Außerdem: Intel startet neue IoT-Plattform

Inside IoT: Raspberry Pi Compute Module 3, Google Nest in Deutschland & Taxi-Flotte von Waymo

Mascha Schnellbacher

© Shutterstock.com / Leonard Zhukovsky

Die Highlights aus dem IoT-Universum. In dieser Woche wurde das Compute Module 3 von der Raspberry Pi Foundation veröffentlicht, Google Nest kommt nach Deutschland und Intel stellt seine neue IoT-Plattform für den Handel vor. Außerdem plant Waymo eine eigene Taxi-Flotte und spricht von unhackbaren Autos und mit Kissenger gibt es ein Device, das Fernbeziehungen leichter machen soll.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Raspberry Pi: Compute Module 3 veröffentlicht

Die Raspberry Pi Foundation hat die Industrievariante des Raspberry Pi neu aufgelegt und gleich zwei neue Versionen vorgestellt: das Compute Module 3 (CM3) und das Compute Module 3 Lite (CM3L). Für Hardware-Entwickler wird als Breakout-Board das Compute Module IO Board V3 angeboten. CM3 basiert auf der Hardware des Raspberry Pi 3, verfügt also über einen BCM2837-Prozessor, ein GB Arbeitsspeicher sowie vier GB Flash-Speicher. Die abgespeckte Lite-Version verzichtet auf den internen Speicher, ansonsten sind die Modelle nahezu identisch.

Im Gegensatz zum bekannten Raspberry Pi sind die Anschlüsse als Kontakte auf der Platine zu finden. Anzahl und Ausmaße der Kontakte entsprechen denen eines SO-DIMM-Speicherriegels. Das Compute Module 3 soll für rund 30 Dollar in den Handel kommen, die Lite-Version soll rund 25 Dollar kosten. Das Vorgängermodell Compute Module 1 aus dem Jahr 2014 wird ab sofort auf einen Preis von 25 Dollar gesenkt. Die Raspberry Pi Foundation verspricht, dass alle Module bis mindestens 2023 verfügbar sein werden.

Compute Module 3

Compute Module 3

Google Nest kommt nach Deutschland

Im Rahmen der Digital-Konferenz DLD in München kündigte Nest-Chef Matt Rogers gestern die Markteinführung der Smart-Home-Produkte in Deutschland, Österreich, Italien und Spanien an. Das Alphabet-Tochterunternehmen Nest ist bekannt für seine intelligenten Thermostate, Überwachungskameras und Rauchmelder. Das smarte Thermostat wird allerdings erst im Herbst erhältlich sein, da die Heizungssysteme in Deutschland komplizierter seien.

Die Produkte sind bereits im Vorverkauf zu erwerben, laut Amazon sollen sie ab 15. Februar verschickt werden. Nach offizieller Preisgestaltung wird der Rauchmelder 119 Euro kosten, die Überwachungskamera 199 Euro und das Thermostat später 249 Euro. Zusatzdienste von Nest können ab rund fünf Euro pro Monat dazu gebucht werden.

Intel startet neue IoT-Plattform

Intel will mit seiner neuen IoT-Plattform den Handel revolutionieren: Die Responsive Retail Platform (RRP) soll ein tieferes Verständnis darüber liefern, wie Geschäfte und Kunden „interagieren“. Dafür sammelt RRP standardisiert verschiedene Daten von Software, Hardware, APIs und Sensoren im Handel, um digitale und physische Umgebungen zu verbinden.

Auf diese Weise können Nutzer ihre Ware optimal platzieren, Angestellte und andere Ressourcen einsetzen und den Warenbestand von der Lieferkette bis hin zur Ladentür überwachen. Der gesamte Vorgang läuft in Echtzeit ab; auch Sensoren von Fremdanbietern lassen sich in den Prozess integrieren. Zusätzlich bietet Intel eine sogenannte Analytics-Platform-as-a-Service Open Source an. In den nächsten fünf Jahren will Intel 100 Millionen Dollar in die Plattform stecken und Händlern so dabei helfen, den „store of the future“ zu entwickeln, der „smart, responsive connected and secure“ ist.

Waymo: Unhackbare Fahrzeuge & eigene Taxi-Flotte in Planung

Vergangene Woche erklärte Waymo-CEO John Krafcik, dass die intelligenten Fahrzeuge quasi unhackbar seien. Grund dafür: Sie werden nicht ständig online und dadurch auch nicht dauerhaft mit der Cloud verbunden sein. Die connected Cars sollen vielmehr nur bei Bedarf online gehen – die Frage ist nur, wann das NICHT notwendig ist: Für den Empfang von Positionsdaten, den Empfang von Verkehrsmeldungen und die Verarbeitung von Signalen der Sensoren ist eigentlich eine ständige Verbindung nötig. Doch laut Krafcik kann ein Waymo-Auto auch ohne Internetverbindung sicher fahren, da die gesamte Technologie inklusive Verkehrserkennung direkt im Fahrzeug sitze.

Think about it, if the system goes down and it relies on it, what does it do? Our car is a truly self driving car, it doesn’t require infrastructure.

Ob das auch tatsächlich so ist und funktioniert, wird sich noch zeigen. Auf jeden Fall hätte Google damit – im Vergleich zu anderen Autobauern, die auf eine ständige Verbindung setzen – die Nase vorne.

Eine eventuelle Einsatzmöglichkeit für die Waymo-Fahrzeuge ist der Aufbau einer eigenen autonomen Taxi-Flotte. Darauf deutet auch ein neues Patent hin, das eine eigentlich triviale Funktion der Routenplanung beschreibt: Der Nutzer soll in das Fahrzeug einsteigen, das Fahrtziel eingeben und sich dann entspannt dorthin fahren lassen. Kann das Ziel nicht angefahren werden, wird dem Insassen der nächstgelegene Punkt vorgeschlagen. Falls Google respektive Alphabet respektive Waymo tatsächlich eine eigene Taxi-Flotte plant, wird spannend zu sehen, wie sie sich in Konkurrenz zu Uber platzieren werden.

Fernbeziehung leicht gemacht

Fernbeziehungen sind scheiße. Der Mensch, den man liebt, ist weit entfernt von einem selbst und jedes Wochenende eben mal nach Mailand zu jetten, ist halt auch nicht drin. Smartphones und das Internet machen das Ganze zwar erträglicher, ersetzen aber eben auch nicht den körperlichen Kontakt.

Ein neues Device will Liebeskummergeplagten helfen: Kissenger simuliert anhand von Drucksensoren und Motoren einen Kuss, während man gleichzeitig über die zugehörige iOS-App videochattet. Allerdings ist das Gerät nicht nur Paaren vorbehalten, auch Familien sollen von der fühlbaren Zuneigung profitieren. Aber auch Fans können auf diese Weise ihren Idolen näherkommen. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, wie toll das Gefühl ist, wenn man Plastiklippen an seinem Handy küsst – aber hey, jedem das seine.

 

Geschrieben von
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher studierte Buchwissenschaft und Deutsche Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Juni 2015 arbeitet sie als Redakteurin in der Redaktion des Entwickler Magazins bei Software & Support Media. Zuvor war sie als Lektorin in einem Verlag sowie als freie Editorin tätig.
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