Lach doch mal! :-)

Programmieren mit Smiley: „Lets SMILE together!“

Katharina Degenmann

© Shutterstock/ Yulia Glam

Was haben ein Smiley und die Entwicklerwelt gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts, könnte man meinen – wäre da nicht Smile, Emojicode und SMILE. Wir nutzen den Tag des Lächelns und zeigen, was die Entwicklerwelt an lächelnden Programmier-Technologien alles zu bieten hat.

Der 4. Oktober ist wohl einer der schönsten Tage, wenn es um kuriose Feiertage geht. Am 4. Oktober 1999 fand erstmals der weltweite Tag des Lächelns statt. Die Idee zum Tag liegt Harvey Ball zugrunde, der als Werbegrafiker aus Worcester, Massachusetts als Erfinder des „Smileys“ gilt.

Tag des Lächelns

Im Dezember 1963 sollte der US-amerikanischen Grafiker Harvey Ball einen Ansteckbutton für eine Versicherungsgesellschaft entwerfen, um so die Arbeiter zu motivieren. Also zeichnete er einen Kreis, malte ihn gelb aus, setzte noch zwei Punkte hinein und darunter ein Komma – der Smiley war geboren. Mit seinem Entwurf eines schwarz-gelben Smileys hatte der US-Amerikaner zugleich aber auch ein Symbol geschaffen, welches heute als Botschafter der Fröhlichkeit weltweite Bekannt- und Beliebtheit genießt.

Für seinen Entwurf erhielt Ball zwar 45 US-Dollar, doch aufgrund fehlender Urheberrechte verdiente er nichts mehr an dessen Weiterentwicklung. Nichtsdestotrotz beschäftigte er sich weiterhin mit dem Smiley und gründete die World Smile Corporation. Dabei kommen die verkauften Smiley-Produkte Kinderhilfsorganisationen in der ganzen Welt zugute. Dies veranlasste ihn zur Schaffung des heutigen World Smile Day, dem Tag des Lächelns, an dem seit 1999 jeder dazu aufgerufen ist, durch Freundlichkeit mindestens einen Mitmenschen zum Lächeln zu bringen.

Emojis in der Entwicklerwelt

Für manch einen Literaten und Sprachschützer sind sie, als Symptom dräuender Sprachverflachung, ein Graus: Emojis. Doch alles Toben hilft nicht, die kleinen Ideogramme sind derart im Mainstream verankert, dass eine Online-Kommunikation ohne sie kaum noch vorstellbar ist: Wo Worte nicht reichen, lass Emojis sprechen!

Und wie GitHubs State of the Octoverse Report zeigt, sind Emoijs auch unter Softwareentwicklern ziemlich beliebt. Egal ob Kommentare zu Issues oder Pull Requests, Entwickler bedienen sich gerne der verschiedenen Symbole.

Emojicode: Programmieren mit Emojis

Jeder Programmierer, der die Nutzung der kleinen Bildchen auf eine neue Stufe heben möchte, kann dies dank Emojicode tun: Die esoterische Programmiersprache verspricht ihren Nutzern, laut Selbstbeschreibung, plattformübergreifende Anwendungen (die Nutzung ist u. a. auf OS X-, Ubuntu-, Debian- und Raspbian-Systemen möglich) schreiben und dabei auch noch viel Spaß haben zu können.

Der Emojicode-Compiler kompiliert nur diejenigen Dateien auf korrekte Weise, die UTF8-kodiert sind. Sämtliche Namen von Typen, Methoden, Klassenmethoden und Initializern werden in Emojicode als Emojis ausgedrückt; Variablen können hingegen keine enthalten. Die Sprache bietet Optionals, Generics und Closures sowie ein gebrauchsfertiges Package-System, das einen Zugriff auf jeden Teil des Systems zulässt. Emojicodes gerade einmal 100 kB umfassende Real-Time Engine ist für die Ausführung des Bytecodes zuständig. Dabei ist sie darauf ausgelegt, Bytecode-Dateien so schnell wie irgend möglich zu laden und auszuführen. Eine Fehlerprüfung erfolgt dabei nicht – unsauberer Code kann also zu Abstürzen führen.

Programmiersprache Smile

Überdies gibt es auch eine Programmiersprache namens Smile. Smile ist eine funktionale, objektorientierte, dynamisch typisierte Programmiersprache mit einer flexiblen Syntax. Dabei orientierten sich die Entwickler an Lisp, Smalltalk sowie JavaScript und gestalteten sie genauso veränderbar und erweiterbar wie diese. Allerdings liest sich Smile eher wie Python oder Rubin.

SMILE : State Machine Interface Library

Und das soll es noch nicht gewesen sein: Das lachende Gesicht existiert auch als ein State Machine Interface Library für Experimente. SMILE zielt darauf ab, eine einfach zu bedienende Experimentierbibliothek zu erstellen, die ein Millisekunden genaues Timing ermöglicht. SMILE wurde so geschrieben, dass sich der Nutzer keine Sorgen um die Feinheiten des Timings, der Ereignisbehandlung oder der Datenprotokollierung machen muss.

Quelle: SMILE

Inspiriert vom Konzept einer State Machine speichert SMILE den aktuellen Status relevanter Eingabe-Ereignisse und leitet dann eine Aktion ein, die von einem vorgegebenen Regel-Set abhängt. Mit Unterstützung der Programmiersprache Python und dem Projekt Kivy, einem Modul zur Entwicklung von Videospielen, sei SMILE leistungsstark, flexibel und dennoch einfach zu bedienen.

Wer mehr über EmoojiCode, Smile oder SMILE erfahren möchte, findet alle Informationen auf GitHub. Ansonsten gilt: Einfach mal lachen!

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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