmelte es auch in der vergangenen Woche nur so an faszinierenden und umjubelten DIY- und IoT-Projekten. Wir haben uns hier wieder auf zwei beschränkt – und selbst das fiel schwer. Einen rekordverdächtigen Finanzierungserfolg kann der Consumer-3-D-Drucker „The Micro“ bereits wenige Tage nach Beginn seiner Kickstarter-Kampagne vorweisen: 50 000 US-Dollar werden für das Projekt benötigt, und die Spendenmarke stand bereits am 2. Tag auf über einer Million. Aktuell ist der kleine Kasten kurz davor, die 2-Millonen-Marke zu knacken. Kostengünstig und sofort einsatzbereit soll der Drucker sein. Kompakt, schön designt und energieeffizient ist er obendrein. Unterstützt werden unterschiedliche Kunststoffe, darunter ABS, PLA und Nylon. Die mitgelieferte Software soll spielerisch-interaktiv konzipiert und touchscreenkompatibel sein.

Crowdfunding-Projekt Nr. 2: JavaScript für das IoT

Als „Plug-and-Play-Design-Tool“ wird Kinoma Create auf seiner Indiegogo-Seite beschrieben. Das Hard-und Softwaretool zur Entwicklung von Consumer-Elektronik-Anwendungen und IoT-Prototypen richtet sich vor allem an JavaScript-Fans. In dieser Sprache werden die Kinoma-Anwendungen nämlich entwickelt. Die Hardware, die im Video zu sehende weißgrüne Box, enthält einen ARM-Prozessor, kommuniziert per WiFi und Bluetooth und verfügt über einen Tochscreen. Das Design ist zwar etwas eigenwillig, aber es sind alle Komponenten an Bord, die es fürs Prototyping braucht – ideal für Webentwickler, die erste Gehversuche im IoT machen wollen, ohne sich erst mit der Elektronik befassen zu müssen.

 

 

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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