Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: BlackBerry verlässt Hardware-Geschäft, Android Wear 2.0 und Statistik zu App-Abstürzen in Android Nougat

Kypriani Sinaris
Planet Android

© Software & Support Media

Es gibt mal wieder Neuigkeiten von BlackBerry: Die Kanadier wollen in Zukunft ihre Smartphones nicht mehr selbst produzieren. Stattdessen wollen sie sich voll auf die Software-Entwicklung konzentrieren. Außerdem gibt es eine dritte Developer Preview zu Android Wear 2.0 – und erst mal kein Major Release bis 2017.

BlackBerry verabschiedet sich von der Hardware-Produktion

BlackBerry möchte Smartphones in Zukunft nicht mehr im eigenen Haus entwickeln und designen. In Zukunft sollen BlackBerry-Smartphones von anderen Firmen kommen, sodass sich das kanadische Unternehmen ganz auf die Entwicklung von Software konzentrieren kann. Gerade mit seinem besonders gehärteten Betriebssystem und seinen Business-Applikationen kann BlackBerry bei Geschäftskunden punkten.

Rückblickend muss man sagen: BlackBerry erlebt eine wahre Midlife Crisis. In den letzten Monaten kamen immer neue Meldungen über Strategiewechsel, neue Schwerpunkte und Ideen auf, mit denen man den sinkenden Umsatzzahlen entgegenwirken wollte. Daher kommt die Entscheidung, sich nun ganz auf die Softwareentwicklung zu fokussieren, nicht ganz überraschend. Die Kollegen von entwickler.de haben Ekkehard Gentz, BlackBerry-Experte und Entwickler vieler Business-Anwendungen, gefragt, was er von dem Schritt hält:

ekkeAus kaufmännischer Sicht kann ich die Entscheidung verstehen, frage mich dennoch, ob sie richtig ist. Damit gibt BlackBerry die Kontrolle über die Qualität der Devices ab.

Andererseits könnte es auch ein großer Befreiungsschlag werden, da BlackBerry angekündigt hat, alles zu lizensieren: Vom Android-Hardening über den abgesicherten Boot-Prozess bis zur BlackBerry-Tastatur. Wenn da jetzt die richtigen Partner das lizenzieren, könnte das zum Durchbruch von Smartphones mit BlackBerry-Security sein – nur eben von anderen Herstellern.

Die letzte große News aus dem Hause BlackBerry war wohl, dass es von nun an verstärkt auf Android Smartphones setzen will. Es wurde zwar direkt deutlich gemacht, dass dies keine Absage an das hauseigenen OS ist, sondern einfach die Erschließung eines neuen Markts fördern sollte. Tatsächlich hat diese Entscheidung bisher aber nicht zu einer erhöhten Aufmerksamkeit für BlackBerry geführt. Dazu Ekkehard Gentz:

Dass die BlackBerry-Android-Geräte nicht zu hohen Stückzahlen geführt haben, liegt am fehlenden Marketing – es passiert mir immer wieder bei Kundenpräsentationen und auf Konferenzen, dass es nahezu unbekannt ist, dass BlackBerry jetzt auch Android-Geräte baut. Die Lizenzierung kann jetzt dazu führen, dass es weitaus mehr Android-Geräte geben wird, die „secured by BlackBerry“ sind.

Auch wenn sich BlackBerry im Business-Umfeld etabliert hat und dort auch weiterhin gute Karten hat, so wird man das Gefühl nicht los, dass sich die Marke gerade neu finden muss. Es bleibt spannend!

