Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android 7.1.1, Chrome goes offline und sparsame Updates für alle

Kypriani Sinaris
Planet Android

© Software & Support Media

Weihnachten naht. Zeit für Geschenke! Ein paar gibt’s schon vorab: So verspricht uns das neue File-to-File Patching kompaktere Updates für unsere Lieblings-Apps und Android 7.1.1 wurde veröffentlicht. Aber keine Sorge, an Weihnachten geht es ja nicht nur um Geschenke. Es ist auch die Zeit, einen Gang runterzufahren. Das können Sie jetzt mit Google Chrome – offline.

Android 7.1.1. ist da

Ganz nach Plan veröffentlichte Google Anfang der Woche die finale Version von Android 7.1.1. Das inkrementelle Release deckt alle Features ab, die bereits mit den Pixel-Geräten unter die Leute gebracht wurden. Zudem haben die Entwickler noch einige weitere Features spendiert und auch ein paar Bugfixes sind inklusive. Die Android-Entwickler unter Ihnen finden in der Liste aller Features von Android 7.1.1 unter anderem Informationen zu App Shortcuts. Diese ermöglichen es dem User, von der App-Ansicht im Launcher direkt auf  vielgenutzte Schlüsselfunktionen einer App zuzugreifen.

Wie in der Vergangenheit wird das Release schrittweise für die Konsumenten freigegeben. Die Pixel-Geräte erhalten ein OTA Update, so wie einige Nexus-Geräte – eine Auflistung finden Sie im Blogpost auf dem Android Developer Blog. Eine Subscription im Android Beta Programm ist hier wie immer eine Alternative.

Im Zuge dieser finalen Version werden auch die Build Tools in Android Studio geupdatet sowie die API Level 25 Emulator System Images.

Kleinere App-Updates – glücklichere User

Wie viele Apps haben Sie auf Ihrem Smartphone installiert? 15? 20? Mehr? Die meisten von uns werden wohl fünf, sechs Apps haben, die sie täglich benutzen. Der Rest wird eher ein Mal im Quartal geöffnet oder noch seltener wiederentdeckt. Aber unabhängig davon, wie oft Sie Ihre Apps verwenden, sie nehmen mehr oder weniger viel Platz auf Ihrem Smartphone ein und fressen Ihr Datenvolumen. Für Android-Entwickler gibt es nun eine neue Möglichkeit, die Update-Größe drastisch zu reduzieren.

Mithilfe des File-by-File-Patchings kann die Größe eines Updates um 65 Prozent verkleinert werden, in manchen Fällen sogar um bis zu 90 Prozent. Schon mit dem bsdiff-Algorithmus konnten die Android-Entwickler die Größe eines APKs um stolze 47 Prozent verkleinern. Wie das File-by-File-Patching funktioniert, erklären Sie so:

Imagine you are an author of a book about to be published, and wish to change a single sentence – it’s much easier to tell the editor which sentence to change and what to change, rather than send an entirely new book. In the same way, patches are much smaller and much faster to download than the entire APK.

Normalerweise ist es so, dass Android Apps in APKs gepackt sind, eine Art ZIP-Datei. Die Daten in einem APK werden durch die Funktion Deflate komprimiert. Vorteil: Das Datenpaket wird kleiner. Nachteil: Änderungen können nur schwer vollzogen werden, da sich der komprimierte Inhalt anders verhält als das Original. Beim File-to-File Patching werden die APK dekomprimiert, ein Patch wird eingearbeitet und schließlich werden die Daten wieder komprimiert. Einige Apps nutzen diese Art des Patchings schon, in der folgenden Tabelle sehen Sie, wie die Größe eines Updates dadurch beeinflusst wird:

Patch

Verbesserte Patch-Größe durch File-by-File-Patching, Quelle: Android Developers

Mehr Informationen zum File-by-File Patching finden Sie auf der GitHub-Seite des Projekts.

Chrome goes offline

Wie auf dem Chrome Release Blog bekannt gegeben wurde, ist Chrome 55 für Android erschienen. Es soll in den nächsten Tagen über den Google Play Store verfügbar sein. Neben Performance-Verbesserungen wurde diesem Update ein spannendes neues Feature gegönnt. Denn mit dem aktuellen Release lässt sich Musik, Videos oder ganze Web Pages downloaden. Die Daten können dann direkt über Chrome in einer separaten Download-Sektion abgerufen werden.

Praktisch, wenn man einen Filmtrailer im WLAN runterlädt, ihn aber erst offline ansehen möchte, beispielsweise im Zug. Obwohl aktuell ja die Nachricht, dass die DB WLAN auch in der zweiten Klasse des ICE anbietet, dieses Beispiel redundant macht. Oder auch nicht – mal sehen, wie es läuft. Mehr Infos zu dem neuen Offline Feature und einige weitere Chrome News finden Sie in diesem Blogpost.

Android Versionsverteilung im Dezember

In dieser Woche wurde die Android Versionsverteilung für den Monat Dezember veröffentlicht. Die Daten, die zwischen dem 28.11. und 05.12. gesammelt wurden, zeigen, dass Marshmallows Anteil vom Kuchen immer größer wird: So ist die Version des OS auf 26,3 Prozent der Geräte vertreten. Einen großen Anteil machen nach wie vor die Geräte aus, die mit Android Jelly Bean, KitKat und Lollipo laufen. Auf immerhin 1,2 Prozent findet sich noch Gingerbread wieder. Wie vor zwei Wochen bekannt wurde, stellt Google die Unterstützung für diese Android-Version ein.

Android Dezember

Android-Verteilung im Dezember, Quelle: Android Developers Blog

Gute Nachrichten also für Marshmallow. Die Version (API Level 23) konnte im Vergleich zum Vormonat noch mal 2,3 Prozent zulegen. In den letzten Monaten machte sie große Sprünge – das sah kurz nach dem Release noch anders aus. Vielleicht hat Android Nougat ein ähnliches Schicksal. Die aktuelle Version ist noch kaum verbreitet, gerade findet sie sich auf 0,4 Prozent der Geräte wieder. Wir geben ihr also wohlwollend noch etwas mehr Zeit.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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