Kampf den Rohdaten

Quarks: IBM stellt quelloffenes Entwicklungstool für effizientere IoT-Apps vor

Michael Thomas

© Shutterstock.com/general-fmv

Mit Quarks will IBM Entwicklern ein quelloffenes Werkzeug an die Hand geben, dass die Erstellung effizienterer Internet-of-Things-Anwendungen ermöglichen soll. Im Zentrum steht die Verarbeitung großer Echtzeit-Datenmengen. Quarks basiert auf der proprietären Enterprise-Lösung IBM Streams.

Wie u. a. TechCrunch berichtet, erlaubt das quelloffene Tool offenbar eine praktisch unmittelbare Verarbeitung von mittels IoT-Geräten erhobenen Rohdaten, was insbesondere für den Gesundheitsbereich oder Hochrisikoarbeitsumgebungen interessant sein dürfte. Der Bericht nennt beispielsweise die konstante Gesundheitsüberwachung von Diabetikern via Wearable oder die Überwachung der Sicherheit von Ölplattformarbeitern mithilfe von Helmen, die mit eingebetteten Sensoren ausgestattet sind (derartige Produkte befinden sich mitunter bereits im Einsatz).

Weitere Einsatzszenarien

Die blitzschnelle Reaktion auf Echtzeitdaten ist jedoch nicht der einzige potentielle Einsatzzweck des Tools: Darüber hinaus soll Quarks auch einen effizienten Weg bieten, verschiedenste Daten, die demselben Zweck dienen, aus einer Vielzahl verbundener Geräte zusammenzuführen. Im Falle eines Einsatzes im medizinischen Bereich könnte beispielsweise nachverfolgt werden, wie die einzelnen Mitglieder eine Patientengruppe auf eine bestimmte Behandlungsmethode ansprechen – besonders interessant für Forschungszwecke.

Ein weiteres denkbares Einsatzszenario ist die regelmäßige Kontrolle des allgemeinen Gesundheitszustands eines Patienten, was Ärzten bei der Behandlung von intensiv pflegebedürftigen Personen bzw. Risikopatienten im Ernstfall kostbare Zeit verschaffen könnte. Die Daten könnten des Weiteren an KI-Programme à la Watson verfüttert werden, um Einschätzungen der Situation und Handlungsvorschläge zu erhalten.

Schon bald ein ASF-Projekt?

IBMs erklärtes langfristiges Ziel besteht darin, Quarks mithilfe einer engagierten Community zum Standard-Entwicklungstool für derartige IoT-Szenarien aufzubauen. Quarks steht unter Apache-Lizenz (Version 2.0) und befindet sich offenbar bereits im Incubator, dem „Brutkasten“ für Nachwuchsprojekte der Apache Software Foundation (ASF). Das Projekt liegt zur Zeit in Version 0.3.0 vor und kann über GitHub heruntergeladen werden; dort findet sich auch die Quarks-Dokumentation.

Aufmacherbild: Particle Collision and Blackhole in LHC von shutterstock.com / Urheberrecht: general-fmv

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Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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