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Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android Things DP 5, Google Camera 4.4 & der SmartBoy

Dominik Mohilo
Planet Android

Anwendungen im mobilen Sektor ähneln denen für IoT-Geräte: Sie müssen schnell sein, möglichst wenig Speicherkapazitäten fressen und über eine hohe Konnektivität verfügen. Warum also nicht gleich Android-Anwendungen auch für IoT-Devices entwickeln? Android Things macht das möglich und mit der nahenden Veröffentlichung von Android O gab es auch für die IoT-Entwicklungsplattform ein großes Update. Außerdem in diesem Planet Android: Der SmartBoy, ein grandioser Werbespot und das Update für die Google Camera App.

OnePlus 5: Lake Blood

Zum Einstieg gibt es diese Woche ein kleines aber sehr gelungenes Werbevideo von OnePlus. Das chinesische Unternehmen möchte – wenig subtil – auf die Vorteile der Kamera ihres neuen Flaggschiffes OnePlus 5 hinweisen, die laut der Plattform Mashable angeblich „unrivaled“, also unerreicht ist. Ob das wirklich der Fall ist? Das ist wenigstens diskussionswürdig, denn die Konkurrenz hat auch eine mehr als passable Foto-Hardware zu bieten. Fakt ist aber, dass bislang keiner ein so grandioses Filmchen produziert hat. Zurücklehnen und genießen!

Nun geht es aber ans Eingemachte!

Android Things Developer Preview 5

Wer bereits Erfahrungen im Schreiben von Anwendungen für Android-Smartphones gesammelt hat, sich aber viel lieber einmal an einer App für den Raspberry Pi 3 versuchen will, wird das problemlos schaffen. Wie? Mit Android Things SDK, der Entwicklungsplattform von Google für das Internet of Things (IoT). Mit der Developer Preview 5 bricht nun ein neues Zeitalter an, denn ab sofort basiert die Plattform nicht mehr auf Android Nougat, sondern auf Android O.

Android O

Android O befindet sich selbst noch in der Entwicklung. Doch da die APIs bereits seit der dritten Testiteration des neuen Betriebssystems verfügbar sind, ist es wohl zu verkraften, dass die neue Basisversion von Android selbst noch nicht fertiggestellt ist. Das Things-Team empfiehlt, das API 26 bei der Entwicklung von Android-Things-Anwendungen zu targeten, damit alles problemlos läuft.

In Sachen Hardware

Bevor wir uns der Software widmen, hier eine schlechte Nachricht für alle, die Intel Edison oder Intel Joule verwenden: Diese Hardware-Designs werden von Intel in Zukunft nicht mehr hergestellt werden, weshalb auch Android Things sie in den Bereich Legacy Support verschiebt. Das bedeutet, dass sie nicht länger die neuesten Plattform-Updates bekommen, aber auf die DP4.1-System-Images kann trotzdem weiterhin über die Konsole von Android Things zugegriffen werden.

Dafür wird ab Android Things DP5 der neue NXP SprIoT i.MX6UL unterstützt, dessen Pico-Variante Pin-kompatibel mit Intels Edison in Sachen Sensoren und low-speed I/O ist. Im Gegensatz zur veralteten Hardware des großen Chipherstellers bietet der NXP i.MX6UL aber mehr Möglichkeiten zur Erweiterung, zum Beispiel im Hinblick auf Multimedia und die Konnektivität.

In Sachen Software

Ein Feature, das Entwickler immer wieder gefordert haben, war die Unterstützung von OpenGL ES 2.0 und WebView auf dem Raspberry Pi 3. Das Warten hat nun ein Ende, denn der Support für diese beiden Standards ist nun an entsprechender Stelle verfügbar. Das dynamische Pin-Muxing ist ebenfalls für den Raspi 3 ab sofort einsatzbereit.

Generell hat der Wechsel auf die Codebasis von Android O neue API-Features mit sich gebracht, aber auch einige spezifische Features in Sachen Android Things. Vorsicht aber bei der Verwendung von UserDriver APIs: Für diese müssen neue Permissions der AndroidManifext.xm-Datei hinzugefügt werden. Welche, das erfährt man hier.

Die Architektur der Android-Things-Plattform / Quelle: Google

Wer bei der Arbeit im Android Studio gerne auf sogenannte Samples zurückgreift, der findet die für Android Things nun direkt im Studio unter File => New => Import Samples. Zu den verfügbaren Beispielen gehören solche, die die Interaktion mit Buttons, Sensoren, LEDs und Displays zeigen. Es gibt allerdings auch Samples für die Implementierung vom Google Assistant und TensorFlow.

Die kürzlich veröffentlichte Android Things Console sorgt für over-the-air Updates (OTA) für Android-Things-Geräte. In diesem Bereich gab es eine Anzahl an UX-Verbesserungen, um die Nutzerfreundlichkeit und die Funktionalität zu erweitern. Die DP5-Version von Android Things wird allerdings nicht automatisch auf die Devices gespielt.

