Phoenix: Eine Open-Source-Alternative zu Swift?

Michael Thomas
Screenshot: Ind.ie

Im Rahmen eines offenen Briefes an Apple-CEO Tim Cook kündigte Aral Balkan, Designer beim Startup Ind.ie, offiziell das Projekt Phoenix an. Phoenix ist eine quelloffene Version der erst Mitte diesen Jahres von Apple vorgestellten Programmiersprache Swift, die das schon etwas angegraute Objective-C ablösen soll.

Apple-Produkte, so Balkan, seien der Konkurrenz von Google zwar im Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre über-, im Hinblick auf die Offenheit jedoch unterlegen. Er erinnert Cook an die Pionierarbeit von Richard Stallman, Steve Jobbs und Chris Lattner und wirft die Frage auf, in welche Richtung sich Apple wohl entwickelt hätte, wenn deren Software nicht unter freier Lizenz veröffentlicht worden wäre; Apple vergesse seine Wurzeln.

Dear Apple, if you love something, you set it free.

Wenn Apple sich auf die Kernkompetenzen seines Geschäftsmodells – ein überlegenes Nutzererlebnis und Schutz der Privatsphäre – konzentriere, so Balkan weiter, dann könne das Unternehmen Google genauso hinter sich lassen, wie es dies bereits mit Microsoft getan hat. Apple solle sich ein Herz fassen und Swift unter einer freien, offenen Lizenz veröffentlichen, damit Entwickler direkt zum Original beitragen können und unnötige Doppelarbeit vermieden wird. Demzufolge sieht Balkan Phoenix auch nicht als echte Konkurrenz zu Swift, sondern eher als „freundschaftlichen Schubs“ in die richtige Richtung.

Ein Schubs verbunden mit der Hoffnung, dass sich Swift zu einem Giganten entwickelt, auf dessen Schultern eines Tages Generationen von Programmierern stehen werden. Einem Gigant wie diejenigen, die Apple einst groß machten.

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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