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Planet Android: Verschlüsselung in Android P und das Huawei P20 nimmt Gestalt an

Carina Schipper
Planet Android

 © S&S Media

Seit etwa einer Woche dürfen Entwickler durch die Developers Preview einen ersten Blick auf Android P werfen. Mit Android P wird sich Verschiedenes ändern, keine Frage. Auf Planet Android berichten wir diesmal, was sich mit der neuen Android-Version in Sachen Sicherheit und Verschlüsselung tut. Daneben schauen wir uns an, welche mehr oder weniger bestätigten Gerüchte zu Huaweis neuem Flaggschiff P20 aktuell in der Szene die Runde machen.

Kryptographie-Änderungen in Android P

Die Developers Preview von Android P lässt schon etwas erahnen, welche Änderungen und Neuerungen in der nächsten Android-Version auf Entwickler und am Ende auch Nutzer zukommen. Was das Thema Verschlüsselung angeht, steht ebenfalls einiges an. Ab Android P plant Google, einige Funktionen des BC-Providers abzulehnen, die vom AndroidOpenSSL-Provider (auch bekannt als Conscrypt) dupliziert werden. Das betrifft lediglich Anwendungen, die beim Aufruf von getInstance()-Methoden explizit den BC-Provider angeben. „Wir tun dies nicht, weil wir uns um die Sicherheit der Implementierungen des BC-Anbieters sorgen, sondern weil doppelte Funktionalität zusätzliche Kosten und Risiken mit sich bringt, gleichzeitig aber nicht viel Nutzen“, erklärt das Android-Team.

Für Entwickler, die in ihren getInstance()-Aufrufen keinen Provider angeben, sind keine Änderungen erforderlich. Für alle anderen, die den Provider mit Namen oder Instanz angeben, gilt: Das Verhalten in Android P hängt davon ab, auf welchem API-Level die Applikationsziele liegen. Bei Apps, die einen API-Level vor P haben, gibt der Aufruf die BC-Implementierung zurück und protokolliert eine Warnung im Application Log. Für Apps, die auf Android P oder höher zielen, wird der Aufruf NoSuchAlgorithmException auslösen. In einem späteren Android-Release will Google die veraltete Funktionalität vollständig aus dem BC-Provider streichen. Einmal entfernt, wird jeder Aufruf, der diese Funktionalität vom BC-Provider anfordert (ob mit Namen oder Instanz), NoSuchAlgorithmException auslösen.

Lesen Sie auch: Planet Android: Rise of the Notch und ein Ausblick auf Android P

Der Crypto-Provider ist schon seit Android Nougat veraltet. Seitdem würde jede Anfrage für den Crypto-Anbieter durch eine App, die auf API 23 (Marshmallow) oder früher abzielt, erfolgreich sein, aber Anfragen durch Anwendungen, die auf API 24 (Nougat) oder später abzielen, würden fehlschlagen. Android P wird nun das endgültige Aus für den Crypto-Anbieter bringen. Jeder Aufruf von SecureRandom.getInstance(„SHA1PRNG“, „Crypto“) löst dann eine NoSuchProviderException aus.

iPhone ich hör dir trapsen

Ähnlichkeiten zum iPhone X lassen sich nicht abstreiten | Quelle: Twitter

Noch sind das Huawei P20 und seine Verwandten P20 Lite und Pro nicht auf dem Markt. Wir müssen uns noch ein wenig gedulden, bis Huawei die Nachfolger des P10 der Welt präsentiert. Am 27. März wird es dann im Grand Palais in Paris so weit sein. Die Gerüchteküche um das neue Smartphone brodelt natürlich schon ordentlich. Mobile Reporter Evan Blass (@evleaks) beispielsweise versorgt die Twitter Community fleißig mit Bildern des P20 und allem, was bis jetzt sonst über das P20 und Co. durchgesickert ist.

Was das Design des neuen Huawei-Flagschiffs angeht, dürfte der ein oder andere sich wohl an Apples iPhone X erinnert fühlen. Die These, es bestehe eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den beiden Smartphones, ist sicherlich nicht allzu weit hergeholt. Die Vermutung, dass Huawei scheinbar auch auf den Notch setzt, macht es nicht wirklich besser. Die fiesen Balken in der Mitte des oberen Displayrands kommen noch nicht einmal bei Apple-Fans wirklich gut an. Evan Blass’ kleine Twitter-Umfrage dazu fällt recht eindeutig aus. Rund zwei Drittel der über 11.000 Teilnehmer können gut und gerne auf Notches verzichten.

