Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Bestseller Smartphones 2016, die Polar M600 und die Android-Verteilung im Juli

Kypriani Sinaris
Planet Android

© Software & Support Media

In dieser Planet-Android-Woche geht es endlich mal wieder um neue Android-Wear-Smartwatches. Auch wenn in den letzten Monaten hier und da eine Smartwatch erschien, so konnte diese selten mit neuen, überraschenden Features beeindrucken. Mit der Polar M600 und der Ticwatch 2 gehen jetzt zwei neue Kandidaten ins Rennen. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Android-Verteilung im Juli und stellen fest: So kurz vor dem Release von Android Nougat tut sich was! Apropos: Wann kommt das eigentlich?

Android Marshmallow etabliert sich

Google hat mal wieder fleißig Daten gesammelt. Die Statistik zur Verteilung der Android-Versionen im Juli zeigt, dass bereits 15,2 Prozent der Geräte mit Android Marshmallow ausgestattet sind. Damit konnte die aktuelle Version des mobilen Betriebssystems im Vergleich zum Juni ganze fünf Prozent zulegen. Nicht schlecht, schließlich lief Android Marshmallow nach seinem Erscheinen im Oktober 2015 nur langsam, aber stetig an: Im Januar 2016 waren es 0,7 Prozent, im April dann schon 4,6 Prozent und im Juni 10,1 Prozent.

Der Anteil an Jelly-Bean-Geräten ist leicht auf 16,7 Prozent gesunken und auch KitKat ist mit 29,2 Prozent auf etwa zwei Prozent weniger Geräten zu finden als im Vormonat. Bei Lollipop hört das Zahlenwirrwarr auf: Hier hat sich im Vergleich zum Juni nicht wirklich etwas getan. Alle Informationen zu der Versionsverteilung im Juli finden Sie auf der Android-Developer-Seite.

Darf man aktuellen Gerüchten glauben, so wird auch bald Android Nougat diese Statistik aufmischen: Das Urheberrecht auf dieses Gerücht hat Evan Blass, Redakteur bei den Kollegen von Venture Beat:

Blass behauptet, dass Nougat mit dem Security-Update am 05.08. kommen soll – oder? Tatsächlich meint er etwas anderes, wie er vor wenigen Stunden via Twitter eingesteht, nachdem sein Tweet für ordentlich Aufsehen gesorgt hat:

Durch seine gesprächigen Szene-Kontakte war Blass in der Vergangenheit öfter gut und frühzeitig informiert. In diesem Fall muss man fairerweise sagen, dass auch ohne entsprechende Kontakte bereits bekannt ist, dass Android Nougat im Spätsommer kommen soll – nur eben noch nicht, wann genau. Natürlich kann es nach dem Release noch etwas dauern, bis die neue Android-Version Ihr Smartphone erreicht. Traditionell erhalten Geräte der Nexus-Reihe als erste das Update. Wie der Tweet schon andeutet, gibt es aber auch hier Ausnahmen: Denn Besitzer des Nexus 5 sollen demnach nämlich nicht in den Genuss kommen. Mal sehen, ob er bei dieser Aussage bleibt …

Android Wear: Lange nichts gehört

In letzter Zeit wurde es etwas still um Android Wear: Noch vor einem Jahr hatte man das Gefühl, dass alle drei Tage eine neue Smartwatch auf den Markt kommt. Doch im vergangenen Frühling und Sommer wurde es dann verdächtig still. Oder hat man sich nur an die neuen Geräte gewöhnt? „Eine Sensation sind Smartwatches ja nicht mehr“, könnte man meinen.

Naja, eine Sensation vielleicht nicht. Aber wenn sie die richtigen Interessen abdecken, dann werden sie wieder ratzfatz zum Gesprächsthema. So geschehen mit der Polar M600. Passend zu den eitelsten Monaten des Jahres spricht diese Fitnessbegeisterte an und solche, die es werden wollen. Das finnische Unternehmen Polar gehört zu den führenden Herstellern von Herzfrequenzmessgeräten und passendem Zubehör. Mit der Polar M600 verbindet sich diese Technik mit Android Wear. Die Uhr schlägt Trainingspläne vor, basierend auf Gewicht, Größe, Alter, Geschlecht, maximaler Herzfrequenz und Intensität des Trainings. Die Power des verbauten Akkus soll für bis zu acht Trainingsstunden reichen, dazu zählt neben dem Laufen übrigens auch Schwimmen, denn die Uhr ist bis zehn Meter wasserdicht. Optisch erinnert die Uhr etwas an Fitbit-Modelle. Auf der Herstellerseite kann Sie vorbestellt werden.

