"Ein echtes Hot Topic der JAX: InvokeDynamic" [JAX Blog]

Hartmut Schlosser

Ein Konferenzbesuch ist für mich immer eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag. Denn auf einer Konferenz – wie in diesem Fall auf der JAX – habe ich die Zeit und Ruhe, genau diejenigen Dinge anzugehen, für die mir normalerweise die Zeit fehlt oder für die ich mir keine Zeit nehme.

Das fängt an beim Frühstück im Hotel: Ein bis zwei Schalen leckerer Obstsalat mit Joghurt sind Pflicht – zu Hause hingegen fehlt mir dafür die Muße. Dann die intensive Fortbildung durch das Anhören von Fachvorträgen und die anschließenden Diskussionen – zu Hause ist mir die aktuelle Aufgabenstellung oft wichtiger als die Weiterbildung. Und schließlich der direkte Austausch mit den geschätzten Kollegen bei einem gemeinsamen Bierchen – zu Hause bleibt es leider oft bei vereinzelten E-Mails. Aber nun genug Einleitung, hier meine persönlichen Highlights von der JAX!

Ein echtes Hot Topic, das sich auf der JAX eindrucksvoll präsentiert hat, ist die neue Java-Bytecode-Instruktion „InvokeDynamic“. Besonders spannend war die Keynote von Charles Nutter, der zunächst einen kurzen Einblick in die Innereien von InvokeDynamic gab und in der Folge überzeugend das Potential der „wichtigsten Änderung an der JVM, seit es Java gibt“ darlegte. Ans Eingemachte ging es dann im Vortrag von Fredrik Öhrström, der am Beispiel des JIT-Compilers von JRockIt zeigte, wie sich die für Java 8 geplanten „Lambdas“ eigentlich erst durch InvokeDynamic überhaupt effizient implementieren lassen. Ich bin wirklich begeistert von den Möglichkeiten, die InvokeDynamic bietet: Maximale Flexibilität ohne spürbare Performance-Einbußen!

Ein anderes spannendes Thema ist der klare Trend, die Bedürfnisse des Endnutzers von Software in den Vordergrund zu stellen. Steve Burton von AppDynamics hat in seiner Keynote daran erinnert, dass das höchste Ziel von Agilität eigentlich darin besteht, dem Endnutzer der Software kontinuierlich einen sichtbaren Mehrwert zu liefern, anstatt beliebig schnell (bzw. zu schnell) Code zu schreiben, um irgendwelche Metriken zu optimieren. In die gleiche Richtung gehen auch die zahlreichen Vorträge zu „Continuous Delivery“, ein Ansatz, der ebenfalls ein stabiles Produkt und damit die Bedürfnisse des Endnutzers in den Vordergrund stellt. Interessant fand ich den Erfahrungsbericht von André Neubauer und Oliver Schmitz-Hennemann zu ihrem Umstieg auf Continuous Delivery in einem Großprojekt. In meinem aktuellen Projekt bei der codecentric AG etablieren wir ebenfalls eine Continuous Delivery Chain, und obwohl das bei uns im Rahmen eines Startups geschieht, konnte ich viele der Herausforderungen und Lösungen aus dem Großprojekt nachempfinden.

Schade fand ich, dass ein Vortrag, den ich besucht habe, zu früh angefangen hat. Ich hoffe das war ein Einzelfall, denn als ich fünf Minuten vor dem eigentlichen Beginn im Saal ankam, lief der Vortrag schon. So ganz verstehe ich nicht, warum so etwas passiert – aber wer weiß, vielleicht gab es ja gute Gründe.

Wir, d.h. die codecentric AG, konnten unseren Kontakt zu den sehr sympathischen Jungs von Vaadin (ein Java Framework für Web-UIs) intensivieren. Den „Deutschlandbeauftragten“ von Vaadin hatte ich zuvor zwar schon per Skype gesprochen, aber erst in den persönlichen Gesprächen wurde mir klar, wie hilfsbereit und interessiert an unserer Arbeit mit ihrem Framework die Jungs tatsächlich sind.

Last but not least: Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Wartezeit beim Mittagsbuffet spürbar gesunken. Das wurde im Vorjahr doch arg kritisiert, aber nach meinem Empfinden hat die Organisation hier dieses Jahr einen tollen Job gemacht! Ich freue mich schon aufs nächste Jahr, wenn das bestimmt noch schneller gehen wird.

Dr. Patrick Peschlow ist Experte für die Java Virtual Machine und hat langjährige Erfahrung in der Entwicklung paralleler und verteilter Java-Anwendungen. Er arbeitet als Performance Engineer bei der codecentric AG und ist aktuell an der Realisierung einer hochskalierbaren Cloud-Anwendung beteiligt.

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Hartmut Schlosser
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