Radikal führen

Autor

Reinhard K. Sprenger

Verlag

Campus

Erschienen

2012

Seiten

296

Preis

24,99 Euro

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-593-39462-6

Preis

24,99 Euro

Wenn Reinhard Sprenger ein neues Buch veröffentlicht, gilt es, genauer hinzusehen. Er schaffte es schon mit seinen früheren Büchern regelmäßig in die Bestsellerlisten und ist dem „Spiegel“ zufolge Deutschlands meistgelesener Managementautor. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an sein neues Buch „Radikal führen“.

Der Titel wirkt erst einmal provokant. Doch Sprenger klärt gleich zu Anfang, was sich dahinter verbirgt: Die ursprüngliche Bedeutung von „radikal“ ist hier gemeint. „Radix“ ist lateinisch für „Wurzel“. Es geht nicht um irgendeinen Neuansatz, sondern um die universalen und zeitlosen Grundsätze der Führung. Sprenger reduziert die unzähligen Theorien zum Thema Führung auf das Wesentliche. Ergebnis sind fünf Kernaufgaben von Führung, die eingehend besprochen werden. Zuvor aber stellt Sprenger kritisch die Fragen in den Raum: Wofür werden Führungskräfte eigentlich bezahlt? Welchen Mehrwert muss Führung im Unternehmen leisten? Fragen, die zunächst trivial klingen; dann aber doch nicht ganz einfach zu beantworten sind. Die Herangehensweise ist erfrischend, denkt sie das Thema doch vom Ergebnis her und stellt den unternehmerischen Erfolg in den Mittelpunkt. Dabei kommt vor allem Sprengers systemisches und menschliches Führungsbild zum Tragen: Die Einsicht, dass man seine Mitarbeiter und sich selbst mögen muss; dass Erfolg am besten zu erreichen ist, wenn Menschen mit Herz und Verstand zu eigenverantwortlicher Arbeit geführt werden.

Dann arbeitet Sprenger die fünf Kernaufgaben der Führung heraus. Erstens: Zusammenarbeit organisieren. Kooperation im Unternehmen ist, wo immer möglich, zu fördern und Hindernisse sind aus dem Weg zu räumen. Zweitens: Transaktionskosten senken. Unternehmen sollten um den Kunden kreisen und nicht um sich selbst; interner Wettbewerb ist zu vermeiden. Kundenorientierung und Vertrauenskultur gehören zum Programm. Drittens: Konflikte entscheiden. Mitarbeiter sollten dialogisch in Entscheidungen eingebunden werden, nur im Zweifel muss die Führungskraft selbst entscheiden. Viertens: Zukunftsfähigkeit sichern. Stetige Selbsterneuerung ist für das langfristige Überleben eines Unternehmens unabdingbar. Oder, wie Sprenger treffend über die Arbeit in manchen Unternehmen sagt: „Einst hatte man Probleme, für die man Lösungen suchte; dann hat man Lösungen, für die man Probleme sucht.“ Und fünftens: Mitarbeiter führen. Sprengers knackige Formel: Finden Sie die Richtigen, fordern Sie sie heraus, sprechen Sie oft miteinander, vertrauen Sie ihnen, bezahlen Sie gut und fair und dann: Gehen Sie aus dem Weg! Ziel ist es, sich als Führungskraft selbst überflüssig zu machen; und andere zu befähigen, erfolgreich zu sein.

Sprengers eingängiger und pointierter Stil, seine klugen Ausführungen und die reduzierte Konzentration auf das Wesentliche schaffen ein rundes Lesevergnügen. Wer bereit ist, Führung aus neuen Perspektiven zu betrachten, sein eigenes Führungsbild zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, dem sei das Buch wärmstens empfohlen. Ein Management-Betthupferl der Extraklasse.

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