Auftragsakquise im Web

Per Networking zum Erfolg

Stefan D'Amore

Soziale Netzwerke sind einer der besten Garanten für eine kontinuierlich gute Auftragslage. Nicht selten ergeben sich lohnende Jobs gerade durch persönliche Kontakte, die man sich auf die eine oder andere Weise im realen Leben erarbeitet hat. Im Internet gibt es dazu die passende Ergänzung: Gute Geschäftskontakte findet man in Anwendungen wie openBC. Wer noch nicht über ein großes Netzwerk verfügt, muss Aufträge anders akquirieren. Eine tägliche Sammlung von Ausschreibungen bietet iBusiness aus dem HighText Verlag.

Der Open Business Club, kurz openBC (www.openbc.com), ist inzwischen wohl die bekannteste Kontaktbörse für Geschäftsbeziehungen in Deutschland. Vor etwas über einem Jahr gestartet, findet sich inzwischen das Who’s Who der Szene in dieser Business-Netzwerk-Seite. Das Konzept ist so erfolgreich, dass openBC inzwischen in neun anderen Sprachen verfügbar ist. Das Prinzip dabei ist einfach: Nach der Registrierung legt man ein eigenes Profil an, in dem man aktuelle Daten wie den Status, die Firma sowie die Position im Unternehmen samt Unternehmensstandort und die Branche speichert, in der man tätig ist. Ebenso lassen sich Angaben über vorherige Firmen aufführen und private Daten wie Anschrift und Telefonnummer, Messenger-IDs, der Geburtstag und zahlreiche weitere Informationen zur eigenen Person eingeben. Fortgeschrittene Funktionalitäten wie die erweiterte Suche oder die Anzeige, welche Mitglieder die eigene Seite aufgerufen haben, sind allerdings nur in der Premium-Mitgliedschaft möglich. Die monatlich anfallenden Kosten von 5,95 Euro für die Premium-Mitgliedschaft kann man sich sparen, wenn man monatlich zehn neue Kunden per Empfehlung akquiriert, indem man Bekannte als neue Mitglieder zu openBC einlädt.

Umfangreiche Suchfunktionen

Hat man die Anmeldung und Registrierung hinter sich gebracht, eröffnet sich einem die openBC-Welt. Zentrale Schnittstelle ist dabei die Suche, die umfangreiche Eingabemöglichkeiten bietet. In der Regel haben die meisten Mitglieder bei openBC die wichtigsten Daten freigegeben: Sinn des Ganzen ist schließlich, dass man auch gefunden werden kann. Gerade die Suchfunktionalität hat es dabei in sich: Angenommen, man sucht ehemalige Mitarbeiter und möchte wissen, in welchen Unternehmen diese jetzt tätig sind, gibt man einfach den alten Unternehmensnamen im entsprechenden Suchfeld ein – im Ergebnis listet openBC alle ehemaligen Kollegen auf, die im selben Unternehmen gearbeitet und die sich ebenfalls bei openBC eingetragen haben. Da die Mitgliederzahl inzwischen bei 200.000 liegt, kommen hierbei in der Regel einige Kontakte zu ehemaligen Kollegen zusammen.
Noch weitaus lohnender zeigt sich die Anwendung, wenn man schon eine Vorstellung von Gesprächspartnern hat, die eventuell als potenzielle Kunden bzw. Geschäftspartner in der eigenen Unternehmenssparte infrage kommen könnten. Auch hier ist die direkte Suche nach Mitarbeitern bestimmter Unternehmen möglich.

Austausch per Foren

Gleichgesinnte arbeiten besser zusammen. Wer jemanden mit ähnlichen Interessen finden möchte, kann sich in den einzelnen Foren umschauen. Diese bieten schon recht umfangreiche Informationen und Diskussionsbeiträge zu Branchen, Jobs oder Karriere, Internet und Technologie oder aber auch zu anderen Bereichen wie Kunst und Kultur, Politik und Gesellschaft. Hier ergeben sich quasi nebenbei Kontakte, die sich auch geschäftlich nutzen lassen.

