Android: Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Pokemon Go, der Look der Google Smartwatches und Security-Trumpf für Android Nougat

Kypriani Sinaris
Planet Android

© Software & Support Media

Momentan kommt wirklich keiner an Pokemon Go vorbei: In den USA wird das Game schon wie verrückt gezockt, hierzulande muss man sich noch etwas für den offiziellen Release über den Play Store gedulden. Wir werfen einen kleinen Blick auf die genutzte Software. Außerdem: Erste Bilder der Google Smartwatches, aktuelle Security News und das Release der zweiten Developer Preview von Android Wear.

Pokemon Go: Gotta catch ’em all

An Pokemon Go kommt dieser Tage wohl keiner vorbei. Basierend auf den Spielen und der Serie, die 1997 das erste mal in Japan ausgestrahlt wurde, ist nun ein Smartphone Game entstanden, das ganz auf Augmented Reality setzt. So können Sie durch einen Park laufen und dabei versuchen, eines der beliebten Pocket Monster zu fangen. Solche Szenen spielen sich momentan beispielsweise im Central Park, New York ab:


Bisher gibt’s das Game nur für Fans in den USA, Australien und Neuseeland. An Play Store und App Store vorbei kann das Spiel aber auch per APK Download auf das Smartphone geholt werden. An dieser Stelle interessieren uns natürlich auch die technischen Fakten. Pokemon Go soll in Java geschrieben sein und ein RPC Interface für die Server-Kommunikation und auf Client-Seite die Unity 3D Engine nutzen. Außerdem soll dem AR-Game eine NoSQL-Datenbank zugrunde liegen. Ganz sicher weiß man das jedoch nicht, da die technischen Details nicht von offizieller Seite preisgegeben wurden.

Für Ungeduldige: Die Kollegen von chip.de stellen einen sicheren Download des Pokemon Go APKs zur Verfügung.

Update: Pokemon Go ist nun im Play Store verfügbar!

Security first

Als aufmerksame Leserin oder Leser ist Ihnen bestimmt aufgefallen, dass an dieser Stelle auch oft genug über Security-Lücken in Android berichtet wurde. Die nächste Android-Version kündigt sich nun mit der Ansage an, sicherer zu sein als all ihre Vorgänger, meint zumindest das Security-Software-Unternehmen Symantec auf seinem Blog. So soll Android Nougat ein Feature enthalten, durch das der Aufruf des resetPassword API nur zu Festlegen eines Passwortes genutzt werden kann, nicht aber für einen Reset. Einige Malware nutzt eben genau diese Möglichkeit, um sich Zugriff auf ein Gerät zu verschaffen. resetPassword sorgt seit API Level 8 (Froyo) dafür, dass man sich zu ganzen Geräten und nicht nur bestimmte Accounts Zugang verschaffen kann. Voraussetzung ist natürlich, dass das Gerät bereits durch PIN oder Lockscreen-Muster geschützt ist, ansonsten könnte die Malware „wie gewohnt“ mit neu gewähltem Passwort ihr Unwesen treiben.

Android Nougat soll im Spätsommer in finaler Version vorliegen – in den folgenden Wochen wird sich dann zeigen, was die neue Version drauf hat.

Und bleiben wir bei Security-Themen: Sie kennen sicherlich den Befehl „Ok Google!“ Damit können via Sprachsteuerungen Apps geöffnet oder Informationen abgefragt werden. Was aber, wenn diese Spracherkennung „zu gut“ ist? Bei einem kleinen Sprachexperiment haben es Forscher mit verzerrten Signalen geschafft, ein Smartphone zu hacken. Das Besondere: Die meisten Versuchsteilnehmer konnten diese Signale gar nicht als solche erkennen, das Smartphone aber schon:

So könnten Angreifer auf schädliche Seiten zugreifen und so Malware auf gehackten Geräten Zutritt gewähren. Zugegeben, wenn man die erste Versuchsrunde gesehen hat, könnte man meinen: „Naja, das hört man doch, dass die Google-Suche da aufgerufen wird!“ Unter Bedingungen, die nicht denen eines Labors entsprechen, ist das aber nicht zwingend der Fall. Wie die Forscher in ihrem Paper selbst einräumen, handelt es sich hier um eine erste Stufe, ein Angriff könnte in Zukunft auch noch unauffälliger stattfinden:

Our attacks demonstrate that these attacks are possible against currently-deployed systems, and that when knowledge of the speech recognition model is assumed more sophisticated attacks are possible which become much more difficult for humans to understand.

