Programmieren als Schulfach in Australien

Programmieren lernen von klein auf

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/Monkey Business Images

Wie mehrere internationale Medien berichten, soll in Zukunft an australischen Schulen das Programmieren gelehrt werden: So kündigt der australische Bildungsminister Christopher Pyne in einer Pressemitteilung an, dass das neue Curriculum schon für Grundschulkinder Kurse in MINT-Fächern vorsieht.

Neben den klassischen Fächern wie Sprachen soll demnach auch Unterricht in MINT-Fächern angeboten werden, welcher den Schülern unter anderem eine Einführung in das Programmieren vermittelt. Der australische Bildungsminister Christopher Pyne bezeichnet dies als eine Chance, die Kinder auf eine „High-Tech-Zukunft“ vorzubereiten:

High quality school STEM education is critically important for Australia’s productivity and economic wellbeing, both now and into the future

Auch in Polen, Großbritannien und den Niederlanden wird Informatik in der Schule unterrichtet. So liegt Australien mit der Einführung des Programmierschulfachs anscheinend voll im Trend.

Wie wird der Nachwuchs in Deutschland gefördert?

An deutschen Schulen existieren zwar Informatik-AGs (bzw. Informatik als freiwilliges Wahlfach) und auch in Berufsschulen werden entsprechende Fächer angeboten. Ansonsten haben Kinder hierzulande aber nach wie vor nur überschaubare Berührungspunkte mit Technik und IT.

SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert laut einem Spiegel-Bericht ein Fach zu „ökonomischer Bildung“, welches eben auch technisches Basiswissen vermitteln soll. Wie der Spiegel zitiert, wisse Gabriel nämlich nicht „ob es wirklich so wichtig ist, Latein und Griechisch weiterhin zu können, oder ob vielleicht eine Programmiersprache dafür entscheidend ist, dass man in Zukunft die Welt versteht“. So fordert Gabriel, dass auch Programmiersprachen neben den natürlichen Sprachen als Fremdsprachen in das Curriculum aufgenommen werden.

IT-Wissen = Allgemeinwissen?

In einer Welt, die zunehmend von Technik-dominiert ist, sollte eine entsprechende Bildung des Nachwuchses aber eigentlich schon zum „erforderlichen“ Allgemeinwissen gehören, oder? Außerhalb der Schule gibt es daher auch in Deutschland einige Förderinitiativen, die interessierten Kindern eine Möglichkeit bieten, erst mal zu erfahren, was man durch einige Zeilen Code erschaffen kann.

So fördert beispielsweise Jugend hackt, ähnlich dem Konzept von „Jugend forscht“, seit 2013 die Kreativität junger Programmierer und zeigt ihnen, wie sie mithilfe offener Daten Anwendungen bauen, aber auch, wie sie Hardwareprojekte realisieren können.

Auch die Entstehung von PingUML zeigt das kreative Potential (zugegebenermaßen nicht mehr ganz) junger Entwickler auf: Eine Forschergruppe der Universität Duisburg-Essen hat im Rahmen eines Forschungsprojekts einen UML- Anfänger-Editor gebaut, der Einsteigern dabei helfen soll, Klassendiagramme zu erstellen. Auch diese Idee basiert auf der Idee, den Einstieg in das Programmieren zu erleichtern.

Eine von Die Welt in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass die befragten Eltern der Sekundarstufe 1 zwiegespalten sind: 47 % wünschen sich einen häufigeren Einsatz von Medien, während 53 % dies nicht erforderlich finden. Dabei scheint die Ausstattung eigentlich recht in Ordnung zu sein: 99 % der Befragten gaben nämlich an, dass ihre Schule einen PC zur Verfügung stelle, auch Notebooks und verschiedene Lernprogramme gehören schon häufig zum Repertoire moderner Schulen.

Was meinen Sie? Sollten Kinder schon im Grundschulalter das Programmieren lernen?

Aufmacherbild: Group Of High School Students In Class Using Laptops von Shutterstock / Urheberrecht: Monkey Business Images

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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