Etwas mehr an eine klassische Uhr erinnert die Ticwatch 2. Während die Optik natürlich Geschmacksache ist, beeindruckt hier die interaktive Bedienung. Sie kann sowohl über Touch als auch mit Handgelenkbewegungen, via Sprachsteuerung und über den Rahmen bedient werden. Und das ist wirklich mal was neues, schließlich vertrauten viele bisherige Geräte eher auf den Bildschirm, und damit auf Touch-Gesten, und auf seitliche Knöpfe. Als Betriebssystem dient Ticwear OS, das sowohl mit Android als auch mit iOS kompatibel ist. Außerdem nicht zu verachten: Die Smartwatch war bereits nach zehn Minuten auf Kickstarter finanziert.

 

 

Ein bisschen Pokémon muss sein

Für alle die, die Pokémon Go nach anfänglicher Begeisterung nicht schon wieder gelöscht haben, gibt es ein wenig Hilfe für die Jagd. Die App PokéDetector kann nämlich mit der Android-Smartwatch gekoppelt werden und verschickt Notifications, sobald ein Pokémon in der Nähe ist. Wäre ja auch lästig, ständig auf das Smartphone zu starren und gefährlich noch dazu. Aber Vorsicht mit solchen Angeboten: Apps wie diese  – aufgrund der Nachfrage gibt es eine große Auswahl davon – sind nicht immer im offiziellen Google Store zu finden. Das kann entweder an Lizenz- oder an Security-Problemen liegen. So bekommt man aktuell im Google Play Store einige solcher Apps, alternativ schwirren APKs zum Download auf eigene Gefahr herum. Obwohl das ja ein bisschen gegen die Spielerehre geht, könnte man meinen – oder? Übrigens: Pokémon Go gibt es jetzt auch in Süd- und Zentralamerika.

Smartphone-Bestseller 2016

Die erste Jahreshälfte ist vorbei und so hat sich das Marktforschungsunternhemen Strategy Analytics die Smartphone-Verkäufe weltweit angesehen. Meistverkauft sind demnach die Samsung-Geräte S7 Edge, gefolgt vom J2 und S7. Alles was danach kommt, wird in der Kurzübersicht als „Others“ bezeichnet. Und so ist es wohl: Kaum ein Hardware-Hersteller für Android-Smartphones hat mehr Geräte in Umlauf als Samsung.

So zeigen auch Statistiken wie die von AppBrain, dass Samsung weiterhin der Android-Topseller überhaupt ist. Und das wohl über verschiedene Budgets hinweg: Denn mit dem J2 ist der südkoreanische Hersteller mit einem recht günstigen Gerät ins Rennen gegangen, das S7 und S7 Edge sind eher hochpreisig. Die vollständige Statistik von AppBrain finden Sie hier.

Android Tipps und Tricks

Die Android-Entwickler haben eine neue Seite gelauncht: Auf der Tips-and-Tricks-Seite können Sie erfahren, wie Sie mehr aus Ihren Android-Geräten machen können. Vielleicht erscheint der ein oder andere Tipp überflüssig: Ich wette 90 Prozent von Ihnen wissen, wie man einen Hintergrund einstellt. Man kann aber doch einige Kniffe dazulernen.

 

So kann man auf der Seite erfahren, wie man die Live-Übersetzung über die Kamera mit der Google Translate App nutzen oder wie man sein Gerät schneller aufladen kann. Ein weiteres spannendes Beispiel ist das Anpinnen einer App, die bei gesperrtem Gerät verfügbar bleibt.

Dazu swipt man auf dem Bildschirm nach unten, um zu den Quick Settings zu kommen. Oben rechts ist das Einstellungsrädchen. Unter „Sicherheit“ wird der Punkt „Bildschirmfixierung“ gewählt. Diese schalten Sie an. Schließlich öffnen Sie die App, die gepinnt werden soll. Danach klicken Sie auf den eckigen kleinen Button am unteren rechten Rand. Alle offenen Fenster werden nun angezeigt. Am unteren Rand Ihres Bildschirms erscheint die App, die Sie anpinnen möchten. Rechts unten sehen Sie außerdem einen Pin. Drücken Sie auf diesen, so ist die ausgewählte App angepinnt.

Was das heißt? Wenn Sie nun Ihren gesperrten Bildschirm vor sich haben, kommen Sie durch das Drücken der Entsperrungstaste direkt in die App – ohne Pin-Eingabe. Von dem Anpinnen ist ausschließlich die gewählte App betroffen. Wann man das braucht? Stellen Sie sich vor, Sie sind in der Küche und kochen ein Rezept nach, aber ständig geht der Bildschirm aus. Ein Klick und das Rezept ist wieder da. Oder Sie füllen gerade ein Formular aus, um sich irgendwo anzumelden und mittendrin schweifen Sie in Gedanken ab. Ein Klick und das Formular ist wieder da. Oder, Sie unterhalten sich in einer Messaging App und zwischen den Antworten geht immer wieder der Bildschirm aus, oder …

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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