Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Kopfhörer mit integriertem Sprachassistenten, Oreo-Updates für betagte Smartphones & die Rückkehr der Blobs

Carina Schipper

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Lautsprecher mit Sprachassistenten auszustatten ist nicht unbedingt ein brandneuer Trend. Google springt auf den aktuellen Zug auf und arbeitet an Kopfhörern mit integriertem Google Assistant. Zusätzlich werfen wir einen Blick auf Smartphones, die schön ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel haben und auf denen dank Linage OS 15 trotzdem Android Oreo läuft. Schließlich geht es dann auch noch um womöglich ausgestorbene Emojis.

Googles gesprächige Kopfhörer

Schon vor ein paar Wochen entdeckte 9to5google einige verräterische Codezeilen in der Google APK. Das Headset mit integriertem Assitant, an dem Google aktuell fleißig bastelt, trägt wohl den Codenamen Bisto. Jetzt sind zusätzliche Codezeilen aufgetaucht, die die Gerüchteküche weiter anheizen, und insgesamt drei Produkte innerhalb des Bisto-Projekts erahnen lassen:

<string name=“GsaPrefs.Bisto__baywolf_ota_system_version”></string>

<string name=“GsaPrefs.Bisto__apollo_ota_system_version”></string>

<string name=“GsaPrefs.Bisto__scout_ota_system_version”></string>

Wie sich an den Namen Baywolf, Apollo und Scout leicht ablesen lässt, werden wahrscheinlich alle Produkte via OTA Firmware-Updates erhalten. Das ist keine große Überraschung. Inzwischen nutzen immer mehr Hersteller dieses Prinzip. Google allerdings scheint in diesem Zusammenhang auf eine eigenständige App für die Kopfhörer verzichten zu wollen und integriert die OTA-Update-Funktion in die Google App. Die Google App für iOS liefert Informationen bezüglich Funktion und Aussehen der künftigen, gesprächigen Kopfhörer. Ein Codeschnipsel weist explizit auf einen Assistant-Knopf hin. Drückt der Nutzer darauf, kann er sich Nachrichten während eines Zeitfensters von einer Stunde nach Eingang vorlesen lassen. 

<string>Just so you know, you can listen to your notifications for up to an hour. To hear them, press the Google Assistant button.</string>

Innerhalb der iOS-App verstecken sich ebenfalls mehrere Grafiken, die das Aussehen der smarten Google-Kopfhörer illustrieren. Alles deutet auf eine Over- oder On-Ear-Version hin, bei der der Knopf für Google Assistant alleine auf einer Seite und weitere Steuerungselemente auf der anderen Seite sitzen.

Wie lange es bis zum Google-Kopfhörer-Release noch dauern wird und welchen Hersteller sich das Unternehmen für die Produktion aussucht, steht allerdings noch in den Sternen.

Android Oreo auch für Smartphone-Senioren

Viele werden das Problem kennen: Das smarte Mobiltelefon gerade mal ein paar Jahre alt, hat womöglich die geplante Obsoleszenz erfolgreich überstanden und dann gibt es plötzlich keine Softwareaktualisierungen mehr. Lineage OS 15 heißt die Android-8-Oreo-basierte Ausgabe des beliebten Custom-ROMs. Die XDA-Community stelle vorläufige Builds zum Download und zur Installation für Smartphones bereit, die vom Hersteller noch kein offizielles Oreo-Update erhalten haben, oder die es gar nie bekommen werden, meldete Androidpit diese Woche. Lineage OS 15 sei noch nicht fertig, lasse sich aber in Quellcode-Form herunterladen und gerätespezifisch kompilieren, heißt es.  Die XDA-Communitiy präsentiert auf ihrer Webseite zu diesem Zweck eine Liste inoffizieller Oreo-Ports. Allerdings hat diese unfertige Version des Oreo-Updates einen Haken – den Communitiy-Builds mangelt es an Stabilität und einige Features fehlen. Für den Alltag ist Lineage OS 15 also definitiv nichts. App-Entwickler können jedoch das fast vergessene Zweit-Smartphone aus der Schublade hervorkramen und mithilfe der Portierungen Tests mit Android-Oreo außerhalb der virtuellen Testumgebung ausführen. Ein Termin für die offizielle Veröffentlichung von Linage OS 15 auf Basis von Android 8.0 Oreo steht noch nicht fest. 

