Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android Spezial: Mobile World Congress 2018 – ARCore, 5G-Netz & Android Go

Marcel Richters
Planet Android

© Software & Support Media

Wahrscheinlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste grüne Roboter in Größe eines Smartphones auftaucht, der uns erkennt und mit uns spricht. Entsprechende Technik dafür ist schon da, die Mustererkennung über die Sprachausgabe bietet Android bereits hervorragende Grundlagen – die auch noch ständig verbessert werden, wie unsere Kolumnenbeiträge zeigen. Wenn jetzt noch die Robotik mitzieht, haben wir vielleicht wirklich bald alle einen kleinen Androiden zu Hause.

ARCore 1.0 – Die Welt mit neuen Augen sehen

Mit ARCore folgt Google nicht nur dem aktuellen Trend zu immer mehr Augmented Reality, sondern hat sich auch sonst einiges vorgenommen. Das Agumented Reality SDK für Android soll Entwicklern (und deren Apps) dabei helfen, besser zu erkennen, was die Kameras eines Smartphones sehen. „Developers can now publish AR apps to the Play Store, and it’s a great time to start building”, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. Was Google verspricht, kann sich tatsächlich sehen lassen.

Besonders das verbesserte Verständnis der Umgebung durch ARCore klingt spannend. Muster und Texturen sollen kein Hindernis mehr für virtuelle Gegenstände sein. Zukünftig können also zum Beispiel Geister (Ja, Geister: Ghostbusters World steht schon in den Startlöchern) auch auf Polstermöbeln oder marmorierten Tischen erscheinen. Um das auszuprobieren, können AR-Apps ab sofort auch im Android Emulator getestet werden.

Android AR

Ein Beispiel für ARCore-Anwendungen, natürlich interaktiv. Quelle: Google

Damit Coder auf Ideen gebracht werden, hat Google bereits mit einigen Partnern erste Funktionen entwickelt. Möbel maßstabsgerecht in die eigene Wohnung stellen oder einen Sportwagenprototypen in der Einfahrt anschauen? Das klappt schon jetzt. Schon 13 Modelle und damit 100 Millionen Android-Smartphones sollen in der Lage sein, mit Apps aus dem neuen SDK zu arbeiten. Etliche weitere sollen im Laufe des Jahres dazukommen, genannt werden alle großen Hersteller wie Samsung, Huawei, Xiaomi oder Sony.

Passend zu den Neuerungen in Sachen AR wurde auch die Google Lens weiter verbessert. Auch wenn die App sich noch nicht im finalen Stadium befindet, ist ein Ausbau der Preview-Verfügbarkeit geplant. Zusätzlich soll die App bald mit dem Assisstant verkünpft werden und auch eine Textauswahl auf Bildern – zum Beispiel von Kontakten oder Daten – wird möglich. Und das Wichtigste: Endlich kann man mit Google Lens auch bekannte Hundearten erkennen. Nie mehr Rätselraten darüber, zu welcher Art die putzigen Hundewelpen gehören, die da gerade bei WhatsApp in die Gruppe gepostet wurden! Alle weiteren Infos gibt es im Blogeintrag der Google Developers zu lesen.

5G auf dem MWC – Das Netz der Netze

Natürlich durfte in Barcelona auch ein Ausblick auf den neuen Mobilfunkstandard 5G nicht fehlen. Die Hoffnungen sind groß. Nur mit neuen Technologien und bis zu 100-mal mehr Bandbreite wird das Internet der Dinge zu dem, was diverse Zukunftsvisionen versprechen. Von intelligenten Handbohrern, die wissen, wann ihr Akku ausgetauscht werden muss, bis zur selbstfahrenden Autoflotte – mit dem heutigen Netz wäre das nur schwer zu bewerkstelligen. Der Clou bei 5G: Das Netz integriert bisherige Standards und je nach Art der durchgeleiteten Daten werden diese über den jeweiligen Standard geleitet. Die Lenkung für ein selbstfahrendes Auto läuft zum Beispiel schneller als die Warnmeldung des erwähnten Akkubohrers.

Spannend wird es ganz sicher mit dem neuen Netz. Ganz besonders in Deutschland, wo es sogar noch einige weiße Flecken auf der 3G-Landkarte gibt. Immerhin hat die Politik das Problem inzwischen erkannt und auch viele Menschen auf dem Land setzen ihre Hoffnungen auf die Digitalisierung, um nicht abgeschnitten zu werden. Eigentlich soll das Funken mit 5G ab 2020 losgehen. Ob der Zeitplan eingehalten wird, bleibt aber trotz allem Optimismus aus der Branche abzuwarten.

