Neues vom Androiden Planeten

Planet Android: Nicht nur Androiden sind grün und Smartphones ohne smart

Marcel Richters
Planet Android

Google will mit einer neuen App auch erwachsenen Anfängern das Coden näher bringen – und zwar sozusagen im Vorbeigehen. Außerdem dürfen Entwickler bald mit Android Things loslegen und von Samsung gibt es in Kürze ein Smartphone, das gar nicht mal sooo smart ist.

Über die Codezeilen hüpfen

Unseren Lesern müssen wir es wohl nicht erklären, bei vielen anderen Menschen scheint es aber noch nicht angekommen zu sein, doch die Wahrheit ist: Coden ist großartig. Und darum gibt es ja auch diverse Angebote, mit denen schon die Jüngsten fürs Schreiben von Programmen begeistert werden sollen. Wer aber schon ein wenig Lebenserfahrung gesammelt hat, tut sich da oft schwer. Google will das ändern und hat mit Grasshopper ein Handyspiel veröffentlich, mit dem auch Erwachsene einfach und verständlich Coden lernen können.

Ob groß, klein, mit oder ohne Kinder – Grasshopper soll alle fürs Coden begeistern. Quelle: Google

Der besondere Vorteil: Mit dem Spiel lässt sich nebenbei lernen. Denn in einer Umfrage hat Google herausgefunden, dass die meisten Menschen wieder vom Coden ablassen, weil ihnen die Zeit fehlt. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Ob bei der morgendlichen Bahnfahrt oder abends auf der Couch: Wer programmieren lernen will, kann das jetzt tun.

Natürlich wird mit Grasshopper niemand von jetzt auf gleich zum Profi. Dafür ist die App aber auch nicht gedacht, erklärt Laura Holmes, Senior Produktmanagerin bei Google. Vielmehr ginge es darum, diejenigen zu erreichen, die bisher noch gar keine Ahnung vom Coden haben. Sie können das jetzt mit Grasshopper und JavaScript lernen. Wir gehen davon aus, dass unsere Leser schon Ahnung vom Programmieren haben, aber: Geben Sie Ihren Liebsten doch mal einen Tipp.

Das mit Android ist so ein Ding…

Android ist schon lange nicht mehr an Smartphones gebunden, jetzt steht Google kurz davor, noch einen wichtigen Schritt weiter zu gehen. Mit Android Things hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, das Internet of Things aufzumischen und setzt dabei auf namhafte Partner wie Lenovo, LG und iHome. Von stimmaktivierten Lautsprechern bis zu smarten Displays dürfen wir uns auf einige neue Hardware freuen, mit der Google künftig unsere Nutzerdaten sammelt.

Damit auch Entwickler fleißig an Android Things mitarbeiten können, hat Google jetzt den letzten Release Candidate vor der finalen Version vorgestellt. Das SDK ist nach Angaben von Google vollständig und auch die API-Oberfläche soll sich vor dem Stable Release nicht mehr verändern.

Mit dem finalen Release Candidate kommen auch noch einige Neuerungen für Android Things:

  • Verbessertes Over-the-Air-Konzept: OTA-Builds können zurückgezogen werden, beispielsweise wenn sich bei deren Nutzung Probleme ergeben.
  • Visualisiertes Speicherlayout: Der zugeteilte Speicher lässt sich für verschiedene Apps und Builds konfigurieren, außerdem wird ersichtlich, wie viel Speicher eine App oder ein Build benötigt.
  • Schrift- und Lokalisierungskontrolle: Für Builds kann festgelegt werden, welche Schriften und Lokalisierungen sie unterstützen.
  • Teilen in Gruppen: Produkte können jetzt auch mit Google Groups genutzt werden.

Mit einer neuen App-Bibliothek sollen sich APKs einfacher managen lassen, ohne dass sie zusammengepackt werden müssen. Individuelle Versionen und Review-Erlaubnisse lassen sich nachverfolgen und Apps mit anderen Nutzern einer Konsole teilen.

