Praxistest beim telefonischen Vorstellungsgespräch

Eric Herrmann
©Shutterstock/Piotr_Marcinski

Das Projekt zieht sich in die Länge, Deadline ist aber in wenigen Wochen und schon wieder ist sicher, dass das nie was wird. Also muss Verstärkung heran. Doch bleibt auch nicht viel Zeit, den passenden Mitarbeiter zu finden. Schön wäre es, wenn man schon am ersten Tag den perfekten Kandidaten finden würde, der das Team verstärken kann, und dessen Art, Probleme zu lösen der Art der bisherigen Gruppe entspricht. Doch dafür müsste man ihm während des Lösens der Testaufgabe schon über die Schulter blicken und sehen, wie er arbeitet. Und das geht nicht, wenn jemand aus der Ferne interviewt werden soll.

Es gibt eine Lösung: CodePad wurde von Vincent Woo entwickelt und es liefert genau das: Nach dem Vorbild von Etherpad entwickelt, holt es die Arbeit des potenziellen Rekruten in Echtzeit auf den Bildschirm des Projektleiters. Letzterer schaut sich die Arbeit an und sieht gleich, ob der Neue offene Klammern übersieht, obwohl er in der Theorie gute Vorschläge zur Architektur gemacht hat. Das realistischere Feeling des Editors soll dem Vorstellungsgespräch mit CoderPad mehr Authentizität verleihen.

Der Service kostet freilich Geld. Während zwei Sitzungen pro Monat kostenlos sind, kostet das 20er-Paket 20 US-Dollar pro Monat, 300 kosten 200 US-Dollar. Spezielle Preise gibt es auf Anfrage. Unterstützt werden die Sprachen C, C#, C++, Clojure, CoffeeScript, Haskell, Java, JavaScript, Lua, PHP, Python, Ruby, Scala, Scheme. Zum Angebot gelangen Sie über CoderPad.io

Bild: „Businesswoman choosing worker“ Shutterstock; Urheberrecht: Piotr Marcinski

Geschrieben von
Eric Herrmann
Eric Herrmann
Eric Herrmann war von 2012 bis 2013 als Redakteur bei Software & Support Media tätig. Sein Themenschwerpunkt liegt bei Webtechnologien, insbesondere PHP und JavaScript. Vor seiner Zeit als Online-Redakteur hat er Wissenschaftsjournalismus (B. A.) an der Hochschule Darmstadt studiert.
Kommentare
  1. Heiner2013-07-04 10:45:11

    Ich zitiere mal:

    > Das Projekt zieht sich in die Länge, Deadline
    > ist aber in wenigen Wochen und schon wieder
    > ist sicher, dass das nie was wird.

    Schlimm, hat sich da jemand verschätzt oder
    taugen die Entwickler nichts?

    > Also muss Verstärkung heran.
    > Doch bleibt auch nicht viel Zeit, den
    > passenden Mitarbeiter zu finden.

    Ja, klar, das ist dann eben so.

    > Schön wäre es, wenn man schon
    > am ersten Tag den perfekten Kandidaten
    > finden würde, der das Team verstärken kann,
    > und dessen Art, Probleme zu lösen der Art
    > der bisherigen Gruppe entspricht.

    Also einen Kandidaten finden,
    der noch mehr Verzögerung
    erzeugt.

    Warum braucht man dann so ein Tool?

    Fragt einfach nach gescheiterten Projekten.
    eventuell hilft auch ein Verbot des ordentlichen
    Arbeitens.

    Ich finde es schon toll, wenn sich Leute, die
    ein Projekt versemmelt haben, sich
    anmassen Bewerber zu beurteilen.

  2. Florian S.2013-07-15 12:30:18

    Hach ja, jetzt ist Brooks's Law beinahe schon 40 Jahre alt und trotzdem hört und liest man noch von sowas.

    In dem hier dargestellten Fall, sollte wohl eher der Zeitrahmen oder aber der gelieferte Funktionsumfang zur Debatte stehen... (oder besser noch der Projektleiter ;) )

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.