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Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Heiße News zu Firebase und Funklöcher per App melden

Marcel Richters

Bald wird in Android nur noch per D8 kompiliert, es gibt neues von Flutter und Google setzt zunehmend auf Firebase. Außerdem: Dank einer praktischen Innovation lassen sich Funklöcher in Deutschland bald per App melden. Selbst aus dem Funkloch!

DX wird D8

Dass der DX Dex Compiler bald der Vergangenheit angehören würde, hatte Google schon mit der Veröffentlichung von Android Studio 3.1 angekündigt. Schon seit Android Studio 3.0 ist der neue D8 Compiler als opt-in Feature verfügbar. In einem Blogeintrag wurde jetzt die Deprecation des DX vorgestellt, welche in drei Phasen verlaufen soll.

Für mindestens sechs Monate soll der DX verfügbar bleiben, auch wird es weiterhin Updates für kritische Probleme geben. Neue Features werden in dieser Zeit nicht mehr hinzugefügt. Gleichzeitig soll der D8 soweit verbessert werden, dass Entwickler durch fehlende Komponenten oder Bugs nicht mehr davon abgehalten werden könnten, ihn zu nutzen.

Nachdem diese Phase abgeschlossen ist, wird für ein Jahr lang der DX verfügbar bleiben, sodass auch komplexe Projekte migrieren können. Fixes für den DX gibt es dann allerdings nicht mehr. Am Ende dieser Phase wird der DX vollständig aus Android Studio entfernt. Von da an kann er nur noch mit einer Legacy-Version des Android-Gradle-Plug-ins für Builds genutzt werden.

Flotter fluttern

Das UI Framework Flutter ist ab sofort in der Version 0.2.8 verfügbar, also der zweiten Betaversion. Google selbst bezeichnet das Framework als „revolutionär“, da sich damit Interfaces für iOS und Android gleichermaßen bauen lassen. Wer also aus irgendeinem Grund der Versuchung nicht widerstehen kann, auch für iOS zu entwickeln, kann künftig von einigen Vorteilen profitieren.

So sind die Developer Tools verbessert worden, Android Studio und IntelliJ bieten jetzt eine „Outline View“, in der sich die UI-Widgets in einer Baum-Struktur ansehen lassen, auch „Format on Save“ wird jetzt unterstützt, also das automatische Formatieren beim Speichern. In VS Code können ab sofort Tests durchgeführt werden, Multi-Projekt-Support ist verfügbar und wenn mehrere Flutter-Versionen installiert sind, kann die passende ausgewählt werden. Auch das Asset-System wurde laut Entwicklern umfassend überarbeitet. Dieses nutzt in der aktuellen Version eine Struktur, die der jeweiligen Plattform entspricht und Assets können vom nativen Code eines Plug-ins angesprochen werden.

Flutter

Die neue Konsole für Flutter unter Windows. Quelle: Google

Last but not least bringt Flutter 0.2.8 die Integration von Dart 2 als Standard. Hierdurch sollen schnellere asynchrone Calls möglich und das Typsystem reicher geworden sein, was laut Google wiederum das Debugging erleichtert. Außerdem soll die Installation für alle relevanten Betriebssysteme (Windows und Linux-Distributionen) und macOS einfacher sein. Für Windows gibt es jetzt auch eine Konsole, mit der Kommandos direkt nach der Installation von Flutter gestartet werden können.

Diese ganzen Änderungen bringen aber auch den Nachteil mit sich, dass aktueller Flutter-Code auf Kompatibilität mit Dart 2 überprüft und gegebenenfalls angepasst werden muss. Natürlich lohnt sich die Mühe nur für all jene, die unbedingt neben Android auch für iOS entwickeln wollen. Warum auch immer, ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne, das wollen könnte. Einen Ausführlicheren Blick auf Flutter 0.2.8 gibt es im Blog von Flutter.

Wenn seltsame Träume wahr werden

Kennen sie schon die Funkloch-App? Andreas Scheurer (CDU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, hatte da eine ganz hervorragende Idee: Wer in ein Funkloch kommt, kann es mit der App melden! Ja, wirklich – das steht sogar im Koalitionsvertrag in Zeile 1691 bis 1694. Und das Beste: Der Satellitentelefonhersteller Thuraya bietet jetzt das perfekte Handy dafür an: Ein Smartphone mit eingebautem Satellitenempfang. Oder wie wollten Sie die Funklöcher melden? Per GSM-Netz? Das wird schwierig, Sie sind dann ja in einem Funkloch.

Google ist on fire(base)!

URL-Shortener sind eine praktische Sache, aber nicht mehr ganz den aktuellen Entwicklungen des Internets angemessen – so sieht es zumindest Google und stampft goo.gl ein. Für Nutzer ändert sich dadurch nicht all zu viel. Links bleiben erhalten, auch lassen sich diese für ein weiteres Jahr nutzen. Außerdem gibt es mit Bitly und Ow.ly Alternativen, die Google auch selbst empfiehlt.

Spannender wird es für Entwickler. Denn die URL Shortener APIs werden nicht ersatzlos gestrichen, sondern durch Firebase Dynamic Links APIs (FDL) ersetzt. Der Einbau dieser APIs bringt den großen Vorteil, dass sie Nutzer direkt an eine bestimmte Stelle in einer Android-, iOS- oder Web-App verlinken. Ein Vorgang, den Google als Deep Linking bezeichnet. Bisher bestehende APIs bleiben (wie die bereits bestehenden Links) noch für ein Jahr, also bis zum 30. März 2019, nutzbar.

Android URL

Ein Hinweis deutet schon darauf hin, dass es mit dem URL-Shortener bald vorbei ist.

Und noch etwas Neues gibt es in Sachen Firebase: Der Dienst Firebase Cloud Messaging (FCM) wird nämlich Google Cloud Messaging (GCM) ablösen. GCM diente bisher dazu, Push-Meldungen und Daten auf Android, iOS und im Web zu versenden. Im Android Developer Blog ist die Rede von einer intuitiveren Konsole, besserem Reporting und nativer Integration mit Firebase-Apps. Aber nicht nur das. FCM bringt die Möglichkeit, plattformspezifische Nachrichten A/B-Tests zu unterziehen und – Googles Datenschatz sei Dank – auch gemäß Vorschlägen gezielt zu versenden.

Auf Entwicklerseite bedeutet das, dass alle GCM APIs innerhalb von einem Jahr durch FCM APIs ersetzt werden müssen. Wenn die Nutzer aber zu faul sind, ihre Apps zu updaten, ist das immerhin nicht so tragisch, denn FCM ist rückwärtskompatibel. Genaue Infos zur Integration von FCM gibt es in einem entsprechenden Guide von Google.

Geschrieben von
Marcel Richters
Marcel Richters
Marcel hat Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert und danach als E-Commerce-Manager gearbeitet. Seit Februar 2018 unterstützt er das Team von JAXenter als Redakteur. Daneben arbeitet er als freier Journalist in der Mainmetropole.
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