Native Unterstützung in Kubernetes

Prometheus: Erste Vollversion des Monitoring-Tools

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / WHYFRAME

Bei der Arbeit mit Containern ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Orchestrierungswerkzeuge reichern die Container-Technologie noch zusätzlich mit vielseitigen Möglichkeiten zum Skalieren und Kombinieren an, was das Monitoring nicht leichter macht. Für diesen Zweck wurde das Open-Source-Tool Prometheus erstellt, dessen kürzlich erschienene Version 1.0 nun endlich zur Serienreife taugt.

Hintergrund

Prometheus bietet zahlreiche Features, die für das Monitoring unablässig sind. Dazu gehören neben präzisem Alerting auch ein effizientes Storage-System. Auch der GUI-basierte Dashboard-Builder PromDash sowie zahlreiche Möglichkeiten zur Datenvisualisierung hat das Open-Source-Tool an Bord. Prometheus bietet zudem einen eingebauten Expression Browser und eine Grafana-Integration.

Die Funktionsweise des Monitoring-Tools ist recht typisch: Im Grunde speichert Prometheus sämtliche Daten als Zeitreihenanalyse, sogenannte time series. Diese Streams von Werten haben Zeitstempel und gehören jeweils zur gleichen Metrik und dem gleichen Set ausgezeichneter Dimensionen. Als Ergebnis von Abfragen kann Prometheus zudem temporär abgeleitete Zeitreihenanalysen erstellen.

Für die Visualisierung und das Monitoring von Daten ist Prometheus oft auf sogenannte Exporter angewiesen. Diese liefern existierende Metriken in passender Form an Prometheus, sodass das Monitoring-Tool sie nutzen kann. Offizielle Exporter gibt es unter anderem für AWS CloudWatch, Consul, Graphite, Mesos und MySQL. Für zahlreiche andere Produkte, wie etwa Jenkins, CouchDB oder Apache Zookeeper gibt es unabhängige Exporter.

PromDash / Quelle: Soundcloud

PromDash / Quelle: Soundcloud

Wer Kubernetes in Verbindung mit Prometheus nutzen möchte, hat Glück: Das Orchestrierungs-Tool von Google unterstützt Prometheus bereits nativ, sodass kein zusätzlicher Exporter nötig ist. Dies gilt zum Beispiel auch für Doorman, Kubernetes-Mesos und SkyDNS.

Ursprünglich wurde Prometheus bei Soundcloud entwickelt. Heute ist es allerdings auch bei vielen anderen Firmen und Unternehmen angekommen, so unter anderem bei Docker und CoreOS. Das Tool ist schon seit längerem unter der Apache-2-Lizenz auf GitHub veröffentlicht.

Prometheus 1.0 – Was ist neu?

Das aktuelle Update von Prometheus markiert, dank der stabilen Benutzeroberfläche und APIs, einen Meilenstein der Monitoring-Lösung. Für die Nutzer bedeutet das, dass nun bei Upgrades die Systeme, die auf dem Prometheus-API aufsetzen, nicht gefährdet sind. Zudem sollten Updates nun keine Re-Initialisierung des Speichers oder irgendwelche Deployment-Änderungen nach sich ziehen.

Stabil und Instabil

Für den Release Train 1.x können sämtliche Teile von Prometheus in stabil und instabil eingeteilt werden. Die stabilen Features werden sich in der gesamten 1.x-Serie nicht ändern, während die als instabil bezeichneten Teile des Monitoring-Tools noch verbessert oder angepasst werden können.

Zu den stabilen Features von Prometheus gehören unter anderem die Query-Sprache und das Datenmodell, außerdem die Regeln für Alerts und das Recording. Auch die Syntax und Semantik des Konsolen-Templates wird unverändert bleiben.

Als instabil gelten hingegen die Remote-Storage-Integrationen, also InfluxDB, OpenTSDB und Graphite. Diese wollen die Entwickler von Prometheus im Laufe des Release Trains durch ein generischeres und ausgereifteres API ersetzen. Dieses soll dann das Speichern von Proben in frei wählbaren Speichersystemen erlauben.

Die Architektur von Prometheus / Quelle: Prometheus

Die Architektur von Prometheus / Quelle: Prometheus

Ausblick

Version 1.0 oder der Release Train 1.x sind allerdings nicht das Ende der Fahnenstange, wie die Entwickler versichern. Trotz des bereits verfügbaren Funktionsumfanges gäbe es noch viele großartige Features, deren Implementierung geplant sei.

Unter anderem sind für die Zukunft eine persistente Langzeitspeicherung und Aktualisierungen des Alert-Managers angedacht. Auch Verbesserungen am internen Speichersystem und neue Features, die sich erst mit der Zeit und der Weiterentwicklung der Infrastruktur-Sparte ergeben werden, sind im Blick der Prometheus-Macher.

Weitere Informationen zum aktuellen Update gibt es auf dem Prometheus-Blog. Eine umfangreiche Dokumentation sowie die Möglichkeit zum Download gibt es auf der Webseite des Monitoring-Tools. Eine sehr detaillierte Zusammenfassung der Features ist auf dem Blog von Soundcloud zu finden.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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