Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Java goes iOS, Amazon goes Android und eine weitere Android Studio Preview

Kypriani Sinaris

© Software & Support Media

Android geht’s richtig gut. Diese Woche hörte man, dass Google satte 22 Milliarde USD Profit mit dem Betriebssystem gemacht hat. Und auch was seine Beliebtheit betrifft, muss sich Android nicht verstecken: So möchte nun auch der Versandriese Amazon etwas vom Kuchen abhaben und wünscht sich eine tiefere Integration in das Betriebssystem. Was war diese Android-Woche noch so los?

Android Studio Preview – die 7.

Der Countdown läuft weiter: Nun gibt es die siebte Android Studio 2.0 Preview auf der Android Tools Projektseite. Diese Version soll neben den üblichen Bug Fixes einige Verbesserungen im Bereich des Instant Run bieten, außerdem enthält sie mit IntelliJ IDEA 15.0.3 eine Version der IDE, die mit einigen kritischen Fixes von JetBrains aufwartet. Wer weitere Infos zum kommenden Android Studio 2.0 Release haben möchte, dem sei das folgende Video ans Herz gelegt:

Java goes iOS

Mit dem Compiler J2ObjC hat Google ein Open Source Tool zur Verfügung gestellt, mit dem sich Java-Code in Objective-C-Klassen übersetzen lässt. Somit können Entwickler auch Java in Applikationen fürs iPad und das iPhone verwenden. Das UI bleibt dabei außen vor, hier raten die Entwickler zu spezifischen Designstandards der einzelnen Plattformen. Klingt praktisch!

Android bringt money, money, money

Google und Oracle kamen sich mit dem Einsatz des OpenJDKs für die neuen Versionen des mobilen Betriebssystems doch letztens erst ein Stückchen näher. Mit der aktuellen Nachricht, dass Google satte 31 Milliarden Dollar Einnahmen und 22 Milliarden USD Profit durch Android gemacht hat, hört man aber schon fast wieder das böse Blut rauschen.

Der Android-Handel ist ein ziemlich profitables Geschäft, bisher behauptete Google aber, dass es gar nicht so viel wäre – und hielt so die Schadensforderungen von Oracle gering? Die Information war natürlich nicht für die Öffentlichkeit sondern nur für die Augen und Ohren der Anwälte gedacht… Dumm gelaufen. Was genau das jetzt für den weiteren Verlauf der Verhandlungen bedeutet, wird sich zeigen, aber wenns ums Geld geht, dann hört der Spaß – OpenJDK hin oder her – ja bekanntlich auf.

Lesen Sie auch: Highlights in Android Marshmallow: Autobackup

Über den Wolken und auf dem Asphalt

Die amerikanische Fluggesellschaft JetBlue möchte in ihrem A320 jetzt voll auf Android setzen: Die Infotainment-Systeme der Fluggesellschaft sollen im nächsten Jahr auf das Betriebssystem von Google setzen und somit eine deutlich übersichtlichere und auch gewohntere Oberfläche für die Passagiere bieten. Wichtig hierbei: In den Rückenlehnen der Sitze werden keine Android Tablets verbaut, es gibt also keinen Zugriff auf den Google Play Store. Es geht – neben dem UI – also „nur“ darum, dass Firmen leichter Applikationen für das Infotainment-System bauen können.

Von der Luft geht‘s auf die Straße: Von Android Auto hört man nicht besonders viel. Auch wenn die ersten Autohersteller ihre Infotainment-Systeme mit dem Betriebssystem ausstatten, so ist es relativ ruhig um die Entwicklung des Systems selbst. Mercedes hat Android Auto in die neuen Fahrzeuge seiner E-Klasse integriert und wie man diese Woche gehört hat, plant auch Hyundai die kommenden Modelle für den deutschen Markt mit Googles OS auszustatten. Das südkoreanische Unternehmen schreibt sich auf die Fahnen, der erste Hersteller zu sein, der Android Auto in den USA eingeführt hat. Mit einem neuen Kombi-Modell will er nun den deutschen Markt in Angriff nehmen.

Amazon will Teil von Android werden

Amazon möchte fester Bestandteil von Android werden. Diese Partnerschaft mit Android soll über eine Vorinstallation der App hinausgehen: Der Online-Versandhändler, der mittlerweile aber vor allem wegen seines Cloud-Geschäfts von sich reden macht, möchte mit dem Deal Kunden für sein Amazon-Prime-Programm dazugewinnen. Das hauseigene Fire OS, ein Android-Derivat, konnte in den letzten Jahren nicht besonders Fuß fassen, unter anderem wohl, weil es dem Nutzer den Zugriff auf den Google Play Store verwehrt. Eine Kombination der Systeme könnte also ein paar neue Kunden anlocken. Diese Rechnung erinnert so ein bisschen an die Kooperation von BlackBerry mit Google – vielleicht öffnet Android auch hier ein paar Türen.

Kickstarter für Android

Die Kickstarter-App ist nun auch im Google Play Store verfügbar. Apple-Kunden konnten die Applikation der Crowdfunding-Plattform schon länger auf ihre Geräte laden, nach zwei Jahren erfreut sie nun auch Interessierte mit einem Android-Smartphone. Über die App können Projekte mitverfolgt und unterstützt werden. Jetzt mal ganz provokativ gesprochen: Das wurde auch langsam mal Zeit, die Open-Source/Community-Denker und Bastler würden doch viele wohl eher in die Android als in die Apple-Ecke schieben, oder?

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

API Summit 2018
Christian Schwendtner

GraphQL – A query language for your API

mit Christian Schwendtner (PROGRAMMIERFABRIK)

DDD Summit 2018
Nicole Rauch

Domain-Driven Design für Einsteiger

mit Nicole Rauch (Softwareentwicklung und Entwicklungscoaching)

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: