Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Sicherheitslücke HummingBad, Benchmark-Test von AnTuTu und neue Android-Geräte von BlackBerry

Kypriani Sinaris
Planet Android

Manchmal entscheidet das Design. Ansprechendes Marketing kann auch locken. Doch was ein Smartphone auf jeden Fall können muss, ist: performen! AnTuTu hat die Ergebnisse seines aktuellen Benchmark-Tests veröffentlicht, der zeigt: Chinesische Geräte haben aufgeholt. Außerdem: Die aktuelle Sicherheitslücke HummingBad, Android Nougat und BlackBerrys geplante Android-Geräte Neon, Argon und Mercury.

AnTuTu Benchmark-Test: Platz 1 fürs OnePlus 3

Sie stehen kurz vor dem Smartphone-Kauf, wissen aber noch nicht, welches es werden soll? Vielleicht hilft Ihnen der aktuelle AnTuTu Benchmark-Test. Lässt man das Design, die Kamera und Co. mal außen vor und beschränkt sich bei seiner Auswahl auf die – nicht unbedeutende – Performance, dann sind das OnePlus 3, das Vivo Xplay5 Elite und das LeEco Max2 nicht nur die richtige Wahl, sondern auch wahre Schnapper. Zumindest das OnePlus 3 und das LeEco Max2 liegen unter 450 €, das Vivo Xplay5 Elite ist mit ca 600 € das teuerste der Geräte.

Hierzulande etwas bekanntere Hersteller wie Samsung oder Apple finden sich auf Platz sechs und sieben des Rankings. Bei OnePlus und LeEco handelt es sich um chinesische Hersteller, Vivo ist ein Smartphone-Hersteller aus Brasilien. Vorbei also die Zeiten, in denen man Geräte „kleinerer“ Marken in die Schublade „Billiggerät“ stecken konnte. An dieser Stelle vermisst man aber Hersteller wie Huawei oder LG ein bisschen, schließlich feuerten diese in der letzten Zeit einige Top-Geräte auf den Markt.

Safety first!

Sicherheitslücken tauchen immer wieder auf. Sie gehören ja schon irgendwie dazu – an der Software arbeiten ja auch nur Menschen. Sie erinnern sich vielleicht an Stagefright, das Ende letzten Jahres für Furore sorgte. Hier reichte eine MMS mit integriertem Video oder die Manipulation einer Videodatei im MP4-Format aus, um das gleichnamige Multimedia-Framework zum Absturz zu bringen.

Der Blogger und Security-Experte Gal Beniamini hat nun in einem Blogpost gezeigt, wie man Geräte mit einem Qualcomm-Prozessor hacken kann. Er zeigt, wie er sich Zugriff auf den Device Encryption Key eines Geräts via Brute-Force-Angriff verschafft. Der Code ist nicht nur im Blogpost, sondern auch auf GitHub einsehbar. Ist das trivial? Nein. Ein solcher Zugriff sollte eigentlich nicht möglich sein. Beniamini kommentiert:

I hope that by shedding light on the subject, this research will motivate OEMs and Google to come together and think of a more robust solution for FDE. I realise that in the Android ecosystem this is harder to guarantee, due to the multitude of OEMs. However, I believe a concentrated effort on both sides can help the next generation of Android devices be truly „uncrackable“.

Und eine weitere Sicherheitslücke macht noch größere Schlagzeilen: Hinter dem Namen HummingBad verbirgt sich Malware, die es auf Root-Zugriff abgesehen hat. Wenn dieser nicht erreicht werden kann, taucht HummingBad auch als falsche Update Notification auf.

Check Point hat die Sicherheitslücke schon im Februar entdeckt – kalter Kaffe ist sie trotzdem nicht. Fast 10 Millionen Geräte sind Berichten zufolge infiziert. Und die Zahl betroffener Geräte ist in den vergangenen Wochen signifikant gestiegen. Hinter HummingBad stecken Entwickler von Yingmob, einem chinesischen Werbenetzwerk. Und das ist es auch, was HumingBad macht: Auf infizierten Geräten werden Werbeanzeigen ausgespielt und Klicks darauf generiert,  mit denen das Unternehmen Geld verdient. Die meisten der infizierten Geräte sind in China und Indien verortet, die Malware breitet sich aber auch außerhalb Asiens aus.