Notches kommen nicht gut an | Quelle: Twitter

Um Gesichtserkennung umsetzen zu können, kommen weder Apple noch Huawei um die Displayaussparungen herum. Laut xda-developers.com und WinFuture dringen inzwischen immer mehr technische Details zum Huawei P20 an die Öffentlichkeit. Während das P20 Pro mit einem OLED-Bildschirm glänzen soll, hat das P20 ein LCD-Display im Gepäck. In beiden Smartphones soll der HiSilicon Kirin 970 SoC verbaut sein.

 Resonanz Audio wird Open Source

Die Akustik im Kino oder im heimischen Wohnzimmer via Surround-Anlage kennen wir alle. Fliegt beispielsweise ein Flugzeug von rechts ins Bild, kommt auch der dazugehörige Ton von rechts. Räumliche Audiosignale geben dem Zuschauer das Gefühl, mitten drin im Geschehen zu sein. Gerade was VR oder AR angeht, spielt die richtige Akustik eine wichtige Rolle. Unabhängig von der Display-Hardware ermöglicht die räumliche Audiowiedergabe, Geräusche aus der ganzen Umgebung zu hören. Googles Resonace Audio dient Entwicklern dazu, räumliche Akustik in ihre Apps zu integrieren. Zu den Beispielen gehören Apps wie Pixars Coco VR für Gear VR, Disneys Star WarsTM: Jedi Challenges AR App für Android und iOS und Runaways Flutter VR für Daydream, die alle mit Resonance Audio Technologie arbeiten.

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Community getriebene Entwicklung

Jetzt will Google die Entwickler-Community mit ins Boot holen, um die die Akzeptanz der immersiven Audiotechnologie zu beschleunigen und Resonance Audio voranzutreiben. Der Konzern hat hierfür ein Open-Source-Raumaudioprojekt unter Apache 2.0-Lizenz ins Leben gerufen, das für Mobile- und Desktop-Computing optimiert ist. Entwicklern steht eine Referenzimplementierung von YouTubes Ambisonic-basiertem Raumaudiodecoder zur Verfügung. Sie erlaubt es, Ambisonic-Inhalte problemlos in VR-Medien und anderen Anwendungen zu rendern und gleichzeitig von Ambisonics, einem lizenzfreien Modell, zu profitieren. Das Projekt enthält daneben Kodierungs-, Schallfeldmanipulations- und Dekodierungstechniken sowie Head Related Transfer Functions (HRTFs). Zusätzlich öffnet Google seine gesamte Bibliothek mit hochoptimierten DSP-Klassen und -Funktionen für alle. Dazu zählen Resampler, Convolver, Filter, Delay-Lines und andere DSP-Fähigkeiten. Schließlich können Entwickler nun auch den Spectral Reverb von Resonance Audio, einen Reverb-Effekt mit konstanter Komplexität, in ihren eigenen Projekten einsetzen. Näheres zu Resonance Audio liefert die offizielle Dokumentation. Der Source Code findet sich auf GitHub.

Videochat kommt in Messenger Lite an

Social Media und Nachrichten über Messenger verschicken ist zweifellos ein fester Alltagsbestandteil vieler. Laut ARD/ZDF-Onlinestudie von 2017 nutzen in Deutschland täglich 13 Millionen Facebook. 17 Milliarden Mal haben Nutzer im Jahr 2017 die Videochat-Funktion des Facebook Messenger verwendet. Die Zahl sei doppelt so hoch wie im Vorjahr, so Facebook. Videochat ist bliebt, keine Frage. Bis jetzt stand er allerdings nicht allen Usern der Messaging App von Facebook zur Verfügung. Messenger-Lite-Nutzer hatten das Nachsehen, doch damit ist nun Schluss. Lite ist der „kleine Bruder“ des Messenger und enthält nur die Kernfunktionen der App. Dadurch können auch Besitzer älterer Smartphones Nachrichten via Messenger verschicken. Zusätzlich kommt Lite auch mit einer langsameren Internetverbindung klar. Facebook hat, wahrscheinlich sehr zur Freude unzähliger Nutzer, endlich die Lücke im Funktionsangebot des Messenger Lite geschlossen und auch den Videochat in die App integriert.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

Geschrieben von
Carina Schipper
Carina Schipper
Carina Schipper ist seit 2017 Redakteurin beim Java Magazin, Business Technology und JAXenter. Sie hat Germanistik und Europäische Ethnologie / Volkskunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert.
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