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Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Display ohne Grenzen und eine neue Developer Preview für Android Things

Carina Schipper

Ein kleiner Tipp für diejenigen, die noch keine Weihnachtsgeschenke haben: 16:9 ist out. Für Smartphonehersteller heißt es neuerdings immer öfter größer, höher, breiter. Allerdings können die neuen Displays, die oft mit abgerundeten Kanten daher kommen, für Probleme bei Entwicklern sorgen. Die Lösung manch anderer Probleme könnte die Developer Preview für Android Things Nummer sechs in Aussicht stellen. Wieder andere Probleme, nämlich mit der Sicherheit von Android, hat Google jetzt mit dem neuen Dezember-Patch gelöst.

Grenzen überschreiten

Höher, breiter, immer weiter – das ist das aktuelle Motto vieler Smartphonehersteller. Längst vorbei sind die Zeiten, als Handys schön klein und damenhosentaschentauglich sein sollten. Denken Sie groß, das heißt größer als 16:9. Bei vielen neuen Modellen sprengt das Display diesen Rahmen. Zusätzlich sind auch noch die Kanten abgerundet. Googles Pixel 2 XL und das Huawei Mate 10 Pro sind nur zwei Vertreter des Trends. Entwickler werden es ahnen, auch die schöne, neue Welt der unbegrenzten Smartphonescreens hat ihre Schattenseiten. Apps, die standardmäßige UI-Widgets verwenden, werden wahrscheinlich problemlos funktionieren. Allerdings können bei einigen Spielen und Anwendungen mit benutzerdefinierten UIs Probleme auftauchen. Entwickler sollten besonders auf drei Fallstricke Acht geben.

Es kann passieren, dass Seiten des Bildschirms abgeschnitten werden. Dadurch sehen alle Grafik- oder Oberflächenelemente in den betroffenen Bereichen aus als fehle ein Stück. Touch Targets werden von UI-Elementen (z.B. Buttons) abgehoben. Oberflächenelemente, die scheinbar interaktiv sind, können für Verwirrung bei den Benutzern sorgen. Schließlich lauert auch eine Gefahr im Vollbildmodus. Hier können alle UI-Elemente, die sehr nahe am Rand sitzen, außerhalb des sichtbaren Bereichs der gekrümmten Kanten rutschen. Google empfiehlt Entwicklern deshalb, sich auf die Material-Design-Richtlinien zu beziehen, indem sie in den Layouts Seitenränder von 16 dp belassen.

Wenn das angegebene maximale Seitenverhältnis kleiner als der Bildschirm des Geräts ist, zeigt das System einen schwarzen Balken (Letterbox) an. | Quelle: Android Developers Blog

Ist das responsive UI wirklich nicht geeignet, gibt es einen allerletzten Ausweg. Ein explizites, maximal unterstütztes Seitenverhältnis lässt sich dann wie folgt angeben. Auf Geräten mit einem breiteren Seitenverhältnis wird die App in einem Kompatibilitätsmodus mit Letterbox angezeigt. Achtung: bestimmte Gerätemodelle bieten einen Override für Benutzer, um die App in den Vollbildkompatibilitätsmodus zu zwingen. Bei APIs Level 26 oder höher kommen die android:maxAspectRatio-Attribute zum Einsatz, bezüglich APIs Level 25 oder niedriger android.max_aspect-Metadaten. Entwickler sollten allerdings immer im Blick behalten, dass die maximalen Werte für das Seitenverhältnis nur dann eingehalten werden, wenn ihre Activity resizableActivity nicht unterstützen. Weitere Informationen liefert die Dokumentation.

Die Developer Preview für Android Things geht in Runde sechs

Die nächste Version von Android Things Developer Preview 6 (DP6) ist da und hat natürlich neue Funktionen und Bugfixes im Gepäck. Auf einige Neuigkeiten wollen wir einen ausführlicheren Blick werfen. DP6 schließt beispielsweise einen neuen IoT-Launcher ein. Mit seiner Hilfe kann der Benutzer den aktuellen Gerätestatus abfragen und die Einstellungen via Touchscreen oder USB-Eingabegerät ändern. Der Launcher ist sichtbar, wenn keine andere vom Entwickler bereitgestellte IOT_LAUNCHER Activity vorhanden ist.

API 27 und Google Play Services

DP6 basiert auf der neuesten Android-8.1-Entwickler-Vorschau mit API Level 27. Die meisten der Standard-Android-Samples funktionieren. Beispielsweise läuft das Camera2Basic-Sample mit dem Camera2 API und TextureView jetzt sowohl auf NXP- als auch auf Raspberry-Pi-basierten Geräten (mit dem hardwareAccelerated Flag auf true gesetzt). Google Play Services wurde aktualisiert, um das SDK in Version 11.6 zu unterstützen.

