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Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Das ARCore SDK, mehr Sicherheit für Android Oreo & unser Quickvote zu Android P

Dominik Mohilo, Christoph Ebert

Augmented Reality ist seit langer Zeit immer wieder im Gespräch, mit den aktuellen Entwicklungskits ARKit (iOS) und ARCore (Android) können Entwickler sich nun in der „erweiterten Realität“ austoben. Wir haben zudem einen Blick auf die neuen Sicherheitsaspekte von Android Oreo geworfen und einen kleinen Zwischenstand unserer Umfrage zu Android P zusammengestellt.

Google ARCore – Augmented Reality selbstgemacht

Über zwei Milliarden Android-Geräte sind in diesem Moment aktiv. Eine Zahl, die die Vorstellungskraft beinahe zu sprengen vermag. Es ist so gesehen sicher richtig zu behaupten, Android sei die größte derzeit existierende mobile Plattform. Trotzdem ist die Konkurrenz manchmal ein wenig schneller und so folgt nun auf Apples ARKit kurze Zeit später Googles eigenes Toolkit für das Entwickeln von Augmented-Reality-Apps: ARCore SDK.

Auf dem Developers Blog kündigte das Android-Team die Veröffentlichung einer Preview des Software Development Kits an, das es aktuell für die Entwicklungsumgebungen Android Studio, Unity und Unreal gibt. Auf das Gerät kommt die Augmented Reality über die sogenannte ARCore Service App. Google plant, zum Ende der Preview bereits etwa 100 Millionen Geräte mit AR ausstatten zu können. Zum Start allerdings können sich nur Besitzer von Samsungs S8 und Googles Pixel-Geräten das Ganze ansehen – vorausgesetzt Android 7.0 Nougat oder eine höhere Version ist installiert.

Augmented Reality in Aktion / Quelle: Android Developers Blog

ARCore, das sei noch erwähnt, basiert auf Project Tango, in dem bei Google seit etwa drei Jahren Technologien für die Augmented Reality entwickelt werden. ARCore arbeitet mit Java/OpenGL und Unreal und konzentriert sich auf drei Aspekte:

  • Motion tracking: Die Smartphonekamera analysiert sog. Feature Points im Raum sowie IMU-Sensorendaten. Dadurch bestimmt ARCore sowohl die Position und die Ausrichtung des Geräts, wenn es sich bewegt. So sollen virtuelle Objekte genau platziert werden können.
  • Environmental understanding: Die Entwickler verstehen darunter die Erkennung von horizontalen Oberflächen mithilfe derselben Feature Points, die auch für das Motion Tracking genutzt werden. So sollen Objekte akkurat auf Tische oder den Boden platziert werden können.
  • Light estimation: ARCore beobachtet das Licht der aufgenommenen Umgebung und ermöglicht Entwicklern so die Ausleuchtung virtueller Objekte, damit diese sich harmonischer und realistischer an Gegenstände und Dinge in der Umgebung anpassen.

Mit Google Blocks und Tilt Brush will Google auch gleich die nötige Software anbieten, mit der sich der 3D-Content (soll heißen: die 3D-Objekte) für ARCore-Applikationen erstellen lässt.
Das erwähnte ARCore SDK steht auf GitHub und auf der entsprechenden Entwicklerseite von Android zum Download bereit. Eine Showcase-Seite mit Demos hat Google ebenfalls live gestellt. Das folgende Video aus dem offiziellen Ankündigungspost hat jedoch nicht mehr als die Integration von einigen putzigen CGI-Tierchen und -Robotern zu bieten…

Mehr Sicherheit in Android Oreo

Die Zahl der Angriffe von Malware und Hackern auf Android-Geräte nimmt stetig zu – was in erster Linie an der wachsenden und dauerhaften Beliebtheit des Betriebssystems liegt. Für Android 8.0 Oreo haben die Entwickler sehr viel Arbeit investiert, um das unterliegende Linux-Kernel abzusichern. Die neue Version von Android hat vier Sicherheitsfeatures im Gepäck, die besonders auf den Selbstschutz des Kernels abzielen. Gerade Entwicklern von Treibern soll durch die neuen Sicherheitsfeatures geholfen werden, Bugs noch während der Programmierung zu identifizieren und zu beheben.

