Was gibt's Neues auf dem Androiden-Planeten?

Planet Android: Huawei Watch mit Sprachausgabe, OpenJDK für Android N und die Casio WSD-F10

Kypriani Sinaris

© Software & Support Media

Müssten Oracle und Google ihren Beziehungsstatus angeben, hieße es wohl: „Es ist kompliziert“. Das neue Android-Jahr beginnt aber mit sehr versöhnlichen Tönen: Android N soll auf das OpenJDK setzen. Haben sich die beiden etwa zwischen den Jahren ausgesprochen? Außerdem erfahren Sie in dieser Planet-Android-Ausgabe, was es Neues in der Welt der Android-Smartwatches gibt, wie Sie Like-Buttons à la Twitter-Herzchen in Android programmieren und was der Android-Chefdesigner wirklich über iOS denkt.

Huawei Watch mit Sprachausgabe

Die Huawei Watch wird in Zukunft mit Ihnen sprechen, wenn Sie das möchten. Ein aktuelles Video zeigt, dass das aktuelle Modell der Smartwatch auch softwareseitig die eingebauten Lautsprecher unterstützt. Schon im Herbst letzten Jahres haben fuchsige Entwickler die Lautsprecher in der Smartwatch entdeckt, was die Gerüchte um Features der neuen Android-Wear-Version kräftig anheizte. Daher waren die Anzeichen so deutlich, dass die Nachricht an sich vielleicht nicht ganz so überraschend ist, dafür aber natürlich trotzdem ein kleiner Meilenstein für Android-Wear-Uhren:

Auch auf Reddit wird zu diesem Thema kräftig diskutiert.

Facebook sorgt für den Ernstfall vor

Vorsorge ist besser als Nachsorge: Facebook testet den Ernstfall, falls Google die Facebook-App aus dem Play Store verbannen sollte. Klingt erst mal nicht ganz nachvollziehbar, ist doch die Facebook-App eine der am häufigsten installierten Apps, aber anscheinend gibt es Grund zur Sorge.

Aber warum sollte Google das tun? Ein möglicher Grund laut the Verge ist: Die zwei Unternehmen finanzieren sich zu einem großen Teil über die Werbung auf ihren Portalen und leben vom digitalen Traffic – und so verhindern beispielsweise in Facebook eingebundene Karten, dass ein User extra nochmal auf Google Maps nachsieht, wo das entsprechende Event stattfindet. Ein Dienst, den Google möglicherweise in Zukunft in Bezahlung stellen könnte? Um sich auf derartige „Gefahren“ vorzubereiten, soll Facebook an einer Platzierung außerhalb des Play Stores arbeiten.

So soll das Unternhemen verschiedene Strategien testen, wie die App trotzdem auf einem Android-Smartphone verfügbar bleiben könnte. Laut The Verge habe Das Unternehmen „in einem kleinen Land“ für eine Woche einen Link außerhalb des Play Stores zur Verfügung gestellt, über den die App geladen werden kann. Dies habe auch recht gut funktioniert und für wenige User eine Hürde dargestellt, eine langfristige Lösung sei dies aber natürlich nicht. Von offizieller Seite gibt es noch keine Informationen.

Android N setzt auf OpenJDK

In der nächsten Android-Version wird Google seine Implementierung der Java-APIs durch eine OpenJDK-Implementierung ersetzen. Damit soll eine gemeinsame Codebasis für alle verwendeten Java-API-Bibliotheken und damit auch die Grundlage für eine vereinfachte App- und Service-Entwicklung geschaffen werden. Haben Google und Oracle damit Frieden geschlossen? Die beiden Unternehmen sind schon länger im Clinch: Durch die Übernahme von Sun Microsystems 2010 wurde Oracle zum Hüter der Java-Technologie und verklagte Google auf Patent- und Markenrechtsverletzungen – der Konzern nutzt Java-APIs, auf die Oracle liebend gern Lizenzgebühren erheben würde und veröffentlichte bereits 2007 das in Java geschriebene Android SDK. Man könnte vermuten, dass Google mit dem Einsatz des OpenJDKs einem negativen Ausgang des Verfahrens vorbeugen möchte.

Frieden ja oder nein – was hinter der Entscheidung stecken könnte, darüber wird auch auf Hacker News heiß diskutiert.

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 „iOS ist schwerfällig und lästig“

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Über Betriebssysteme auch: Haben Sie ein Android-Smartphone oder die Apple-Version? Hinter dieser Entscheidung steckt viel Überzeugung, schließlich waren die zwei Giganten nie die dicksten Freunde und ihre User diskutieren – loyal, wie sie oftmals sind – die Argumente für das jeweilige System oft bis aufs Letzte leidenschaftlich aus. Nun hat sich Androids Chefdesigner Matias Duarte zu Wort gemeldet und – BAM!- iOS als „schwerfällig und lästig“ bezeichnet. Von Version zu Version ändere sich die Oberfläche kaum, Android setze dagegen immer wieder neue Akzente. Mit Android Wear sollen außerdem ganz neue Design-Konzepte realisiert werden, die sich noch stärker von der Apple Watch unterscheiden, so der Designer. Tatsächlich holen neuere iOS-Versionen den User an ähnlicher Stelle wieder ab, wo sie ihn bei der Vorgängerversion gelassen haben: Eher minimalistisches Design und klare Linien sind hier die Stichwörter. Wie gesagt, über Geschmack lässt sich streiten – am Ende muss man selbst entscheiden, ob Purismus oder etwas verspieltere Optik dem eigenen Gusto entsprechen.

Animiertes Favorisieren auf Twitter

Was haben sich manche Twitter-User nicht über das neue Herzchen aufgeregt, mit dem neuerdings Tweets favorisiert werden können. In einem ausführlichen Artikel auf seinem Blog beschreibt der Entwickler Miroslaw Stanek, wie man mit ein bisschen Code animierte Buttons in Android programmieren kann, inspiriert von Twitters neuem Like-Symbol. Die können dann beispielsweise so aussehen:

Das Projekt ist auch auf GitHub zu finden.

Casio: Willkommen im Smartwatch-Club

Das japanische Unternehmen Casio hat bei der aktuell stattfindenden CES in Las Vegas seine erste Smartwatch präsentiert. Sie läuft mit Android Wear und hört auf den Namen WSD-F10. Die Smartwatch wurde speziell für Outdoor-Aktivitäten designt und soll sportliche User auch bei etwas Nässe nicht im Stich lassen. Ihr klobiges Design erinnert etwas an Casios Baby Gs aus den 90ern: Mit 1,32 Zoll Displaygröße ist das Display zwar vergleichbar mit dem der Apple Watch, durch ihr dickes Gehäuse wirkt sie aber deutlich schwerer. Ein Blick auf die Zahlen bestätigt diesen Eindruck: Mit 93 Gramm ist sie mehr als doppelt so schwer als die Apple Watch. Im Vergleich zu den sonst eher auf edel getrimmten Uhren könnte diese aber auch eine ganz andere Zielgruppe ansprechen: Ein besonderes Feature der Uhr soll ihr Dual-Layer Display sein. Dieses besteht aus einem monochromen und einem farbigen Display-Layer. Das monochrome zeigt dabei kontinuierlich die Zeit an, während das farbige Layer für Apps genutzt wird. Damit soll ein beträchtlicher Teil des Akkus eingespart werden können: Wenn die Uhr nur in der Zeitanzeige ist, würde der Akku nach Herstellerangaben sogar einen Monat lang Saft haben. Nähere Infos finden Sie auf G-Central.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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