Google muss auch zu Ohren gekommen sein, dass ein Board mithilfe von Fastboot zu flashen und zu konfigurieren, wirklich keinen Spaß macht. Das Android-Things-Team hat sich dieses Problem zu Herzen genommen und so macht die Android Things Console den Weg dafür frei, Geräte-Images einfacher zu flashen. Um Fastboot- und Adb-Befehle kümmert sich ab sofort ein neues interaktives Kommandozeilenprogramm android-things-setup-utility. Das Tool erleichtert den Einstieg in Android Things und automatisiert die Download- und Flashing-Prozesse.

Einstellungen und Geräteupdate-APIs

Google hat Android Things neue APIs hinzugefügt, die die lokale Konfiguration der Geräte und Geräteaktualisierungen steuern. Der UpdateManager gibt Entwicklern die Kontrolle darüber, wann Updates und Neustarts durchgeführt werden können. Er stellt ebenfalls sicher, dass das Gerät für den Benutzer bei Bedarf verfügbar ist. Der DeviceManager steuert Werksreset, Neustart und Geräte-Locales. Das API steht auch für Einstellungen wie ScreenManager zur Steuerung des Bildschirms und TimeManager zur Steuerung der Uhr und der Zeitzone zur Verfügung.

Einzelheiten zu den Neuerungen lassen sich in den Release Notes nachlesen.

Die OS-Plätzchen sind fertig

Android Oreo 8.1 ist da. Passend zur Vorweihnachtszeit überreicht Google uns das Softwareaktualisierungsplätzchen. Neben den üblichen neuen Features und Verbesserungen bringt das Update auch ein Geschenk für alle Android-Fans auf der ganzen Welt mit: die Go Edition. Sie ist eine Art Light-Version von Oreo und läuft auf speicherarmen Einsteigergeräten. Durch die neue Oreo-Sorte dürfte sich der Android-Nutzerkreis ein ganz schönes Stück vergrößern. Aber auch Nutzer des herkömmlichen Oreo 8.1 haben Grund zur Freude. Die Go Edition bringt eine ganze Reihe von Nebeneffekten mit sich, von denen sie ebenfalls profitieren. Mehr dazu und zum aktuellen Android-Update lesen Sie in unserem Beitrag „Welche Mitbringsel Android Oreo 8.1 dabei hat„.

Es hat sich ausgekrackt

Im Oktober sorgte die WLAN-Sicherheitslücke Krack für Wirbel und Schlagzeilen. Inzwischen ist es wieder ziemlich still um sie geworden. Google hat sie und andere Schwachstellen jetzt mit einem Patch endgültig beseitigt. Im Android Security Bulletin für Dezember 2017 informiert das Unternehmen über die Sicherheitsaktualisierung und gibt nähere Auskünfte zu den geschlossen Lücken. Insgesamt sind es 47 an der Zahl. Viele von ihnen hatte Google als hoch kritisch eingestuft.

Das Update bezieht sich auf alle Android-Versionen von 5.1.1 bis hin zu 8.0. Zunächst steht es nur für Googles Pixels und Nexus-Devices zur Verfügung. Bei LG und Samsung tut sich allerdings auch schon etwas. Beide Hersteller haben neue Patches veröffentlicht. Es dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die breite Masse patchen kann.

Mehr Warnschilder aufstellen

Google Home Mini hat mitgehört, die kleinen Zauberkästchen in unseren Hosentaschen wissen immer wo wir sind und Google weiß sowieso alles. In unserer allzeit vernetzten Welt ist es gar nicht so weit hergeholt, als Nutzer eine gewisse Paranoia zu entwickeln. Google hat natürlich neben ganz vielen anderen Dingen nichts im Sinn außer die User zu schützen. So hat das Google-Safe-Browsing-Team die Durchsetzung der Richtlinie bezüglich unerwünschter Software ausgebaut. Zukünftig wird Safe Browsing Warnungen auf Apps und Websites anzeigen, die zu Apps führen, die heimlich persönliche Daten eines Benutzers ohne dessen Zustimmung sammeln.

Die neuen Anforderungen an die Datenerfassung gelten für alle Funktionen einer App. Beispielsweise darf bei Analysen und Crash-Reports die Liste der installierten Pakete, die nichts mit der App zu tun haben, nicht ohne eine unübersehbare Offenlegung und Zustimmung vom Gerät übertragen werden. Die Auflagen schließen sowohl Apps in Google Play als auch Nicht-Play-Apps ein. Das Google Play-Team hat außerdem Richtlinien veröffentlicht, wie Play-Apps mit Benutzerdaten umgehen und Offenlegung anbieten sollen.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

Geschrieben von
Carina Schipper
Carina Schipper
Carina Schipper ist seit 2017 Redakteurin beim Java Magazin, Business Technology und JAXenter. Sie hat Germanistik und Europäische Ethnologie / Volkskunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert.
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