Außerdem haben Entwickler jetzt mehr Kontrolle darüber, welche Zugriffsrechte Apps gewährt werden. Standardmäßig bietet Android Things Zugriff auf alle Rechte. Mit der -g-Flag im adb install können Entwickler dieses Verhalten von Apps ebenfalls einstellen. Um auszuprobieren, wie eine App reagiert, wenn bestimmte Zugriffe entzogen werden, kann das pm-Kommando genutzt werden:

$ adb shell pm [grant|revoke] <permission-name> ...

Um Apps zu starten – wie es beim Hochfahren eines IoT-Geräts notwendig ist – war bisher ein eigener IOT_Launcher notwendig. Mit der aktuellen Version von Android Things wird diese Kategorie durch CATEGORY_HOME ersetzt:

<activity android:name=".HomeActivity">
    ...

    <!-- Launch activity automatically on boot, relaunch on termination. -->
    <intent-filter>
        <action android:name="android.intent.action.MAIN"/>
        <category android:name="android.intent.category.HOME"/>
        <category android:name="android.intent.category.DEFAULT"/>
    </intent-filter>
</activity>

Apps, die noch den IOT_Launcher nutzen, müssen entsprechend geupdatet werden.

Da Google wie immer um Feedback bittet, ist wohl davon auszugehen, dass es noch Neuerungen und Änderungen vor der Veröffentlichung der finalen Version von Android Things geben wird. Aber das Versprechen von Google steht: Keine Breaking Changes am API mehr. Alle Infos zur fast finalen Version gibt es in den Release Notes.

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Wer braucht schon dieses „Internet“?

„Kann man damit auch telefonieren?“ – Insbesondere in den Anfangszeiten der Smartphonenutzung war diese wahnsinnig lustige Frage sehr beliebt, wenn ein Handy auf einmal mehr konnte als – naja, telefonieren eben. Samsung hat den Spieß jetzt umgedreht und ein Smartphone veröffentlicht, mit dem alles andere nicht geht, sondern nur telefonieren. Zumindest wenn sich „alles Andere“ auf das Internet bezieht. Denn das Galaxy J2 hat keinerlei Anbindung an das World Wide Web. Weder mobil noch über WLAN.

Sieht harmlos aus, ist es auch: Das Galaxy J2. Quelle: Samsung

Jetzt stellt sich die berechtigte Frage, wofür sich Samsung so etwas ausgedacht hat. Vor allem, weil die Komponenten zwar verbaut sind, aber per Software deaktiviert wurden. Der Grund ist so speziell wie das Handymodell selber und nennt sich Suneung (수능). Denken Sie zurück an Ihre letzte Prüfung. Angst gehabt? Nicht so sehr wie die jungen Koreaner, die jedes Jahr die Suneung, die achtstündige Universitätseignungsprüfung, bestehen müssen. Garantiert nicht. Denn der manchmal bis zu 16 Stunden lange Schulalltag läuft nur auf diese eine Prüfung hinaus – und für das Lernen für diese Prüfung darf es keine Ablenkung geben! Besonders nicht durch Smartphones.

Kein Instagram, kein Facebook, kein WhatsApp oder what so ever. Andere Funktionen lassen sich dann zwar auch nicht nutzen, aber wer braucht mehr als Telefonieren, SMS und eine Übersetzungsapp Koreanisch-Englisch? Jedenfalls nicht, wer was werden will im koreanischen Bildungssystem. Da lohnen sich dann hoffentlich auch die 150€, für die das Gerät nur auf dem koreanischen Markt angeboten wird.

Geschrieben von
Marcel Richters
Marcel Richters
Marcel hat Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert und danach als E-Commerce-Manager gearbeitet. Seit Februar 2018 unterstützt er das Team von JAXenter als Redakteur. Daneben arbeitet er als freier Journalist in der Mainmetropole.
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