Pentaho, BIRT und JasperReports im Vergleich

Für die Erstellung eines Berichts bietet Pentaho zwei Tools an: Den Report Design Wizard und den Report Designer. Mit dem Report Design Wizard kann ein Bericht leicht und schnell in maximal sieben Schritten definiert werden. Der Report Designer bietet die Möglichkeit, Reports mit Links, dynamischen Feldern, Parameterisierungen, Objektanordnung, grafischen Inhalten etc. pixelgenau zu definieren. Dabei kann man mit dem Wizard bestehende Berichte aus dem Report Designer als Template verwenden oder im Report Designer nachbearbeiten. Das Report Design Studio rundet das Reporting-Paket ab. Das Studio hilft bei der Einstellung der Art und des Zeitpunkts der Publizierung des Reports (z.B. als E-Mail-Anhang) und bei der Konfiguration der Interaktion mit dem Benutzer.

Um Reporting mit Pentaho betreiben zu können, müssen folgende Voraussetzungen bestehen:  Die Pentaho Suite muss entweder auf einem J2EE- bzw. JEE-Applikationsserver oder einem Servletcontainer wie Tomcat aufgesetzt werden. Diese müssen für die später verfügbaren Datenquellen konfiguriert werden. Die verfügbaren Reporting-Tools müssen nicht angepasst werden und können als Standalone-Lösung auf jeder beliebigen Plattform abgelegt werden. Über eine Server-Authentifizierung können mit den Tools erstellte Reportdefinitionen auf den BI-Server hochgeladen werden. Diese minimale Installation reicht aus, um Reporting mit Pentaho zu betreiben. Soll jedoch beim Reporting auf OLAP-Daten zurückgegriffen werden, braucht es dafür natürlich eine Pentaho-OLAP-Architektur, bei der der Implementierungsaufwand weit höher ist. Auch für das Zugreifen auf die Metadatenschicht ist zuerst eine Definition der bestehenden Objekte nötig.

Von Vorteil ist, dass nur eine Webapplikation konfiguriert und gewartet werden muss, da sowohl die Tools als auch die Ausgabe-Clients auf die Pentaho-Webapplikation zugreifen. Wie bei den meisten anderen Report-Lösungen können auch mit Pentaho Berichte aus bestehenden operationalen Datenquellen generiert werden, ohne vorher Daten in andere Datenbanken exportieren zu müssen.

Es kommt häufig vor, dass bestehende Reporting-Lösungen ersetzt werden sollen. Da es keine Möglichkeit gibt, die Reportdefinitionen anderer Anbieter zu importieren, müssen alle Definitionen neu erstellt werden. Hier ist es von Vorteil, wenn die Berichtsdefinition lesbar ist, d.h. beispielsweise in XML geschrieben (wie auch bei Pentaho). Die Übernahme der Einstellungen und Datenquellen wird dadurch erheblich vereinfacht.

Um Zukunftssicherheit zu gewährleisten, ist es unumgänglich, dass die Reporting-Lösung offene Standards aufweist. Im Bereich Reporting ist Pentaho hier vorbildlich: Die komplette Pentaho Suite ist als JEE-Architektur erstellt und damit sowohl server- als auch clientseitig plattformunabhängig. Dadurch lässt sich Pentaho leichter in bestehende Architekturen implementieren. Erweiterungen und individuelle Anpassungen der Applikation sind mit Java und JSP leicht durchführbar.

BIRT

Mit BIRT (Business Intelligence and Reporting Tools) bietet auch die Eclipse Foundation eine Komplettlösung zum Erstellen von Berichten an. Im Gegensatz zu Pentaho ist BIRT keine komplette BI-Suite, sondern konzentriert sich auf Report-Funktionalitäten, die in bestehende Applikationen integriert werden können. Das Besondere bei BIRT ist, dass es sich nicht nur als eigene Applikation verwenden lässt, sondern vielmehr durch die BIRT Report Engine API direkt in den Java-Code einer anderer Anwendungen integriert werden kann. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Bereitstellung einer eigenen Ajax-basierten JEE-Webapplikation zur Visualisierung der Daten, der BIRT Report Viewer. Bei der Ausgabe der Auswertungen im Browser können so dynamische Komponenten wie Drill Downs und interaktive Parametrisierungen optisch ansprechend umgesetzt werden.

