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Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android O Developer Preview, Smartwatch OS von Swatch und das wachsende LineageOS

Kypriani Sinaris
Planet Android

© Software & Support Media

Es ist so weit: Die erste Developer Preview zu Android O ist da! Was sie im Gepäck hat und welche Neuigkeiten das Android-Universum noch bewegen, erfahren Sie in diesem Planet Android.

Android-O happy day!

Tatarataaa: Die erste Developer Preview von Android O ist da! Das verkündet Dave Burke, VP of Engineering, auf dem Android Developer Blog. Damit geht es schon in die nächste Runde für das OS, der Vorgänger Nougat hat es tatsächlich aber noch auf wenige Geräte geschafft.

Wie in den Versionen davor spielt der Energieverbrauch auch in Android O eine große Rolle. Dafür wurden Apps Limits für Hintergrundaufgaben gesetzt. Diese betreffen Hintergrundaufgaben wie Location Updates. Gerade bei der Nutzung Ressourcen-belastender Apps wie bestimmte Spiele oder bei der parallelen Nutzung mehrerer Apps kann das einen großen Gewinn für die Nutzer bedeuten. Die Einschränkungen im Hintergrund kommen dann zum Einsatz, wenn der Nutzer nicht gerade aktiv mit der App interagiert. Mithilfe des JobScheduler APIs kann hier noch ein wenig nachgeholfen werden: Entwickler können genau bestimmen, welche Jobs dann ausgeführt werden, wenn die App nicht aktiv genutzt wird, sodass die User Experience nicht negativ beeinflusst wird. Die Background Service Limitations beeinflussen nur Apps ab Android O. Apps für API Level 25 oder darunter sind davon nicht betroffen.

Auch für Notifications gibt es Neuigkeiten: Android O bringt sogenannte Notification Channels. Damit kann man Nachrichtentypen aus einer App filtern. Nutzer haben die Möglichkeit zu entscheiden, welche Sorte Nachrichten Sie erhalten möchten, beispielsweise nur Nachrichten aus der Technik-Rubrik in Google News, nicht aber aus der Politik oder Unterhaltung. Nur diese erscheinen dann auf dem Home-Bildschirm.

Nachdem die Jack Toolchain vor Kurzem verabschiedet wurde, werden Java-8-Features nun nativ supportet. Android O unterstützt nun einige neue Java Language APIs, unter anderem das java.time-API. Auch mit einer doppelt so schnellen Android Runtime werben die Entwickler für Android O.

Und auch Autofill ist ein praktisches neues Feature in Android O: Mithilfe dieses Frameworks müssen Nutzer nicht immer wieder Informationen in ein Formular eingeben. Die erste Developer Preview zu Android O hat entsprechende APIs im Gepäck, mit denen diese Funktion einer App hinzugefügt werden kann. Nutzer können Autofill über Settings | Apps & Notifications | Default Apps | Autofill App aktivieren oder deaktivieren.

Picture in Picture soll es ermöglichen, beispielsweise ein Video anzusehen und gleichzeitig eine Nachricht in einer zweiten App zu beantworten. Auch ein neuer Multi-Display Support hat es in die neue Version geschafft. Sobald eine App diesen unterstützt, können bestimmte Activities auf einem zweiten Display ausgeführt werden.

Weitere kleinere Neurungen in Android O

  • Font Ressourcen in XML: Apps können nun Fonts in XML Layouts nutzen
  • Adaptive Icons: Die Icons einer App können sich dem UI-Design des Geräts anpassen
  • Größeres Farbspektrum für Apps: Aufgrund besserer Hardware-Voraussetzungen können Apps nun auch ein breiteres Farbspektrum nutzen.
  • Konnektivität: Hier wird mithilfe von Wi-Fi Aware oder LDAC codec eine Schippe draufgelegt
  • Tastaturnavigation: Wegen der Verfügbarkeit von Google-Play-Apps auf Chrome-OS Geräten gewinnt auch die Rolle der Tastatur an Bedeutung
  • AAudio API for Pro Audio: Ein neues natives API für Audio-Apps
  • WebView Verbesserungen: Web Content wird für mehr Stabilität in einem separaten Prozess gemanagt

Die aktuelle Canary-Version von Android Studio 2.4 unterstützt die neusten Android-O-Features bereits. Getestet werden kann sowohl auf dem offiziellen Android Emulator, sowie dem Nexus 5X, Nexus 6P, Nexus Player, Pixel, Pixel XL und Pixel C Devices.

Bei der Preview handelt es sich – es ist ja eben die erste – um eine sehr frühe Version. Es werden noch einige Previews folgen, bis das finale Release erscheint. Bis dahin heißt es: testen, testen, testen! Bei der Google I/O im Mai dürfen wir noch mehr Ausblicke, Live-Demos und Co. auf die neue Version erwarten.

LineageOS wächst

Kommen wir vom Original zum Derivat: LineageOS ist ein freies Betriebssystem für Smartphones und Tablets und Nachfolger des beliebten CyanogenMod. Aktuell verzeichnet Lineage schon über eine Millionen Downloads. Im Februar war es noch die Hälfte. Woran liegt’s? Vielleicht daran, dass im Gegensatz zu anderen Derivaten nicht mehr gerootet werden muss. Besonders beliebt ist das OS in Indien, China und den USA. Deutschland liegt bei den Installationszahlen auf Platz 5.

Swatch mit eigenem Smartwatch OS

Laut eines Bloomberg-Berichts arbeitet der Uhrenhersteller Swatch an einem eigenen OS für seine smarten Geräte. Ende 2018 soll eine neue Tissot-Uhr auf den Markt kommen, die mit dem OS ausgestattet ist. Tissot, Uhrenhersteller für das gehobene Preissegment, hat bereits mit der Tissot Smart Touch eine Smartwatch auf dem Markt, die auf einem eigenen, proprietären Betriebssystem läuft. Tissot gehört zur Swatch-Gruppe.

Der Gedanke hinter einem eigenen OS: Think small! Während bei Android Wear auf die Fülle an Apps aus dem Play Store gesetzt wird, deren Installation und Nutzung massig Akku frisst und teilweise nicht ganz ausgereift ist, will sich Swatch auf einen kleineren Kosmos beschränken. Der Nutzer soll nur Kern-Features erhalten, die er wirklich braucht, heißt es in dem Bericht.

Im gleichen Bloomberg-Artikel ist auch die Rede von einer neuen Uhr von Montblanc: Die Montblanc Summit soll, anders als die geplante Tissot-Uhr, mit Android Wear 2.0 ausgestattet sein. Preislich soll sie etwa bei 890 USD liegen. Lieber auf die weite Welt des Play Stores und Android Wear setzen? Oder eigene, unabhängige Lösungen bieten? Welcher Ansatz von den Kunden eher angenommen wird, wird sich zeigen.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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