Pi-Tag: PiPhone, PiPlug, BananaPi und Pi-Wunderspiegel [M2M Minutes]

Redaktion JAXenter
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PiPhone: DIY-Handy für 158 Dollar – PiPlug: Mit Eclipse Plug-ins für den Raspberry Pi erstellen – Banana Pi: weiterer RasPi-Klon aus China – Bastler baut eigenen Wunderspiegel mit Raspberry Pi – neue Juniper-Studie zu Smart-Home-Technologien – MetaWear: Entwicklungsplattform für Wearables

PiPhone: Himbeerkuchen am Ohr

Vielleicht erinnern Sie sich noch an das DukePad. Das DIY-Tablet war der Star der letztjährigen JavaOne. Nicht schön, aber selten, selbstgebaut und günstig. Seine Hauptzutat ist ein Raspberry Pi, Modell B. Diesen verwendet nun auch der Bastler David Hunt als Herzstück für ein neues DIY-Phone, das PiPhone. Zu den weiteren Bestandteilen gehören ein Adafruit-Touchscreeen, ein SIM900-GSM/GPRS-Modul, das für die Konnektivität zuständig ist, ein Lithiumionen-Polymer-Akku (ebenfalls von Adafruit), ein Gleichspannungswandler (3 V zu 5 V) sowie die nötigen Kabel, Konnektoren und Schalter. Insgesamt kosten diese Anschaffungen nicht mehr als 158 US-Dollar. Ein wahres Schnäppchen ist das Handy Marke Eigenbau also. Und auch wenn das Design nicht unbedingt mit den Samsungs und Apples dieser Welt mithalten kann, so hat es immerhin einen ganz individuellen Touch. 

PiPlug: Plug-ins mit Eclipse

Genuitec, das Unternehmen hinter der kommerziellen Eclipse-Distribution MyEclipse, stellte vor einigen Tagen ein neues IoT-Projekt der Öffentlichkeit vor: Mit PiPlug sollen sich mithilfe von Eclipse SWT Java-Plug-ins für den Raspberry Pi erstellen lassen. Der Code steht auf GitHub zum Download zur Verfügung. Auf der EclipseCon North America hatte das Genuitec-Team erstmals über das Projekt referiert. Das Video der Session ist online verfügbar

Banana Pi: weiterer Raspberry-Pi-Klon aus China

Die sensationellen Verkaufszahlen des Raspberry Pi – im November wurde die zwei-Millionen-Marke geknackt – inspirieren andere Elektronikhersteller zu Produkten, die dem Pi nachempfunden sind. Mit dem chinesischen Cubieboard kam vor nicht allzu langer Zeit ein Klon des populären Einplatinen-Rechners inklusive Massenspeichererweiterung auf den Markt. Ein weiterer Raspberry-Pi-Abguss aus China, der sich schon qua Name als Kopie outet, ist der Banana Pi. Wie das Cubieboard verfügt auch er über einen SATA-Anschluss sowie über weitere Extras. Der Dual-Core-Prozessor auf Basis von ARMs Cortex-A7-Architektur ist wesentlich leistungsfähiger als der ARM11-Chip des Raspberry-Pi-B-Modells. Zudem bietet der Banana Pi mit 1 GB RAM doppelt so viel Arbeitsspeicher und eine schnellere Netzwerkschnittstelle (1GBit/s). Darüber hinaus sind ein Mikrofon, drei Buttons, ein Infrarotsensor, ein Mikrofon, ein SD-Kartenslot sowie eine farbige LED-Anzeige für Strom- und Netzwerkstatus an Bord. Nicht zu vergessen: eine HDMI- und eine AV-Video-Schnittstelle. An Betriebssystemen sollen Android 4.4, Ubuntu sowie Raspberry-Pi- und Cubieboard-Images unterstützt werden.

Die Luxus-Variante des Raspberry Pi hat auch ihren Preis: Um die 80 US-Dollar (58 Euro) inklusive Lieferung kostet das Board zur Zeit. Den Raspberry Pi Model B erhält man für Preise um die 35 Euro. Ob der Bananenkuchen auch in Sachen Verarbeitung mit dem Produkt aus Großbritannien mithalten kann, steht auf einem anderen Blatt. Eine Rezension des Banana Pi befindet sich auf raspi.tv.

Banana Pi

Pi im Spiegel

Wenn Langeweile kreativ macht: Alles begann mit einer Shopping-Tour durchs winterliche New York. Während seine bessere Hälfte Schuhregale studierte, schlenderte Michael Teeuw gelangweilt umher. Als er dabei einen Spiegel mit Leuchtanzeige sah, war es um ihn geschehen: Er wollte seinen eigenen Wunderspiegel bauen. Dass ein Raspberry Pi ihn bei diesem Vorhaben unterstützen würde, stand von Anfang an fest. In seinem Blog dokumentiert Teeuw das Projekt Schritt für Schritt: von der Wahl des richtigen Spiegels und des Monitors über die Schreinerarbeiten für den Rahmen, die Elektronik- und Raspberry-Pi-Einrichtung bis hin zur UI-Entwicklung. Eine echte Leseempfehlung für passionierte DIY-Bastler und solche, die es werden wollen. 

Magic Mirror Raspberry Pi

Smart Home: noch kein Durchbruch?

Laut einer Studie von Juniper Research sollen bis 2017 mehr als 10 Millionen intelligente Haushaltsgeräte im Einsatz sein. Zum Vergleich: 2013 waren es noch 4 Millionen. Das ist, gemessen am Wachstum des Internets der Dinge allgemein, keine allzu rosige Prognose. Die Studie ergab, dass zwar immer mehr Verbraucher auf Möglichkeiten wie vernetzte Kühlschränke oder Waschmaschinen aufmerksam werden, sie aber oftmals noch für unerschwinglich halten. Auch Sicherheitsbedenken und Anwendungsfälle, die wenig überzeugen, seien Hemmnisse für den Smart-Home-Markt. Intelligente Haushaltsgeräte seien damit weiterhin eine Nische, so die Marktforscher. Mit seinem kompletten Ökosystem an Geräten und Technologien sei Samsung ein Vorreiter auf dem Gebiet der Consumer-Elektronik. Allerdings halte die fehlende Interoperabilität mit den Technologien anderer Anbieter Kunden davon ab, auf Smart-Home-Lösungen der Koreaner zu setzen. Das Whitepaper zur Studie kann von der Juniper-Homepage heruntergeladen werden.

MetaWear: von der Idee zum Produkt in 30 Minuten

Und schließlich unser Crowdfunding-Projekt der Woche: In einigen Stunden endet die Kickstarter-Kampagne für MetaWear, eine überaus erfolgreich finanzierte Plattform zum Entwickeln von Wearables „in höchestens 30 Minuten“, wie das Video verspricht. Ziel von mbientlab, dem Startup hinter MetaWear, ist es, die lange Durststrecke vom ersten Hardware-Design bis zur Markteinführung eines eigenen Wearable-Produkts zu verkürzen. Für diesen Zweck steht ein winziges Board mit Bluetooth-Low-Energy-Konnektivität zur Verfügung, das sich über ein API unter iOS oder Android programmieren lässt. Die Dokumentation sowie Beispiel-Apps stehen auf GitHub zur Verfügung. Zubehör wie Sensoren, Akkus oder Buzzer werden je nach Bedarf mitgeliefert.  

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