Die Anbindung an Datenquellen kann bei BIRT über XML-, JDBC- oder POJO/JavaBeans-Schnittstelle erfolgen. Falls BIRT in bestehende Java-Anwendungen integriert werden soll, ist es damit möglich, bereits von der Applikation geladene Daten mit in die Auswertungen zu integrieren.

Das BIRT Report Designer Tool ermöglicht ähnlich wie beim Pentaho Designer die Erstellung von Report-Definitionen auf Eclipse-Basis mit einer grafischen Bedienoberfläche. Der Report Designer kann auch als Plug-in in eine bestehende Eclipse-Installation integriert werden. Einzelne Reportdefinitionen oder Charts können so mit einem bestehenden Eclipse-Projekt gespeichert werden. Gerade für Entwickler ist die Bedienung des Designers einfach, da der Umgang mit Eclipse schon bekannt ist. Zudem hilft die ausführliche Dokumentation.

Die Umsetzung einer BIRT-Reportlösung erfordert die Implementierung mindestens einer Webapplikation, in der die Report Engine Verwendung findet. Entscheidet man sich für die Integration von BIRT in bestehende Java-Anwendungen, muss man einen zusätzlichen Aufwand für ihre Anpassung berücksichtigen.

Wie auch Pentaho orientiert sich BIRT als Open-Source-Projekt an offenen Standards wie XML (für Reportdefinitionen), JDBC und JavaEE. Allerdings werden Standards wie MDX noch nicht berücksichtigt.

JasperReports

JasperSoft ist mit seiner Reportlösung JasperReports ein weiterer wichtiger Anbieter im Open-Source-Reporting-Segment. Wie Pentaho bietet JasperSoft auch eine komplette BI Suite mit hohem Funktionsumfang. Der Hauptunterschied zu Pentaho ist der hohe Anteil an Eigenentwicklungen. Nur wenige Komponenten wurden, wie bei Pentaho, dazugekauft.

Einer der besonderen Merkmale von JasperReports ist die Möglichkeit, lange Berichte seitenweise aufzubereiten. So können überlange Reportergebnisse optimal dargestellt werden. Eine weitere Besonderheit ist die hohe Anzahl an Ausgabeformaten, die zur Auswahl stehen. Neben den Standardformaten HTML und PDF, die auch von Pentaho und BIRT unterstützt werden, bietet JasperReports neben Excel auch eine Ausgabe im OpenOffice-Format (ODF).

Bei JasperReports besteht neben den konventionellen Arten der Datenanbindung zusätzlich die Möglichkeit, auf EJBs und die Daten einer Hibernate-Implementierung zurückzugreifen. Letzteres birgt durch die Nutzung des Hibernate Caches erhebliche Vorteile für die Leistungsfähigkeit der Anwendung. Das in der JasperSoft BI Suite enthaltene JasperStudio zum Erstellen von Berichten bietet ähnlich den BIRT und Pentaho Report Designern eine komfortable grafische Oberfläche zur Report-Gestaltung. Wie bei Pentaho werden hier die pixelgenaue Anordnung der Elemente sowie ein Query Designer zur Auswahl der Daten und eine Reportvorschau unterstützt. Ähnlich wie BIRT kann JasperReports als eigenständige Webanwendung laufen oder in eine bestehende Applikation integriert werden. Aus mehreren Gründen empfiehlt es sich aber, für die Reporting Engine eine eigene Webapplikation zu verwenden. Zum einen lässt sich eine Ausgliederung der Anwendung auf einen eigenen Server zur Vermeidung möglicher Leistungsengpässe leichter realisieren, zum anderen sinkt das Risiko, bei einem Release-Wechsel ein zeit- und kostenintensives Refactoring durchführen zu müssen.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.