N steht für Nougat

In der vergangenen Woche war es endlich soweit: Google hat den Namen der neuen Android-Version enthüllt. Android „Nougat“ hat im Spätsommer dieses Jahres die Entwickler-Reviews hinter sich gelassen haben und liegt bereits in der endgültigen Version vor. Wir haben die wichtgsten Features noch einmal für Sie zusammengefasst. Hier erfahren Sie übrigens auch, was der Unterschied zwischen hellem Nougat – der auch die neuste Android-Figur im Google-Vorgarten ziert – und seinem dunklen Pendant, dem kakaohaltigen Nougat ist.

Endlich: Nexus Smartwatches in Planung

Die gut informierten Kollegen von Android Police berichten, dass Google an zwei Nexus-Smartwatches arbeitet. Codenamen sind Angelfish und Swordfish. Die Uhren sollen sich in Format und Funktionsumfang unterscheiden: ein etwas größeres Modell mit mehr Features und eine kleinere, schlichtere Variante. Der Quelle zufolge sollen beide Uhren mit einem runden Display ausgestattet sein. Angelfish soll einen Durchmesser von 45, 5 mm haben, die kleinere Swordfish-Uhr 42 mm. Wie sich die Uhren technisch unterscheiden, ist nicht ganz klar. Wie Android Police berichtet, soll Swordfish aber ohne LTE oder GPS auskommen, Angelfish dagegen soll mit diesen Features die eigenständigere Uhr von beiden sein.

Blackberry – neue Wege oder der Kampf ums Überleben

BlackBerry stellt die Produktion seines Modells BlackBerry Classic ein. Stattdessen blickt das Unternehmen in die Zukunft – wie soll es auch anders, in Anbetracht seiner moderaten Verkaufszahlen. Drei neue Android-Modelle sind momentan in Planung, so Insider-Informationen von Venture Beat. Codenamen sind Neon, Argon und Mercury. Folgende Details will das Portal bereits kennen:

BlackBerry Neon: Dieses soll das erste Gerät sein, das der kanadische Hersteller auf den Markt bringen will. Ausgestattet mit einem Aluminium-umrahmten 5,2 Zoll Touchscreen und einem Snapdragon 617 soll es außerdem 3 GB RAM und 16 GB Speicherplatz mitbringen. Außerdem: eine 13 MP Kamera hinten und eine 8 MP Selfie-Kamera.

BlackBerry Argon: Dieses Gerät wird für Oktober erwartet. An Bildschirmdiagonal wurde ihm mit 5,5 Zoll ein Hauch mehr spendiert. Und auch unter der Haube ist etwas mehr los als beim BlackBerry Neon: Hier stehen 4 GB RAM und 32 GB Speicher auf dem Plan. Denn das Gerät richtet sich den ersten Angaben zufolge eher an die – für BlackBerry typischen – Businesskunden.

BlackBerry Mercury: Jetzt aber: Das dritte und letzte Modell der momentan geplanten Android-Geräte soll die für BlackBerry so typische physische Tastatur erhalten. Diese soll nicht wie beim Priv einziehbar sein. Um die Maße des Geräts nicht zu sprengen, hat dessen Display mit 4.5 Zoll etwas kleinere Abmessung als bei den anderen Geräten. Mit 3 GB RAM und 32 GB Speicherplatz liegt es zwischen dem Neon und Argon.

Es kommen also zwei neue Android-Geräte von BlackBerry auf den Markt, die nur einen Touchscreen zu bieten haben und eben keine physische Tastatur. Damit halst sich das Unternehmen eine Menge Konkurrenz auf. „Finde eine Marktlücke und besetze sie“, heißt es doch so schön. Ohne die physische Tastatur bleibt so die Frage offen, was Neon und Argon zu bieten haben werden, was andere Geräte nicht haben.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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1 Kommentar auf "Planet Android: Sicherheitslücke HummingBad, Benchmark-Test von AnTuTu und neue Android-Geräte von BlackBerry"

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ekke
Gast

Neon und Argon haben Security zu bieten.
BlackBerry verwendet ja spezielle Hardware, die vom Bootvorgang bis zum Starten einer App alles absichert. Ausserdem ist der Kernel „gehärtet“.
Zusammen mit Android for Work wird jetzt schon fast das BlackBerry 10 Security Level erreicht.
Ich habe (Enterprise) Kunden, die nur aufgrund der BB Security jetzt Android Devices erlauben.
Wichtig ist auch, dass BlackBerry die monatlichen Security Patches von Google unverzüglich ausliefert.

Der Blick auf Hardware Verkaufszahlen ist müssig. BlackBerry hat den Schwerpunkt auf Software und Dienstleistungen und x-platform Support für den BES12. Hardware ist aber wichtig und unterstützend.