Lesen Sie auch: Android 8.0 Oreo ist da: Was jetzt für Entwickler wichtig ist

Rettet die Blobs!

Blobmojis oder einfach Blobs erfreuten sich wirklich großer Beliebtheit. Doch dann hat Google einen wahrlich schwerwiegenden Fehler begangen und besaß die Frechheit, die kleinen Monster im Zuge von Android Oreo einfach zu streichen. An ihre Stelle treten mehr am Standard orientierte Emojis. Natürlich verfiel die Blob-Fangemeinde angesichts dieses Schritts nicht gerade in hemmungslose Begeisterung und rebellierte. Wirklich zurückkommen werden die Blobmojis wohl trotzdem nicht. Allerdings denkt Google über eine Alternative nach, mit der alle leben können. Möglicherweise wird die nächste Android-Version eine globale Emoji-Einstellung im Gepäck haben.

Laut GoogleWatchBlog wird in einem Issue Tracker über die Wiedereinführung der Blobs diskutiert. Diese Vorgehensweise würde bei den Android-Entwicklern normalerweise eher auf taube Ohren stoßen, heißt es. Doch statt das Thema einfach zu schließen oder auf sich beruhen zu lassen, hat Google eine interessante Variante verkündet: Man wird sich das Thema für eine zukünftige Version aufheben und hält es nun erst einmal offen, statt es dauerhaft zu schließen und das Thema damit zu beenden, so der Blog. 

Android-Nutzer kommen Bluetooth-Schwachstelle per App auf die Schliche

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat mal wieder eine Sicherheitswarnung ausgegeben. Diesmal geht es um eine Schwachstelle in Bluetooth-Treibern, die den Namen BlueBorn trägt. „Über fünf Milliarden Geräte mit Bluetooth-Funktion sind von mehreren Sicherheitslücken betroffen, die potentiellen Angreifern die vollständige Kontrolle über das Gerät ermöglichen. […]Die Schwachstellen können mit einer Wurmfunktionalität ausgenutzt werden, die eine automatische Weiterverbreitung von Schadcode ermöglicht.“, schrieb das BSI am Mittwoch. Cyberkriminelle könnten sich der Lücke bedienen, um durch Man-in-the-Middle-Attacken, unter anderem bei Übertragungen via Bluetooth von einer Tastatur oder einem Headset, Daten mitzuschneiden. Das klingt natürlich nicht gut. Manche Hersteller hätten bereits Sicherheits-Updates ausgegeben, um BlueBorne zu eliminieren, so das BSI.

Android-Nutzer haben in diesem Fall die besten Karten, die Sicherheitslücke möglichst schnell loszuwerden, das sie in der Lage sind, herauszufinden, ob ihr Gerät angreifbar ist. Mithilfe einer von BlueBorn-Entdecker Armis entwickelten App lässt sich genau das überprüfen. Der BlueBorne Vulnerability Scanner lässt sich bei Google Play herunterladen. Allerdings gibt er lediglich Auskunft darüber, ob sich das verwendete Gerät als sicher oder unsicher einstufen lässt. Ein ausführliches Protokoll oder eine Log-Datei des Scans suchen erste Nutzer derzeit vergeblich.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

Geschrieben von
Carina Schipper
Carina Schipper
Carina Schipper ist seit 2017 Redakteurin beim Java Magazin, Business Technology und JAXenter. Sie hat Germanistik und Europäische Ethnologie / Volkskunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert.
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