Rails-Community: Bye Bye NetBeans

Hartmut Schlosser

Timing ist bekanntlich alles. Just nachdem aus dem Hause Oracle die Nachricht verlautbart wurde, man wolle den Ruby-on-Rails-Support in der NetBeans IDE einstellen, wartet die Konkurrenz mit Spezialangeboten auf: 50 Prozent Rabatt auf Individual-Lizenzen für die RubyMine-Entwicklungsumgebung gewähren beispielsweise derzeit die RubyMine-Produzenten JetBrains.

„Bye Bye NetBeans“ hieß es jüngst deshalb auf Twitter:

Excellent timing, I just started my evaluation period of RubyMine, it looks good ! bye bye NetBeans frankgelinas

NetBeans ohne RoR – kein Problem also, da es genügend Alternativen gibt? Doch vielleicht ist diese Nachricht mehr als eine kleine Randnotiz.

Oracle hatte die Entscheidung, den Ruby-on-Rails-Support zu kappen, offiziell damit begründet, dass angesichts der geringen Nutzerrate des Ruby-on-Rails-Moduls weitere Investitionen von Entwicklerressourcen nicht gerechtfertigt seien.

Die Entscheidung darf aber auch als Bestätigung dafür gedeutet werden, dass die Oracle-Strategie für Java vornehmlich auf den Enterprise-Bereich abzielt. Im trendigen Web-2.0-Framework Ruby-on-Rails sieht man hier offensichtlich wenig Relevanz – trotz der aktuellen Anstrengungen der Ruby-Community, ihre Enterprise-Tauglichkeit unter Beweis zu stellen.

Java ist die Sprache für Enterprise-Anwendungen und -Middleware. Oracle scheint mit NetBeans als IDE in dieselbe Richtung zu steuern. Schade wäre allerdings, wenn zukünftig weitere Beschneidungen um nicht Enterprise-fokussierte Sprachen folgen würden.

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Hartmut Schlosser
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