Fast die Hälfte der Sicherheitsprobleme, die seit 2014 im Android-Kernel aufgetreten sind, lassen sich auf fehlendes oder ungültiges Bounds Checking zurückführen. Besonders anfällig sind Usercopy-Funktionen gewesen, die vom Kernel genutzt werden, um Daten vom Userspace zum Kernelspace und wieder zurück zu transferieren. Diese Funktionen wurden nun um das wichtige Bounds Checking erweitert, sodass Entwickler leichter einen Missbrauch feststellen und Bugs fixen können.

Lesen Sie auch: Android 8.0 Oreo ist da: Was jetzt für Entwickler wichtig ist

Den direkten Zugriff auf den Userspace durch das Kernel verhindern Priviliged Access Never, auch PAN genannt, und Supervisor Mode Access Prevention, vielen unter der Abkürzung SMAP geläufig. Wie das Bounds Checking ist PAN ab sofort für Android Kernels der Version 3.18 und höher verfügbar.

KASLR ist die Abkürzung des dritten neuen Kernel-Features und alte Hasen werden mit Address Space Layout Randomization (ASLR) natürlich etwas anfangen können – ASLR wird schließlich seit Jahren von Android unterstützt. Im Kernel sorgt das neue Feature dafür, dass der Kernel-Code an einer zufälligen Stelle bei jedem Hochfahren des Systems geladen wird.

Den Abschluss der Reihe bildet ein Feature, das die bereits existierenden Speicherabsicherungen des Kernels erweitert. Ab sofort wird bei der Initialisierung des Kernels eine Speicherregion erstellt, die nach der Initialisierung lediglich lesbar, nicht aber mehr editierbar ist. So können Daten besser abgesichert werden, die zwar während der Initialisierung, nicht aber danach, editierbar sein dürfen. Auf diese Weise steht auch insgesamt weniger beschreibbarer Speicher im Kernel zur Verfügung, was Angriffe erschwert.

Weitere Informationen zu den vorgestellten Sicherheitsfeatures gibt es auf dem Develpopers Blog von Android.

Android P: Popcorn, Pancake oder Peanutbutter?

Welche Süßigkeit wird wohl für das nächste Android Release, Android P, den Namenspaten spielen dürfen? In unserem Quickvote haben sich bislang drei Favoriten hervorgetan, nämlich Android Popcorn, Android Pancake und Android Peanutbutter. Während sich für die Maisköstlichkeit 38 Prozent ausgesprochen haben, bringen es die Liebhaber von Pfannkuchen bislang auf 23 Prozent. Und mit 17 Prozent geht der dritte Platz an die Erdnussbutter, die besonders in Personalunion mit Marmelade sehr beliebt ist.

Was glaubt ihr, welche Süßspeise das Rennen am Ende machen wird? Stimmt jetzt mit ab!

Welches wird der Codename für Android P?

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Eure Antwort ist nicht dabei? Dann schreibt euren Favoriten in die Kommentare! Auf die endgültige Antwort werden wir natürlich bis zum nächsten Major Release, also Android 9.0 warten müssen. Aber langweilig wird es im Androidversum sicher auch bis dahin nicht.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Christoph Ebert
Christoph Ebert
Christoph Ebert stieß im Juli 2011 zum Online-Team von Software & Support Media. Als Redakteur kümmert er sich um das Portfolio von entwickler.press und ist verantwortlich für das Entwickler Magazin und entwickler.de. Davor betreute er die Portale WebMagazin.de, CreateOrDie.de und mobile360.de. Vor seiner Zeit in Frankfurt arbeitete der studierte Amerikanist und Tech-Geek als Redakteur für ein Heimkinofachmagazin im Süden Deutschlands.
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