Umfassende Neuerungen bei Google Assistant und Actions on Google

Google setzt immer mehr auf Spracherkennung und so ist es nur konsequent, dass auch die Möglichkeiten der entsprechenden Anwendungen weiter ausgebaut werden. So gaben die Entwickler aus Mountain View auf dem Mobile World Congress in Barcelona bekannt, dass man sich ab sofort in sechzehn Sprachen mit dem Assistenten unterhalten kann. Neu hinzugekommen sind Hindi, Thai, Indonesisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch und Flämisch. Bald sollen es 30 Sprachen sein und sogar eine multilinguale Nutzung ist geplant – kein umständliches Umstellen in den Optionen mehr. Nicht nur das ist ein Anreiz zur Lokalisation.

Wer seine Apps lokalisiert, den lockt Google mit Belohnungen wie exklusiven T-Shirts und Google Cloud Credit. Damit Lokalisationen einfacher werden, können jetzt auch Templates für Actions erstellt und Directory-Listing-Informationen als Datei exportiert werden.

Android Customer Journey

Von der Action im Assistant direkt zur entsprechenden Stelle in der App. Quelle: Google

Google geht davon aus, dass bis Ende 2018 ganze 95 Prozent aller Android-Geräte mit dem Assistenten ausgestattet sein werden. Damit noch mehr User Gefallen daran finden, können Actions jetzt nicht nur in Apps, sondern zu bestimmten Aufgaben in Apps verlinken und so die Customer Journey verbessern. Apropos Journey: Wenn es um Geoinformationen geht, ist das Google Places API der erste Anlaufpunkt. Googles Assistent ist jetzt in der Lage, selbstständig nach dem Ort zu fragen, wenn nötig. Dafür werden die aktuelle Position und Points of Interest eines Users angeboten, beispielsweise „Zuhause“ oder „Arbeit“; User müssen dann nur noch auswählen, welchen Ort sie für die aktuelle Funktion nutzen wollen.

Und noch eine Neuerung, kurz und knapp: Wenn User eine App häufiger nutzen, wird ab sofort die einleitende Einführung gekürzt, damit es schneller um die Actions geht. Details zu den Neuerungen haben die Entwickler bei Google in einem Blogeintrag zusammengefasst.

Die Android-Dreifaltigkeit

Auf dem Mobile World Congress wurden diese Woche die ersten Smartphones mit Android Go vorgestellt. Die abgespeckte Version unseres allerliebtesten Betriebssystems eignet sich besonders für technisch weniger hoch gerüstete Smartphones mit weniger als 1 Gigabyte RAM. Diese könnten mit dem angepassten Betriebssystem und größerer Auswahl an Apps den immer noch in vielen Teilen der Welt beliebten Featurephones (also klassische Mobiltelefone mit Smartphone-Features) den Rang ablaufen.

Es gab aber nicht nur neue Hardware, auch altbekanntes war auf dem MWC zu sehen. Nokia dürfte den Älteren hier noch ein Begriff sein. Mit den in Barcelona vorgestellten Smartphones setzt die Marke ab sofort auf Android und zwar in seiner reinsten Version: Android One. Das Betriebssystem bietet den puren Google-Genuss, ohne Anpassungen. Der entscheidende Unterschied zu Geräten wie dem Pixel ist dabei, dass die Kalifornier bei der Hardware nicht mitgetüftelt haben, diese stammt einzig und allein vom jeweiligen Hersteller. Für Nutzer bedeutet Android One längere Supportphasen und immer die neusten Aktualisierungen der Software von Google.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

Geschrieben von
Marcel Richters
Marcel Richters
Marcel hat Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert und danach als E-Commerce-Manager gearbeitet. Seit Februar 2018 unterstützt er das Team von JAXenter als Redakteur. Daneben arbeitet er als freier Journalist in der Mainmetropole.
Kommentare
  1. Planet Android Spezial: Mobile World Congress 2018 – ARCore, 5G-Netz & Android Go – HandyBiZZ.de2018-03-01 13:05:39

    […] Wahrscheinlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste grüne Roboter in Größe eines Smartphones auftaucht, der uns … (Orginal – Story lesen…) […]

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