Vorsicht, bissig!

Glassfish-Alternative Payara mit neuem Auto-Binding-Feature

Michael Thomas

Payara-Logo (Quelle: payara.co.uk)

Payara Server, ein quelloffener Drop-in-Ersatz für Oracles Anwendungsserver-Projekt GlassFish, ist in Version 4.1.153 erschienen. Das Update bietet u. a. ein neues Auto-Binding-Feature sowie mit „Payara Blue“ ein Server-Release für das IBM JDK.

Die aktuelle Version von Payara Server bietet ein neues Auto-Binding-Feature für die HTTP- und HTTPS-Ports der Payara Micro-Instanzen: Nach Spezifizierung des Startports und Aktivierung des Auto-Binding-Features wird dieser inkrementiert, bis ein freier Port gefunden wird, mit dem er verbunden werden kann. Stichwort Payara Micro: Die Verbesserungen am Payara Micro API ermöglichen es u. a., asadmin-Befehle auf laufende Instanzen anzuwenden oder CDI-Ereignisse über einen Cluster zu feuern.

Auch das JCache API wurde überarbeitet; ab sofort können Klassen via Injection erstellt werden. Zudem führt Payara Server 4.1.153 mit Payara Blue ein Release für das IBM JDK ein, wodurch nun auch AIX-User Payara nutzen können.

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Features, inklusive den 10 aktualisierten Modulen sowie den mehr als 40 Bugfixes, sollen in den kommenden Tagen auf dem
Payara-Blog nachgereicht werden.

Payara Server – die Hintergründe

Ende 2013 kündigte Oracle an, dass es keine kommerzielle 4.x-Version des Anwendungsservers GlassFish mehr geben und sich das Unternehmen stattdessen auf den WebLogic Server konzentrieren werde. GlassFish sollte zu einem reinen Community-Projekt werden. Da hierdurch seine Produktionsreife und der Grad an Qualität, Stabilität und Performanz in Frage gestellt wurde, waren aus den Reihen der Nutzer teils ungehaltene Äußerungen zu vernehmen.

In der Folge sprang mit Payara Server ein quelloffener Drop-in-Ersatz für GlassFish in die Bresche: Das Projekt basiert auf dem Upstream-Source-Tree von GlassFish. Die vierteljährlich erfolgenden Updates enthalten Verbesserungen und Bugfixes für GlassFish und abhängige Bibliotheken wie Tyrus, Eclipse Link, Jersey, Metro und andere. Payara stellt dabei keine Abspaltung dar: Das Team plant, alle Verbesserungen an Payara Server auch in GlassFish zu integrieren.

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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Elizabeth Matusov
Gast

interesting article! Its nice to know that there still will be third party GlassFish support (for much more affordable rates!). The company I work for provides extensive GlassFish support, so its nice to see the GlassFish community can still thrive even in light of Oracle’s decision to cut support.