Ein Interview mit Pamela Prosperi, Senior Software Engineer/ Teamleitung für Emulatoren und Simulatoren bei Sauce Labs.

Programmiersprachen im Check: „Die Syntax von Python ist glücklicherweise nicht allzu komplex“

Gabriela Motroc

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Programmiersprachen gibt es einige und ebenso viele Fragen dazu. Welche ist die Richtige, welche die Wichtigste für IT-Jobs und welche Herausforderungen gibt es bei der Auswahl? Darüber haben wir mit Pamela Prosperi gesprochen, Senior Software Engineer/ Teamleitung für Emulatoren und Simulatoren bei Sauce Labs.

JAXenter: Welche Programmiersprachen verwendest Du und warum?

Pamela Prosperi: Hauptsächlich Python. Bei Sauce Labs können wir die Entwicklungsumgebung jedoch frei wählen und sind nicht auf eine Sprache beschränkt. In unserem neuesten Tooling habe ich beispielsweise die Unterstützung für Golang eingebaut. Deshalb ist es schwer, diese Frage klar zu beantworten. Wir nutzen keine universelle Programmiersprache, sondern passen uns den Anforderungen des Projekts an. Unsere Projekte spannen sich über die gesamte Prozesslandschaft und erfordern verschiedene Expertisen. Wir arbeiten mit Android-Emulatoren, iOS-Simulatoren und einer ganzen Fülle von Betriebssystemen.

Ich selbst habe keinen Python-Hintergrund. Als ich zu Sauce Labs kam, wurde für die gesamte Entwicklung zu hundert Prozent Python verwendet. Also musste ich diese Programmiersprache erlernen. Andere Sprachen wie Node, Ruby und Golang kommen abhängig von den jeweiligen Projekten zum Einsatz. Da wir sehr eng mit dem Appium-Team zusammenarbeiten, verwenden wir für Android- und iOS-Geräte JavaScript.

JAXenter: Auf welche Herausforderungen bist Du bei der Auswahl dieser Sprachen gestoßen?

Zum Glück ist Python einfach und die Syntax ist nicht allzu komplex.

Pamela Prosperi: Meine Karriere begann im Web-Development. Dann kam ich zur Entwicklung von Native Mobile Apps – hauptsächlich für Android. Mit Java und JavaScript bin ich deshalb mehr als vertraut. Der Wechsel in meine jetzige Position war für mich eine Herausforderung, da es mehr um Backend und die Systeme geht.

Beim Schreiben von Backend- und Pipelinecodes wird man insbesondere damit konfrontiert, dass man nicht über die gleichen Funktionalitäten verfügt und unterschiedliche Prozesse verwenden muss. Zum Glück ist Python einfach und die Syntax ist nicht allzu komplex.

JAXenter: Welche Rolle spielt die Erfahrung mit Programmiersprachen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter? Setzt Du vorhandene Erfahrung voraus? Bietest Du Schulungen an?

Pamela Prosperi: Wir achten in unseren Ausschreibungen sehr genau darauf, wie die Anforderungen formuliert werden. Sauce Labs bemüht sich, viele verschiedene technische Hintergründe zu vereinen und davon zu profitieren. Insgesamt achten wir bei der Auswahl unserer neuen Mitarbeiter auf eine hohe Motivation und darauf, dass sie eine neue Dynamik ins Team bringen können. Dieses Rezept trägt dazu bei, dass sich unsere interne Kultur sehr gut entwickelt.

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JAXenter: Hattest Du im Laufe der Jahre Sprachmigrationen?

Pamela Prosperi: Ja, als ich vor vier Jahren zu Sauce Labs kam, schrieb ich in Python für unsere Real Device Cloud. Außerdem half ich bei der Entwicklung von nativen Android- und iOS-Apps, mit dem Ziel, Vorgänge zu automatisieren – beispielsweise das Anschließen von Geräten an ein WLAN, das Ändern von Einstellungen und das Erstellen von Appium-Automatisierungsskripten.

Nach einem Jahr, wechselte ich zur Virtual Device Cloud (Android-Emulatoren und iOS-Simulatoren). Dies erforderte einiges an tieferem Wissen, über die von uns betriebenen Systeme. Folglich musste ich vieles über Virtualisierung, Image-Erstellung und Pipelines lernen. Auch alternative Nutzungsmöglichkeiten von Dingen, die wir im Einsatz haben aber anders verwenden, waren mir neu.

JAXenter: Wirst Du Python auch weiterhin nutzen oder erwartest Du den Wechsel zu einer anderen Programmiersprache?

Die Technologie verändert sich so schnell. Und Entwickler müssen mit ihr mitwachsen, wenn sie weiterhin Lösungen bauen wollen.

Pamela Prosperi: Die Technologie verändert sich so schnell. Und Entwickler müssen mit ihr mitwachsen, wenn sie weiterhin Lösungen bauen wollen. Deshalb ist keine Programmiersprache unsterblich. Stets über die neuesten Trends von Technologien und Sprachen auf dem Laufenden zu sein, ist entscheidend in der Softwareentwicklung. Ich habe das Glück, dass Sauce Labs es mir erlaubt, meine Komfortzone immer wieder zu verlassen und dadurch zu erweitern.

JAXenter: Welche Sprachen werden unterstützt (sprich in welchen Sprachen sind die Unternehmens-Tools geschrieben) beziehungsweise nicht unterstützt?

Pamela Prosperi: Während das Hauptbackend bei Sauce Labs in Python geschrieben ist, wird unser Image Building mit Tools wie Packer und Jenkins mit Ansible Playbooks durchgeführt. Dazwischen gibt es einige Node- und Python-Skripte sowie Image-Tests in Ruby. Es wird also keinesfalls eintönig.

JAXenter: Hast Du einen Tipp für andere Programmierer?

Pamela Prosperi: Ich ermutige Entwickler sich beim Start eines neuen Projekts Zeit zu nehmen, die Optionen zu analysieren und sich für eine Sprache zu entscheiden, die sie normalerweise nicht verwenden. Nur wer seine Komfortzone hin und wieder verlässt, kann sich weiterentwickeln.

Über Pamela Prosperi
Pamela Prosperi arbeitet seit mehr als drei Jahren bei Sauce Labs. Sie ist Senior Software Engineer und leitet das Emulator- und Simulator-Projekt. Sie studierte Systemtechnik in Argentinien, begann ihre Karriere jedoch 2005 als freiberufliche Entwicklerin und arbeitete bereits während ihres Studiums an der Erstellung lokaler Websites. Im Jahr 2010 wechselte sie dann in die „Mobile“-Welt und schrieb hybride Apps mit Tools wie Phonegap. Seit jeher fokussierte sie sich auf Mobile und entwickelt heute native Apps, hauptsächlich für Android-Geräte.
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Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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2 Kommentare auf "Programmiersprachen im Check: „Die Syntax von Python ist glücklicherweise nicht allzu komplex“"

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Eraser
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Ok, wie viel hat Sauce Labs für diesen Werbeartikel bezahlt. eine viel eindeutigere Optimierung auf den Firmennamen und Python ist wohl kaum möglich…

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Node die Programmiersprache