"DevOps versucht, agile Methoden durchgängig erfolgreich zu machen"

Claudia Fröhling

In der Abschlußkeynote dieses Jahr auf der W-JAX geht es um ein wichtiges Thema: Was kann DevOps tun, damit kritische Fehler in Releases der Vergangenheit angehören? Wir sprachen mit dem Speaker der Keynote, Matthias Marschall über den DevOps-Hype und den tatsächlichen Nutzen.

JAXenter: Der Begriff DevOps ist in aller Munde und entwickelt einen regelrechten Hype, wobei manchmal unklar ist, was damit gemeint ist. Wie lautet Ihre Definition von DevOps?

Matthias Marschall: DevOps möchte die Grundideen von agilen Methoden auch auf Operations ausweiten und somit einen nahtlosen Prozess von der Entwicklung hin zum Nutzer schaffen.

JAXenter: Was ist wirklich neu an DevOps, das so z.B. noch nicht im Methodenbereich der Agilität diskutiert und umgesetzt wurde?

Matthias Marschall: Neu ist die Annäherung an das Thema „Wie kann ich schneller und besser werden“ von beiden Seiten aus. Bisher sind agile Ansätze oft nur im Entwicklungsbereich erfolgreich. DevOps fokussiert sich ganz bewusst auch auf Operations und versucht agile Methoden durchgängig erfolgreich zu machen.

JAXenter: Können Sie ein Beispiel nennen, wie DevOps die Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Systemadministratoren verbessert?

Matthias Marschall: Ein Beispiel ist es, Entwickler in Releases verantwortlich mit ein zu beziehen und sie auch nach dem Release in die Bereitschaftsdienste mit aufzunehmen. Das erhöht das Verantwortungsbewußtsein der Entwickler enorm und hilft bei der schnellen Behebung (oder sogar Vermeidung) von kritischen Fehlern im Release.

JAXenter: Wie sollte man als Unternehmen vorgehen, um DevOps bei sich einzuführen?

Matthias Marschall:Es ist wichtig, dass man Vertrauen zwischen Entwicklern und Administratoren schafft.

Konkrete Maßnahmen können zum Beispiel sein:

  • Zugriff für die Entwickler auf die Produktionsmaschinen, um Fehler direkt analysieren zu können
  • Zugriff für die Administratoren auf das Source Code Repository und die Build Tools, damit sie selbst Testbuilds deployen können, um sich damit vertraut zu machen
  • QA von Anfang an in den Entwicklungsprozess mit einbinden (QA kann z.B. schon Testszenarien für User Stories als Akzeptanzkriterien definieren, lange bevor die Entwicklung anfängt)
  • Entwickler in die Bereitschaftsdienste mit aufnehmen
  • Transparenz herstellen indem man Metriken und Planungen offenlegt

Natürlich ist da die eigene Kreativität gefragt. Die obige Liste kann nur exemplarisch einige Ideen und Denkanstöße geben. Es kommt sehr genau auf das Umfeld und die aktuelle Situation an.

Matthias Marschall ist ein Software Engineer „Made in Germany“. Seine vier Kinder sorgen dafür, dass er sich in lebhaften Umgebungen wohl fühlt und auch in chaotischen Situationen die Kontrolle behält. Er beschäftigt sich seit Jahren hauptsächlich mit der Frage, wie man Entwicklern, Teams und ganzen Organisationen helfen kann, schnell und kontinuierlich Software zu releasen, die den Benutzern echten Mehrwert liefert. Antworten zu dieser Frage liefert er auf seiner Website http://www.successfulengineering.com , die er zusammen mit Dan Ackerson betreibt. Dort finden sie auch das E-Booklet „Transforming a Six Month Release Cycle into Continuous Releases“, in dem Matthias und Dan ihre frühen Erfolge mit DevOps beschreiben.

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Claudia Fröhling
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