Google Smartwatches Angelfish und Swordfish

Android Police ist mal wieder informiert wie kaum ein anderes Portal. Die schon oft zitierten anonymen Quellen aus dem Entwickler-Team von Google haben dem Portal Informationen zur Optik der ersten Google-Smartwatches zugespielt. Auf Basis dieser Informationen hat das Portal die Uhren „nachgebaut“. Und die lassen sich sehen: Angelfish und Swordfish sehen sportlich-elegant, schlank, schick aus. Was man außerdem schon weiß – gesetzt der Fall, die Quelle erweist sich mal wieder als sehr vertrauenswürdig – ist, dass das größere Modell Angelfish mit vollem Funktionsumfang daher kommen soll, also LTE, GPS und Co., das kleinere Modell Swordfish dagegen nicht.

Android Wear Developer Preview 2.0

Wenn es bei Android in den Versionsnummern  zu Android Nougat raufgeht, ist natürlich auch Android Wear davon betroffen. Schließlich sind die Smartwatches mit dem passenden Smartphone gekoppelt und müssen daher Software-seitig mithalten können.

Nun haben die Entwickler Developer Preview 2 der zweiten Hauptversion von Android Wear veröffentlicht. Als Teil des Material Designs soll in Android Wear 2.0 die Navigation auf der Uhr deutlich interaktiver gestaltet sein. Ähnlich wie bei einem Smartphone können Funktionen einer App dann durch das Swipen in alle Richtungen genutzt werden. In der Developer Preview 2 wurde außerdem die Vorschau auf diese sogenannten Drawer verbessert.

Schon seit der Vorgängerversion ist es möglich, via Handgelenksbewegung auf der Uhr zwischen Nachrichten zu navigieren – so kann die Uhr auch mal einhändig genutzt werden. Nun wurde entsprechender Code freigegeben, damit auch App-Entwickler dieses Features einbauen können:

public class MainActivity extends Activity {  
   ...    
   @Override /* KeyEvent.Callback */  
   public boolean onKeyDown(int keyCode, KeyEvent event) {  
     switch (keyCode) {  
       case KeyEvent.KEYCODE_NAVIGATE_NEXT:  
         Log.d(TAG, "Next");  
         break;  
       case KeyEvent.KEYCODE_NAVIGATE_PREVIOUS:  
         Log.d(TAG, "Previous");  
         break;  
     }  
     // If you did not handle, then let it be handled by the next possible element as deemed by  
     // Activity.  
     return super.onKeyDown(keyCode, event);  
   }  
 }  

Last but not least wurde auf das genannte API Level 24 (Nougat) erhöht. Es wird geraten, Projekte, die mit einer Preview-Version von Android Wear 2.0 laufen, via compileSdkVersion auf die neuste Version zu updaten. Und auch targetSdkVersion sollte auf API Level 24 erhöht werden.

Genug der Worte! Folgendes Video fasst den aktuellen Stand bei Android Wear zusammen:

Für den Download und mehr Informationen, geht es hier zum Android Developer Blog.

Superbook ohne Superpower

Moderne Smartphones haben’s ganz schön drauf. Vielleicht haben Sie Ihres ja bereits als WLAN-Hotspot für Ihren Laptop genutzt. Mit dem Superbook wird das Smartphone jetzt zum Rechner im klassischen Sinne: Dabei handelt es sich um einen Laptop ohne Rechenleistung – quasi nur ein Laptop-Gerüst. Durch das Anschließen eines Android-Smartphones wird dann – genau – ein Laptop daraus.

Das Superbook kommt mit 11.6 Zoll und einer Auflösung von 1366×768 daher. Optisch erinnert es mit seiner schwarzen Tastatur und seinen abgerundeten Kanten doch stark an die Macbook-Familie. Preislich aber nicht: Es soll bei 99 Dollar liegen. Am 21. Juli ist der Launch auf Kickstarter.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

 

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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