Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android Things wird neu ausgerichtet, Google stellt Adiantum und Place SDK 1.0.0 vor

Katharina Degenmann

Eine Neuausrichtung, eine neue Verschlüsselungsmethode und eine neues SDK – und das alles für Android! Android scheint mit seiner IoT-Version, Android Things, nicht zufrieden und wirft nun alles über Bord. In Sachen Daten-Verschlüsselung haut Google eine neue Wunderwaffe raus und zeigt mit Adiantum ein Herz für Low-End-Prozessoren. Und Googles Places SDK 1.0.0 ist da!

Android Things macht Frühjahrsputz und alles neu

Google hat viele Wege versucht, um den Erfolg seines Smartphone-Betriebssystems auch in andere Nischen zu kopieren und so eine plattformübergreifende Entwicklung zu ermöglichen. Neben Android TV für Fernseher, Android Wear OS für Smartwatches und Android Auto für Autos war auch Android Things einer von Googles Android-Schützlingen.

Im Dezember 2016 stellte Google seine Android-Variante für das Internet of Things (IoT) vor. Doch der gewünschte Erfolg bei Android Things will einfach nicht eintreten, sodass Google nun kurzer Hand umstrukturiert. Und wohin geht die Reise? Näher in Richtung OEM-Partner:

Given the successes we have seen with our partners in smart speakers and smart displays, we are refocusing Android Things as a platform for OEM partners to build devices in those categories moving forward.

Wie in den Ankündigungen zu lesen ist, wird sich Android Things zukünftig lediglich auf die Bereiche Smart Speaker sowie Smart Displays konzentrieren. Während Android Things in der Vergangenheit für nahezu alle Geräte des Internets der Dinge genutzt wurde – von der Waschmaschine bis zur Heizung – soll es künftig nur noch eine Smart-Home-Zentrale geben. Das ist eine ziemliche Beschränkung, wenn man bedenkt, dass es die Idee hinter Android Things war, viele Arten von IoT-Sensoren zu konstruieren.

Cloud IoT Core

Doch es ändert sich nicht alles, denn das Android Thing SDK soll weiterhin für die Hardware zur Verfügung stehen. Hierbei ist die Rede von Systemen wie dem Raspberry Pi 3 Model B und der NXP i.MX7D.
Darüber hinaus empfiehlt Google, einen Blick auf IoT Core zu werfen. Der Dienst zielt ebenfalls auf IoT ab, ist aber an Cloud-Dienste gebunden. Er bietet Funktionen wie Machine Learning, Analysewerkzeuge und Datenbankabfragen.

Adiantum: Googles Wundermittel zur Verschlüsselung

Eines der schlimmsten Dinge, das einem im digitalen Zeitalter widerfahren kann, ist das Abhandenkommen seiner digitalen Daten. Alle Bilder, Videos und sonstige Daten könnten einer fremden Person schutzlos ausgeliefert sein. Gut, dass es dafür Verschlüsselungen gibt. Das dachte sich wohl auch Google und hat eine Technik zur Datei- und Vollverschlüsselung unter Android entwickelt, die vor allem auf leistungsschwache Hardware abzielt. Adiantum heißt Googles neues Verschlüsselungswaffe und ist kompatibel mit Android 9 alias Pie und höher.

Der Großteil der Android Hardware wird derzeit durch AES verschlüsselt, das 2015 mit Android 6.0 eingeführt wurde. Doch für Low-End-Prozessoren, wie beispielsweise dem ARM Cortex-A7, gibt es keine Hardware-Unterstützung und damit erhebliche Leistungseinbußen. Adiantum soll diese Lücke bei Android-Geräten mit leistungsschwacher Hardware schließen. Dabei sei es auf Low-Power-Geräten fünfmal schneller als die typische AES-Verschlüsselung. Laut dem Blog betrifft das Google-Go-Smartphones, wie sie vor allem in Schwellenländern verkauft werden, aber auch Smartwatches und -TVs.

Der Performance wegen geht Adiantum eine Verbindung mit ChaCha 12 ein, dem Strom- bzw. Blockverschlüsselungsalgorithmus. ChaCha nutzt ausschließlich Befehle, die die CPU standardmäßig beherrscht und sorgt somit für eine verbesserte Geschwindigkeitsleistung bei fehlender AES-Hardware-Unterstützung.

Alle weiteren technischen Details zu Adiantum stehen auf dem Security-Blog von Google zum Nachlesen bereit.

Apropos Google Releases: Places SDK 1.0.0 für Android ist raus!

Neben der Neustrukturierung in Android Things und der neuen Verschlüsselungstechnik Adiantum, veröffentlichte Google auch einen neuen SDK Client für Android. Zwar existiert bereits eine Places-SDK-Version, die mit dem Google Play Services ausgeliefert wird, doch diese sei veraltet und soll daher vollständig deaktiviert werden. Nun heißt es also: Hallo Places SDK 1.0.0!

Entwickler können mit dem neuen Places SDK Apps erstellen, die mit dem aktuellen Standort interagieren können. Wird die App aktiv genutzt, können dem Benutzer je nach Standort sogenannte „Places“ angezeigt werden, die die geographischen Dienste von Android ergänzen. Die Places haben eine feste ID und enthalten Informationen etwa Fotos, Beschreibung und Daten von Sehenswürdigkeiten und in der Nähe befindlichen Unternehmen bzw. Lokalen etc.

Die technischen Neuerungen

Das Herzstück des neuen Places SDK ist eine vollständig überarbeitete statische Bibliothek. Diese ist kompatibel zur alten Bibliothek und Entwickler können ohne großen Aufwand von der alten Google-Play- Services-Places-Bibliothek auf die neue wechseln. Um zunächst das Places SDK für Android auf die eigenen Android-Studio-Projekte zu übertragen, kann man Maven nutzen. Im zweiten Schritt können Entwickler den Places SDK Client und anschließend die Kompatibilitätsbibliothek installieren.

Auch ansonsten setzt das Places SDK auf völlig neue Methoden. Beispielsweise teilen sich Request– und Response-Objekte einen Namen mit der entsprechenden Client-Methode, erstere haben zudem überarbeitete Builder. Die Puffer hingegen werden nicht mehr verwendet.

Alle weiteren technischen Details zum Release von Places SDK 1.0.0 stehen im Google Developers Blog zum Nachlesen bereit.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie in der Redaktion der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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