Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Huawei blufft mit Ark OS, Threema 4.0 für Android ist da & Google zahlt 5 Dollar für Gesichtsscans

Katharina Degenmann

©Shutterstock / Timofeev Vladimir

Diese Information traf die Smartphone-Welt wie ein Paukenschlag: Huawei hat doch keine Android-Alternative! Wie jetzt bekannt wurde, ist der angebliche Android-Nachfolger Ark OS für Smartphones nämlich nicht geeignet. Außerdem ist Version 4.0 des Threema-Messengers für Android erschienen und Google zahlt Passanten für den Scan ihres Gesichts 5 US-Dollar.

Android oder nichts?

Das ist ja wohl der Super-Gau! Nach all dem Drama – nach Monaten der Ungewissheit, Zweifel, Drohungen und Gesprächen – verkündete Huaweis Konzerngründer Ren Zhengfei, dass Huawei doch keine Alternative zu Android besitzt.

Seit etwa zwei Monaten beobachtet die Smartphone-Welt gespannt das Hin und Her zwischen Google, Huawei und der US-Regierung. Der, dank Donald Trump, unfreiwillige Android-Entzug versetzte nicht nur Huawei-Smartphone-Besitzer in leichte Panik. Doch das chinesische Smartphone-Unternehmen gab sich meist gelassen und verwies darauf, dass man im Ernstfall mit Hongmeng (hierzulande Ark OS) bereits an einer Alternative arbeite, die als Betriebssystem auf Huawei-Handys zum Einsatz kommen könnte. Überdies war vereinzelt zu hören, dass Huawei-Phones mit Hongmeng bereits versendet wurden und sich in der Testphase befänden. Jetzt häufen sich die Hinweise, dass Huawei entgegen aller bisherigen Berichte keine Ass-Alternative zu Android im Ärmel hat!

Ark OS ist nur ein IoT-Betriebssystem

Laut verschiedener Berichte erklärte der Huawei CEO höchstpersönlich:

Wir werden erst unser eigenes Smartphone-OS entwickeln, wenn Android keine Option mehr für uns ist. Zurzeit gibt es aber keine Pläne dahingehend. – Ren Zhengfei

Nun legt ein Mitglied des Vorstands, Catherine Chen, sogar noch einen drauf und stellt klar, dass das Betriebssystem auf Smartphones überhaupt nicht nutzbar wäre. Vielmehr sei Ark OS für das Internet der Dinge (IoT) ausgelegt und soll auch dort zum Einsatz kommen.

Der Traum vom eigenen Huawei OS hat sich damit also ausgeträumt und alles bleibt wie gehabt: Huawei wird weiterhin Android von Google beziehen können, da Trump den Android-Entzug inzwischen aufgehoben hat. Scheinbar freut sich nicht nur Huawei über dieses Ergebnis. Von Google über Microsoft bis zu Intel oder Qualcomm: Alle würden gerne weiterhin mit Huawei zusammenarbeiten. Gerade für Google ist Huawei ein finanziell wichtiger und strategischer Partner, immerhin verkauft sonst nur Samsung ähnlich viele Geräte mit Android.

Doch ob Huaweis Absage tatsächlich endgültig Bestand hat oder nur auf die aktuelle Situation angepasst ist, wird sich zeigen. Denn neben der Presse haben zahlreiche Huawei-Manager eindeutige Aussagen für einen baldigen Start auf dem Smartphone gemacht.

Threema 4.0 ist für Android-Nutzer bereit

Geht es um Messenger-Dienste, so ist Threema wohl der Underdog im Messeging-Universum. Zwar hört man lediglich vereinzelt, dass wenige Menschen ihn nutzen, doch kurioserweise findet man ihn fast durchgängig in der Top-Liste der gekauften iOS-Apps. Und auch unter Android tut sich was. Threema ist jetzt nämlich in Version 4.0 für Android erschienen.

Neben Verbesserungen der Benutzeroberfläche umfasst das Update diverse Maßnahmen für noch stärkeren Privatsphäre-Schutz. Die Abhängigkeit von externen Apps und Diensten wurde weiter reduziert, und so kommt anstatt Google Maps eine eigene Standortanzeige zum Einsatz, die Kamera und der QR-Code-Leser in Threema integriert.

Quelle: Threema Blog

Überdies lassen sich mit der neuesten Version für Android auch Chats archivieren, so dass kein Platz in der Chat-Übersicht verschwendet werden muss. Auch eine App zur Entsperrung per Fingerabdruck und Face Unlock ist mit an Bord – unter der Voraussetzung, dass das Gerät die offizielle Android-API unterstützt. Zudem hat sich im Bereich der Sprachnachrichten etwas getan: Aufnahmen lassen sich ab jetzt nämlich pausieren.

Wer gerne weitere Information zum Threema Messenger oder den Details zum Release haben möchte, findet diese auf der offiziellen Homepage oder  auf dem Blog.

Google zahlt für Dein Gesicht!

Was klingt wie ein Fun-Fact, ist bittere Realität 😉. In den USA scannt Google Gesichter von Passanten und zahlt ihnen dafür 5 Dollar – in Form eines Gutscheins versteht sich.

Laut AndroidPolice schlendern Google-Mitarbeiter durch die Straßen New Yorks und bitten Fußgänger um einen Gesichtsscan. Hierfür müssen Nutzer ein zur Verfügung stehendes Smartphone nutzen und aus diversen Winkeln ein Selfie machen.

Und da Google der Datenschutz natürlich besonders am Herzen liegt, unterschreiben die Nutzer zuerst eine Einverständniserklärung, die Google die Nutzung der Daten erlaubt. Wer als Versuchskaninchen herhält, bekommt wahlweise einen Gutschein für Amazon oder Star Bucks im Wert von 5 Dollar – wie viel Wert sollten einem die eigenen Daten denn auch sonst sein?! Laut Google kommen diese Daten zum Einsatz, um die Entsperrung per Face Lock bei kommenden Smartphones zu optimieren. Na dann – Cheeeesssee!

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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