"Gerade jetzt interessant, sich mit PaaS zu beschäftigen"

Claudia Fröhling

Auf der W-JAX 2011 in München wird es erstmals einen Workshop zum Thema Cloud Computing geben. Wir sprachen mit Eberhard Wolff, Speaker des Workshops, der sich dieses Jahr auch wieder für den Spring Day verantwortlich zeichnet.

JAX: Du bietest mit deinen Kollegen dieses Jahr erstmals einen Cloud-Workshop an, mit einem klaren Fokus auf den PaaS-Aspekt. Ist PaaS die Zukunft des Cloud Computings?

Eberhard Wolff: Im Bereich der PaaS-Lösungen gerade für Java hat sich in den letzten Monaten viel getan, viele neue Player haben den Markt betreten. Daher ist es gerade jetzt interessant, sich mit diesem Bereich zu beschäftigen. Mittlerweile kann in vielen Fällen eine Java-Anwendung nun recht problemlos und ohne große Änderungen in der Cloud betrieben werden. Generell bedienen PaaS, IaaS und SaaS aber unterschiedliche Anforderungen. Bei PaaS steht die einfache Nutzbarkeit im Vordergrund – man kann die Anwendung einfach in die Cloud deployen und z.B. Skalierung geschieht automatisch. Bei IaaS wird nur virtuelle Hardware angeboten.

Man kann auf diesen Systemen ein beliebiges Betriebssystem und beliebige Infrastruktur installieren und hat dadurch eine wesentlich höhere Flexibilität. SaaS mit Angeboten zu Continuous Integration und Entwicklungsumgebungen wird ebenfalls immer wichtiger für Java-Entwickler.

JAX: Was erwartet die Teilnehmer des Workshops konkret?

Eberhard Wolff: Wir werden PaaS-Ansätze wie Google App Engine und VMware Cloud Foundry live zeigen und dabei auch die Möglichkeit bieten, selber Erfahrungen mit diesen Ansätzen zu sammeln. Dann werden wir uns mit einigen theoretischen Grundlagen wie CAP oder BASE beschäftigen, die für große, skalierbare Systeme in der Cloud sehr relevant sind. Diese Ansätze werden wird dann mit der Messaging-Lösung RabbitMQ und der NoSQL-Datenbank MongoDB praktisch ausprobieren. Schließlich werden wir noch kurz auf Map/Reduce für die Verarbeitung großer Datenmengen und Hadoop als Lösung in diesem Bereich umgehen.

JAX: Du bist auch wieder Moderator des Spring Days auf der W-JAX. Eine relativ neue Idee scheint die Verbindung von Spring mit Scala zu sein. Wie können sich deiner Meinung nach die beiden Technologien unterstützen?

Eberhard Wolff: Die Nutzung von Java-Frameworks mit Scala ist keine so neue Idee. Es gab dazu ja auch schon einen Artikel im Java Magazin. Die Submission ist auch ein Ergebnis der Diskussion auf dem Panel des letzten Spring Days. Ich denke, dass eine detaillierte Betrachtung der Spring-Features Dependency Injection, AOP und Portable Service Abstraction in Bezug auf die Nutzung mit einer Programmiersprache wie Scala hilfreich ist. So sollte deutlich werden, dass Spring für viele Scala-Projekte als Framework eine sinnvolle Wahl ist und wie man die beiden Technologien am besten kombinieren kann.

JAX. Gibt es den schon konkrete Projekte/Initiativen, die Spring und Scala verbinden?

Eberhard Wolff: Ich habe zu einer Scala-Version von Spring einen JIRA submittet. Der ist aber im Moment noch niemandem zugewiesen. Immerhin gibt es schon einige Votes – je mehr für dieses Feature stimmen, desto eher wird es wohl eine Version von Spring für Scala geben.

Eberhard Wolff ist Gründungsmitglied der Java-Champions, Autor zahlreicher Fachartikel und Fachbücher und regelmäßiger Sprecher auf internationalen Konferenzen. Sein fachlicher Schwerpunkt sind Enterprise-Systeme, Java, Spring und Cloud-Technologien. Er arbeitet als Architecture und Technology Manager für die adesso AG. Twitter: @ewolff

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