Doch Vorsicht! Wie das bei Testversionen immer der Fall ist, weist Google explizit darauf hin, dass es zu Stabilitätsproblemen kommen kann. In der Developer Preview 5 sind auch nicht alle APIs verfügbar und sie ist lediglich für die folgenden Development Boards nutzbar:

  • Raspberry Pi 3
  • NXP i.MX7D
  • NXP i.MX6UL

Es gibt insgesamt eine große Bandbreite von bekannten Problemen und Einschränkungen, unter anderem können die Geräte aktuell nicht als A2DP-Audioquelle für die Ausgabe über Bluetooth dienen.

Weitere Informationen zur Plattform Android Things gibt es auf der Homepage des SDKs und alles über die aktuelle Android Things Developer Preview 5 kann dem entsprechenden Blog-Beitrag entnommen werden. Detaillierte Informationen zu den bekannten Problemen gibt es hingegen in der Dokumentation von Android Things.

Google Camera 4.4

Im Juni dieses Jahres veröffentlichte Google die Android O Developer Preview 3. Mit an Bord waren einige Updates für Systemanwendungen, darunter ein Update für die Google Camera App. Diese Version, Google Camera 4.4, ist nun im Play Store verfügbar – allerdings noch nicht in Deutschland.

Eines der neuen Features der Kamera-App ist das Symbol neben dem Auslöser, das nun a) anzeigt, ob man sich im Video- bzw. Fotomodus befindet, und es b) intuitiver macht, zwischen den Modi zu wechseln. Zuvor war der Wechsel entweder über das App-Menü oder über ein Swipen nach oben bzw. nach unten möglich. Das Swipen soll allerdings weiterhin funktionieren.

Lesen Sie auch: Android O Release Candidate ist da

Das Zoomen wurde ebenfalls überarbeitet. Hatte man bislang lediglich die Möglichkeit mit zwei Fingern hinein- und herauszuzoomen, kann man nun mit einem einfachen Doppel-Tipp auf den Bildschirm um 50 Prozent hinein- bzw. herauszoomen. Zoomt man mit der gewohnten Geste hinein und tippt dann zwei Mal auf das Display, wird wieder auf den Standard herausgezoomt.

Wer sich gern selbst ins rechte Licht rückt, dem wird der neue Selfie-Blitz mit Sicherheit zusagen. Da auf der Vorderseite der meisten Smartphones kein LED-Blitz verbaut ist, wird hier auf das Display selbst zurückgegriffen. Natürlich ist das kein wirklicher Ersatz für die Kamera auf der Rückseite des Smartphones bzw. deren extra für diesen Zweck verbaute Lampe, doch gerade in dunklen Umgebungen könnte so die Qualität der Aufnahmen vllt. ein wenig profitieren.

Android Smartphone + Game Boy = SmartBoy

Wer kennt das nicht? Da will man eine gepflegte Runde Tetris im Original spielen und mal wieder sehen, wie die Rakete mit dem Spaceshuttle startet – da stellt man fest, dass man keinen original Game Boy mehr hat. Die Spielekassetten hat man vielleicht aus Nostalgie noch aufgehoben, weil man fest vorhatte, sich irgendwann auf dem Flohmarkt mal einen Ersatz zu kaufen, aber aktuell ist kein Gerät da. Oder die Batterien sind alle. Katastrophe.

Dem wurde nun Abhilfe in Form des SmartBoys von Hyperkin geschaffen: Einfach das Smartphone in den SmartBoy-Adapter einstecken und schon kann es binnen weniger Sekunden losgehen. Was das Abspielen von Spielekassetten angeht, ist das Gerät nicht wählerisch, NTSC- und PAL-Standard werden beide unterstützt. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob es sich um Spiele für den klassischen Game Boy oder den Game Boy Color handelt.

Von der Aufmachung her kommt das Gerät den Bildern zufolge sehr nah an das Original heran: Start, Select, Pfeilkreuz sowie die Tasten A und B – mehr braucht der Zocker nicht. Naja, außer einem USB-C-Anschluss am Smartphone, das über eine Größe von 5.2 bis 6 Zoll verfügen sollte. Eine Liste mit unterstützten Smartphones gibt es auf der Seite des Herstellers.

Retro Feeling mit dem SmartBoy / Quelle: Hyperkin

Doch damit nicht genug: Den SmartBoy gibt es auch im Development Kit. Damit können Entwickler dabei behilflich sein, die Funktionalität des SmartBoys zu verbessern. Im Kit enthalten ist neben dem entsprechenden Gerät eine Serial App und die Firmware. Teilen und besprechen können Entwickler ihre Verbesserungen an der App und der Firmware dann im Hyperkin Lab Forum.

Das Development Kit ist bereits jetzt erhältlich und kostet aktuell 59,99 US-Dollar (ca. 51 Euro), der normale SmartBoy wird voraussichtlich Ende August versendet und kostet aktuell 49,99 US-Dollar (ca. 42,50 Euro). Weitere Informationen zu dem Produkt gibt es auf Hyperkinlab.com.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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