Community übernimmt das Ruder

Python-Erfinder Guido van Rossum tritt zurück: Welche Zukunft hat die Sprache?

Hartmut Schlosser

© Shutterstock / InaKos

Der Erfinder von Python, Guido van Rossum, hat angekündigt, sich vom Projekt zurückziehen zu wollen. Damit verliert die Programmiersprache ihren langjährigen Hauptentscheidungsträger. Was bedeutet das für die Python-Community?

Der mitunter auch als „Benevolent Dictator For Life“ (BDFL) bezeichnete Guido van Rossum verlässt das Python-Projekt. In einer Mail an die Python Committer teilt van Rossum mit, dass er sich nach den aufreibenden Arbeiten an dem neuen Sprachfeature der Assignment Expressions (PEP 572) komplett aus dem Entscheidungsprozess für Python herausnehmen möchte.

Einen Nachfolger will van Rossum nicht nominieren. Welche Form der Leitung das Python-Projekt nun annehmen sollte, liege gänzlich in den Händen der Community.

So what are you all going to do? Create a democracy? Anarchy? A dictatorship? A federation?

Guido van Rossum hatte Python 1989 als Hobby-Projekt gestartet, als Interpreter für eine einfache Skriptsprache für Unix/C Hacker. Von dort aus hat sich Python (der Legende nach stand bei der Namensgebung Monty Python’s Flying Circus Pate) als Teil des erweiterten LAMP Stacks etabliert (Linux, Apache, MySQL, Perl, Python & PHP) und gilt als eine der populärsten Programmiersprachen überhaupt. An Universitäten wird Python zunehmend als erste Lehrsprache eingesetzt, eine Renaissance erlebt Python derzeit zudem als präferierte Sprache der Machine-Learning-Community.

Was bedeutet das für Python?

Welche Auswirkungen der Rückzug van Rossums auf die Weiterentwicklung von Python haben wird, ist noch nicht abzusehen. Formal steht die Python Software Foundation hinter der Sprache, als deren Präsident allerdings auch Guido van Rossum fungiert.

In der konkreten Abwicklung gilt es vor allem zu klären, wie die Entscheidungen über neue Python-Sprachfeatures getroffen werden sollen und wer über die Aufnahme neuer Core-Entwickler bestimmt. In der täglichen Arbeit am Issue Tracker oder direkt in GitHub sieht van Rossum keinen akuten Handlungsbedarf.

I’m not worried about the day to day decisions in the issue tracker or on GitHub. Very rarely I get asked for an opinion, and usually it’s not actually important. So this can just be dealt with as it has always been.

Als Grund für den Rückzug vom Python-Projekt deutet van Rossum eine gewisse Enttäuschung über die Kontroversen zu PEP 572 an:

Now that PEP 572 is done, I don’t ever want to have to fight so hard for a PEP and find that so many people despise my decisions.

Außerdem scheinen gesundheitliche Gründe eine Rolle zu spielen, dass van Rossum sich eine „permanente Auszeit“ nimmt:

After all that’s eventually going to happen regardless — there’s still that bus lurking around the corner, and I’m not getting younger… (I’ll spare you the list of medical issues.)

Der Raum ist nun eröffnet für eine Formalisierung der Prozesse, wie wir es von anderen Sprachen wie PHP kennen. Ein Code of Conduct für Python existiert bereits. Van Rossum schlägt vor, diesen zu einer Art Konstitution der Python-Sprache auszuarbeiten. Doch welchen Weg die Python-Community nun einschlagen möchte, soll die Community selbst bestimmen:

I’ll still be here, but I’m trying to let you all figure something out for yourselves. I’m tired, and need a very long break.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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nonsens. das p in lamp steht nur für php und nicht für beliebige p* sprachen.