Peter Kriens kehrt zur OSGi Alliance zurück

Hartmut Schlosser

Peter Kriens kehrt zur OSGi Alliance zurück. Der Begründer der Modularisierungstechnologie hat bekannt gegeben, nach seiner eineinhalbjährigen Auszeit, die er für die Entwicklung eines OSGi-basierten Repositorys genutzt hatte (jpm4j), bei der Alliance an einem neuen Projekt zu arbeiten.

Interessant ist allein schon die Personalie Kriens, der die OSGi Alliance über 10 Jahre lang leitete und der OSGi-Technologie als einflussreicher Evangelist quasi Gesicht und Stimme verlieh. Die Rückkehr zur Alliance ist ein Bekenntnis zu OSGi und gibt der OSGi-Community ihre Galionsfigur zurück. Richtig spannend wird es indes zu hören, was Peter in seiner neuen Rolle als „Alliance-Mitarbeiter“ nun vor hat.

Auf dem OSGi Alliance Blog spricht Kriens davon, durch die Arbeiten am jpm4j-Repository zu einem klareren Bild über die wahren Stärken des OSGi-Ansatzes gekommen zu sein: Services First + Configuration Admin. Der Nutzer von OSGi muss momentan noch zu viele grundlegende Komponenten selbst entwickeln und hat zudem in vielen aktuellen OSGi-Frameworks und -Komponenten noch stark mit der manuellen Verwaltung von Abhängigkeiten zu tun.

Kriens’ neues Projekt bezieht sich deshalb darauf, eine Art „Starter-Kit“ für OSGi-Entwickler zu entwerfen. Ziel ist es, die OSGi-basierte Anwendungsentwicklung auf einem höheren Level als einem Servlet zu ermöglichen. Dabei ist wohl so etwas wie das Ruby-on-Rails Framework Vorbild, wobei die Stärken von OSGi, etwa die gute Skalierbarkeit, zum Tragen kommen sollen. Auf Basis dieses „OSGi-Foundation-Frameworks“ (einen offiziellen Namen gibt es noch nicht) soll zudem eine Beispielanwendung bereitgestellt werden, die alle Stärken und Best Practices der Technologie demonstriert.

Was das Projekt jpm4j (Just Another Package Manager for Java) anbelangt, so ist dieses wohl gut gediehen und auf der Seite https://www.jpm4j.org/ zu begutachten. Die Idee dahinter:

jpm4j unleashes the power of Java with a „write once, deploy anywhere“ model. Just publish the binaries on the Internet, notify jpm4j, and then deploy from anywhere to any platform with jpm4j.

Allein die geplante Kommerzialisierung von jpm4j schien sich nicht so positiv entwickelt zu haben. Über die Zukunft des Projektes verliert Kriens noch keine Worte. Nicht auszuschließen ist indes, dass jpm4j seine Rolle im besagten „OSGi Foundation Framework“ zu spielen haben wird.

Peter Kriens ist zurück – und wir freuen uns auf seine anregenden Einträge auf dem OSGi Alliance Blog, auf seine Konferenz-Auftritte und natürlich über die ersten Früchte seiner neuen Aufgabe. Wer Interesse hat, Peter hier zur Seite zu stehen, ist willkommen:

I will therefore be working on a foundation for OSGi web applications. If you have ideas, let me know. I am sure to keep you posted via this blog and twitter. Peter Kriens

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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