Android + Chrome OS = Andromeda

Gerüchte, dass Android und Chrome OS zu einem Betriebssystem verschmelzen sollen, gibt es schon länger. Nun soll das Verschmelzungsprodukt unter dem Namen Andromeda vorgestellt werden. Insider haben dafür den 4. Oktober fest im Visier. Bei dem Event kommenden Dienstag soll neben neuer Hardware – Stichwort Pixel – auch Andromeda das erste Mal offiziell vorgestellt werden. Android Police will aus einer vertrauenswürdigen Quelle erfahren haben, dass Google in Q3 2017 ein Pixel-Laptop vorstellen wird, das mit Andromeda gerüstet sein wird. Intern soll das Projekt unter dem Namen „Bison“ laufen. Das Fazit von Android Police zu dem Thema:

Chrome OS and Chromebooks (perhaps with a new name) will continue, but Android with Chrome OS features baked-in, aka Andromeda, is the new hotness, and will mark a major shift in Google’s OS strategy. All I can say is I really hope we get a taste of what that future looks like next week.

Es fiel schon auf, dass auch Android allein mit Features wie free-form windows oberflächlich stark in Richtung Desktop zeigt. Eine Verschmelzung von Chrome OS und Android deutet nun noch stärker auf eine vereinheitlichte UX hin. Wir dürfen also gespannt sein, was nächste Woche beim großen Google Event angekündigt wird.

Um Ihnen ein par Klicks zu ersparen, klicken Sie sich direkt hier in den Live Stream, am 4. Oktober um 18 Uhr geht es los!

Android Wear: Alles auf Hold

Nachdem vor einiger Zeit die Nachricht die Runde machte, dass große Hersteller in diesem Jahr keine neuen Android-Wear-Modelle veröffentlichen wollen, hat auch Google den Pauseknopf gedrückt. Zumindest für Verbraucher: Denn auch auf Android Wear 2.0 müssen User bis 2017 warten. Ursprünglich wurde die zweite Hauptversion für den Herbst dieses Jahres angekündigt.

Die Entwickler pausieren natürlich nicht: Anstelle des Major Release gab es jetzt zumindest die dritte Developer Preview für Android Wear 2.0. Eines der wichtigsten Features ist, dass Google Play nun auf der Uhr einzieht. So können Nutzer Apps direkt auf der Uhr suchen und installieren. Damit geht einher, dass nun sogenannte Watch-only Apps entwickelt werden können. So ist es nicht mehr nötig, eine App zusätzlich auf dem Smartphone zu installieren. Die Uhr wird damit ein eigenständigeres Device.

Alle Neuerungen in der dritten Developer Preview finden Sie im ausführlichen Blogpost.

Android Nougat crasht 2,5 mal häufiger als iOS 10

„Ätsch“, könnte hier dem einen oder anderen Apple-User durch den Kopf gehen. Wie apteligent DATA in seinem Data Report: Network Crash Edition herausgefunden haben will, stürzt Android Nougat 2,5 mal häufiger ab als iOS 10. In der Studie wurde die Häufigkeit von App-Abstürzen bei Netzwerkinteraktionen oder der Verbindung mit der Cloud gemessen.

In der Studie wurden mehrere Versionen der jeweiligen Betriebssysteme miteinander vergleichen. Es zeigt sich, dass Android Lollipop insgesamt mit sechs Prozent Abstürzen aufgrund von Netzwerkproblemen am besten abschneidet. Es folgen KitKat (9 Prozent), Marshmallow (11 Prozent) und Nougat. Die aktuelle Android–Version schneidet mit einer Rate von 20 Prozent deutlich schlechter ab, als die anderen Versionen.

apteligent

Data Report: Network Crash Edition, Quelle: apteligent

Welche Art App stürzt am häufigsten ab? Die Top 3 machen Anwendungen aus den Bereichen Personalisierung, Medizin und Bildung, gefolgt von Sport- und Finanz-Apps aus. apteligent betont, dass das gerade für Gesundheits-, Finanz- und Shopping-Apps ein schlechtes Ergebnis ist. Sie sind oft voll von sensiblen Daten – in dem Vergleich liegen sie auf Platz zwei, fünf und neun, stürzen also vergleichsweise häufig ab.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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