Außerdem: BeagleBone Blue ist da

Inside IoT: Raspberry Pi überholt C64, Google Home ärgert Nutzer & kostenloses Hosting von Alexa Skills

Mascha Schnellbacher

© Shutterstock.com / Cenz07

Die Highlights aus dem IoT-Universum: Raspberry Pi überholt C64, Google Home nervt mit Werbung und Alexa Skills hosten. Außerdem BeagleBone Blue und Project Jacquard.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Computerverkäufe: Raspberry Pi überholt C64

Kurz nach seinem fünften Geburtstag hat der Raspberry Pi den Commodore 64 in der ewigen Liste der meistverkauften Computer überholt. Der Minirechner schaffte mit mehr als 12,5 Millionen verkauften Einheiten den Sprung auf Platz drei – nur PC und Mac wurden häufiger verkauft.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zu dieser Rechnung: Denn der C64 hat die Verkaufszahlen mit einem einzigen Modell erreicht, während vom Raspberry Pi alle bereits erschienenen acht Modelle gezählt werden.

Den Löwenanteil vereinigt der Raspberry Pi 3B auf sich, der für rund 30 Prozent der Verkaufszahlen verantwortlich zeichnet. Das Ursprungsmodell Raspberry Pi Model A kommt nur auf rund zwei Prozent. Allein der kürzlich veröffentlichte Raspberry Pi Zero W verkaufte sich in den ersten vier Tagen knapp 100.000 Mal. Für ein Projekt, das ursprünglich nur 10.000 bis 20.000 Stück verkaufen wollte, gar nicht mal so schlecht…

Google Home nervt mit Audio-Ads

Googles smarter Heimassistent Google Home verärgert derzeit seine Nutzer: Bei der Frage nach der Tageszusammenfassung wird Werbung für die Premiere von Die Schöne und das Biest abgespielt. Mehrere User berichteten über die Audio-Werbung und beschwerten sich darüber, dass sie zum einen nicht nach dem Film gesucht hätten und dass dies zum anderen keine sinnvolle Ergänzung sei.

Auf die Nachfrage von The Verge stritt Google ab, dass es sich hierbei um Werbung handele: „This isn’t an ad; the beauty in the Assistant is that it invites our partners to be our guest and share their tales.“ Hört sich aber irgendwie doch nach Werbung an – nur in den Worten von Die Schöne und das Biest.

Mittlerweile hat Google klargestellt, dass es sich bei der vermeintlichen Werbung um einen Test für das My-Day-Feature handele. In Zukunft soll Nutzern weiterhin „unique content“ ausgespielt werden – allerdings nicht in Form von Werbung. Schauen wir mal…

Alexa Skills: Hosting auf AWS (fast) umsonst

Amazon hat ein Programm vorgestellt, um das Hosting von Alexa Skills, die AWS Lambda und andere AWS-Dienste nutzen, zu bezuschussen. Zudem sollen Kosten, die nicht durch das Angebot von AWS Free Tier gedeckt werden, übernommen werden. Konkret heißt das, dass Alexa-Skill-Entwickler zusätzlich 100 Dollar AWS Promotional Credit erhalten – plus eine Option auf weitere 100 Dollar AWAS Promotional Credit pro Monat. Um sich für das Programm bewerben zu können, müssen Entwickler aber mindestens einen Alexa Skill veröffentlicht haben.

Zuwachs für BeagleBoard: BeagleBone Blue ist da

Die BeagleBone-Familie hat Zuwachs bekommen: Der BeagleBone Blue ist rund ein Jahr nach seiner Ankündigung erschienen. Als SoaC kommt der OSD3358 von Octavo Systems zum Einsatz, der Cortex-A8-Kern ist mit 1 GHz getaktet. Des Weiteren sind 4 GB eMMC-Flashspeicher sowie ein microSD-Slot vorhanden. Wie bisherige Modelle bekommt auch Blue 512 MB RAM und unterstützt WLAN und Bluetooth.

So weit, so gut. Das eigentlich Spannende sind die Einsatzmöglichkeiten des BeagleBone Blue: Denn durch seine Bauweise ist das Board für den Einsatz in mobilen Robotern optimiert. Die Platine bietet Anschlüsse für acht Servos, vier DC-Motoren und vier Rad-Encoder. Außerdem steht ein 9-Achsen-IMU-Sensor zur Verfügung; mehr Sensoren und Aktoren können an elf weiteren JST-Buchsen angeschlossen werden. Für aktuell rund 75 Euro ist der BeagleBone Blue zu erwerben.

Project Jacquard: Erste smarte Jacke im Herbst

Wir erinnern uns: Bereits 2015 hat Google das Project Jacquard vorgestellt, das intelligente Kleidung auf den Markt bringen soll. Zwischendurch war es immer mal wieder still um das Projekt geworden, bis vergangenes Jahr die Ankündigung folgte, dass im Frühjahr 2017 die erste smarte Jacke auf den Markt kommen soll.

Nun folgt die Ernüchterung: Die Levis Commuter Trucket Jacket wird es wohl erst im Herbst 2017 in die (US-amerikanischen) Läden schaffen. Die Jacke hat direkt in den Stoff eingenähte Leiterbahnen, die es ermöglichen, auf Toucheingaben und Gesten zu reagieren. Diese werden über einen angeschlossenen Bluetooth-Stick mit dem Smartphone verbunden. Somit kann zum Beispiel Telefonate annehmen, Musik abspielen oder die Navigation starten. Rund 350 Dollar muss man für die smarte Jacke wohl investieren.

Geschrieben von
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher studierte Buchwissenschaft und Deutsche Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Juni 2015 arbeitet sie als Redakteurin in der Redaktion des Entwickler Magazins bei Software & Support Media. Zuvor war sie als Lektorin in einem Verlag sowie als freie Editorin tätig.
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