Videokonferenz

Wir konnten einen ersten Blick auf eine Entwicklung der Powerflasher werfen, die in Kürze bei openBC online verfügbar sein soll. Einer der interessantesten Bereiche für FlashCom-Anwendungen sind Video-Conference-Lösungen, die gerade in einem Netzwerk wie openBC Sinn machen. Derartige Anwendungen richten sich vorrangig an Business-User, die den visuellen Aspekt der Geschäftsbeziehung nicht missen wollen. Statt in die Ferne reisen zu müssen, sollen sich geschäftliche Treffen direkt bei openBC abhalten lassen können. Interessant ist die Lösung, da sie diverse nützliche Features wie das gemeinsame Arbeiten an einem Whiteboard, das Laden von PowerPoints oder PDFs bietet. Die Lösung zeichnet sich dabei mit weniger als 150 KB insbesondere durch schnelle Ladezeiten aus. Freie Skalierbarkeit und vor allem freie, individuelle Skinbarkeit werden mit angeboten. Die Benutzer sollen dabei mit bis zu sechs Usern gleichzeitig arbeiten und Dokumente besprechen können. Als Basis dient dazu der Flash Communication Server; Anwender nutzen die Video-Conferencing-Lösung direkt über die Website. Dies ist häufig bei Business-Anwendern entscheidend, denn insbesondere in großen Firmennetzwerken ist die Installation von neuen Programmen zumeist nicht trivial. Hier werden oft Genehmigungen nötig oder es werden Kosten durch einen Administrator verursacht, der neue Programme zeitaufwändig prüfen und installieren muss. Demgegenüber ist die Verwendung von Flash in der Regel unproblematisch: Zumeist ist beim Anwender bereits ein Flash-6-Client installiert, der ausreicht, um Videokonferenzen durchführen zu können.

Beispiel Videokonferenz-Technik

Funktionalitäten wie diverse serverseitige Konverter à la PDF2SWF und PPT2SWF machen u.a. das besondere Applikations-Feeling aus. Alle Veränderungen auf der Bühne werden dabei live an alle Teilnehmer übertragen, können aufgezeichnet und jederzeit wieder verändert werden. Das Kommunikationsprotokoll ist eine komplexe XML-Schnittstelle, die die geänderten Parameter per NetConnection an alle Teilnehmer verteilt.

Framework
Es handelt sich um ein komplexes Framework in Flash, das die Komponenten wie den Chat, Whiteboard, Userlist oder das Videofenster miteinander verbindet. Macromedia selbst bringt mit Flash MX bereits eigene FlashCom-Components mit, die demonstrieren, wie schnell und einfach solche Verbindungen mit dem FlashCom möglich sind. Bei der eigenen Entwicklung solcher Komponenten muss man allerdings sehr präzise und vorausschauend entwickeln. Nur so kann ein Modul auch in einem zukünftigen Projekt, dessen Ansprüche noch gar nicht bekannt sind, möglichst unverändert wieder verwendet werden. So trennt man die Lösung beispielsweise derart nach dem MVC-Prinzip (Modell/View/Controller), dass zum Beispiel die Grafik jederzeit ausgetauscht werden kann. In der Programmierung arbeitet man zudem ausschließlich mit lokalen Variablen, damit keine anderen bereits vorhandenen Variablen oder Eigenschaften des Projektes beeinflusst werden, in dem die jeweilige Component eingesetzt wird.

Ausblick
Die entwickelte Technik erlaubt dabei einiges: Eine weitere mögliche Anwendung des gleichen Framework mit leicht veränderten Parametern in einer Konfigurations-XML-Datei sind virtuelle Vorträge, Pressekonferenzen und Präsentationen.

Der Initiator kann so vor einem öffentlichen oder geladenen Publikum mit bis zu 300 Teilnehmern sprechen und die Session für spätere Vorführungen aufzeichnen. Die Zuschauer klicken nur auf den Link und sind live in der Präsentation, was vor drei Jahren noch undenkbar gewesen ist. Firewalls sind Dank des HTTP-Tunnelings des Flash Communication Server kein großes Problem, der Server lässt sich auf Port 80 betreiben.

Ebenso wäre es möglich, aus der Videokonferenz bzw. Videopräsentation mit wenigen Parametern einen virtuellen Classroom machen. Nötig ist dazu nur eine entsprechende Rightmanagement-Component inkl. RaiseHands-Funktion.

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Stefan D'Amore
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