Ist das Webframework am Ende?

Projekt Avatar: Oracle stoppt Entwicklung

Michael Thomas

© Shutterstock.com/ScandinavianStock

Oracles Projekt Avatar, das als reines HTML5-/JavaScript-Framework gestartet war, im Laufe der Zeit allerdings auch um eine serverseitige Node.js-Implementierung für die JVM (Avatar.js) sowie Java-EE-spezifischen Erweiterungen ergänzt wurde, ist offenbar am Ende.

Oracles Projekt Avatar, das als reines HTML5-/JavaScript-Framework gestartet war, im Laufe der Zeit allerdings auch um eine serverseitige Node.js-Implementierung für die JVM (Avatar.js) sowie Java-EE-spezifischen Erweiterungen ergänzt wurde, ist offenbar am Ende.

Nachdem es um das Projekt still geworden war – so gab es über ein halbes Jahr keinerlei Commits, abgesehen von Kommentaren und Tests, im öffentlichen Repository – hatten Vertreter von Oracle auf der JavaOne vergangenen Herbst noch von den Zukunftsplänen für Avatar 2.0 gesprochen. Doch all dies ist nun wohl Makulatur: Wie Oracle – wohl als Reaktion auf entsprechende Anfragen von Niko Köbler (Softwarearchitekt und Developer für Java- und JavaScript-(Enterprise-)Lösungen) – in einem Blogbeitrag bekannt gegeben hat, wurde die Entwicklung des Projekts auf absehbare Zeit gestoppt.

Bereits in der Vergangenheit waren Kompatibilitätsprobleme mit Node.js aufgetreten. Dazu kamen Performanceschwierigkeiten und ein mangelndes Interesse der Java-EE- und Node-Communities an Oracles Programmiermodell. Avatar 2.0 sollte sich deshalb auf die Node-Kompatibilität konzentrieren, in einer eigenen JVM laufen und gleichzeitig Java- und Java EE-Interoperabilität liefern. Als offiziellen Grund für den nun erfolgten Entwicklungsstopp führt Oracle an, dass die Funktionalität aller relevanten Dienste bereits direkt über RESTful-APIs gegeben sei.

Ob und wann es mit Avatar jemals weitergehen wird, lässt Oracle komplett offen. Es ist die Rede davon, die Entwicklung des Marktes und der Industrie eine Weile beobachten und die Situation im Anschluss neu bewerten zu wollen. Eine reichlich schwammige Aussage. Folgerichtig empfiehlt Köbler (bislang selbst Nutzer von Avatar und Avatar.js) jedem, der weiterhin Node.js-Apps in der JVM laufen lassen will, die Nutzung der von Red Hat entwickelten Alternative Nodyn.

Wer sich über Nodyn informieren möchte, wird im aktuellen Java Magazin fündig: Dieses enthält einen entsprechenden Beitrag von Niko Köbler.

Aufmacherbild: „Javascript concept blue background with blue text“ von shutterstock.com / Urheberrecht: ScandinavianStock

 

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Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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