Quo vadis, Karriere: Noch hungrig oder schon satt?

Michael Thomas

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Befinden Sie sich an einem Punkt Ihrer Karriere, an dem offenbar nichts mehr geht, sich kein Raum für die professionelle oder persönliche Weiterentwicklung bietet? Falls die Antwort auf diese Fragen „Ja!“ lautet und sie etwas an diesem Umstand ändern wollen: Tun Sie’s, als Entwickler ist es nie zu spät dafür – findet zumindest der IT-Profi John Vester.

Ursprung seiner Überlegungen ist ein Interview mit dem Ex-Football-Spieler Ronnie Lott, der seine Brötchen mittlerweile als Talent-Scout verdient. Lott zufolge neigen einige Football-Spieler dazu, sich sportlich nicht mehr weiterzuentwickeln, wenn sie es erst einmal in die amerikanische Profiliga geschafft haben.

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Vor diesem Hintergrund stellt Vester die Frage, ob sich ähnliche Entwicklungen auch im Technologie-Umfeld beobachten lassen: Also Entwickler, die als Jungspund noch so viel wie möglich lernen wollen, sich für alles interessieren, es irgendwann in einer Technologie zur Meisterschaft bringen und sich dann auf ihren Lorbeeren, sprich einer guten – bzw. gut bezahlten – Anstellung, ausruhen.

Sollte man sich tatsächlich in einer Couch-Potato-artigen Lethargie befinden, so ist es Vester zufolge jedenfalls niemals zu spät, etwas an diesem Umstand zu ändern und seiner Karriere neuen Schub zu verleihen. Dazu sollte man zunächst evaluieren, wie es zu dem Status quo gekommen ist: Hängt man an einer Technologie fest, die keine Herausforderungen mehr bietet? Bietet der aktuelle Job potentiell Herausforderungen bzw. die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln? Ist man überhaupt im „richtigen“ Job?

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Sofern nicht der Arbeitgeber das Problem ist, sollte man Vester zufolge das Gespräch mit seinen Vorgesetzten suchen. Verstehen diese etwas von ihrer Arbeit, haben sie vermutlich bereits im Vorfeld gemerkt, dass irgend etwas im Argen liegt, beispielsweise weil ein persönlicher Leistungsabfall zu beobachten war. Ein großer Teil der Veränderungsarbeit, namentlich die mitunter aufwändigen und/oder zeitintensive Überlegungen, was man sich von dem nächsten Job erwünscht oder erhofft, fallen naturgemäß auf einen selbst zurück, andererseits gibt es zahlreiche Agenturen, Headhunter etc., die sich nach qualifizierten Fachkräften die Finger lecken und entsprechende Unterstützung anbieten.

Das wichtigste ist Vesters Ansicht nach jedoch, die Leidenschaft für die Technologie, die viele Entwickler erst zu ihrer Berufswahl gebracht hat, wieder zum lodern zu bringen. Alles andere ergibt sich, denn wie Vester abschließend festhält: Im Gegensatz zu Sportlern bietet sich Programmierern eine unüberschaubare Fülle an Möglichkeiten, ihrer Karriere neuen Schwung zu verleihen. Wenn man es denn möchte.

Aufmacherbild: New Career Ahead von Shutterstock.com / Urheberrecht: SteveWoods

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Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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Ein schöner Freudscher Vertipper: „Möglichkeiten, ihrer Karriere neuen Schwund zu verleihen“.