Ouya in den Startlöchern: Die Spielkonsole der Zukunft spricht Android

Judith Lungstraß

Es war einmal ein kleines Projekt, das im Juli 2012 versuchte, über Kickstarter genügend Kapital zur eigenen Finanzierung zu bekommen. Eine Spielkonsole sollte es werden, auf Android basierend und mit dem schönen Namen Ouya. Was dann jedoch geschah, überraschte die Entwickler selbst wohl am meisten: Das Projekt ging nahezu durch die Decke, das anvisierte Finanzierungsziel wurde innerhalb von nur acht Stunden erreicht, und auch daraufhin wollte das Geld einfach nicht aufhören zu fließen, sodass mittlerweile über 8.5 Millionen US-Dollar Starthilfe eingegangen sind.

Alle Fans, die sich mit kleinen oder großen Beträgen am Projekt Ouya beteiligt haben, warten seitdem sehnlich darauf, die Spielkonsole endlich in ihren Händen halten zu dürfen. Dieses Warten hat nun schon bald ein Ende, denn im kommenden März wird die Konsole an die Kickstarter-Förderer ausgeliefert, im Juni kommt sie dann auch in den Handel. Für den Marktstart haben sich die Entwickler namhafte Partner sichern können: Sowohl Amazon und Gamestop als auch Target und Best Buy werden die Konsole im Sortiment führen. Bei allen Händlern soll sie inklusive einem Controller 99,99 US-Dollar kosten, einen zusätzlichen Controller mit Touch Input gibt es für 49,99 US-Dollar. Gemäß dem freien Gedanken der Ouya-Konsole kann dieser übrigens auch für andere Geräte, wie beispielsweise Apple TV, verwendet werden.

Doch das Wichtigste an einer Spielkonsole sind natürlich weder der Preis noch die zugehörige Hardware, sondern die darauf laufenden Spiele. Diese basieren auf Android, und jedes unter ihnen soll zumindest teilweise kostenlos sein. Inzwischen gibt es mehrere Community Sites mit Listen von bis zu 200 Titeln, die allesamt auf die Ouya kommen sollen, viele davon sogar exklusiv. Um sie verfügbar zu machen, müssen Entwickler ihre Spiele in den mittlerweile eröffneten Ouya Store hochladen. Wer jetzt aber denkt, dass das Spieleangebot für die Ouya-Konsole ausschließlich aus von Hobby-Entwicklern erstellten Spielereien besteht, liegt weit daneben. So haben sich eine Reihe bekannter Spieleentwickler dazu bereit erklärt, ihre Produkte auf die freie Konsole zu bringen. Final Fantasy 3 von Square Enix gehört dazu, und dank dem Engagement von Namco Bandai möglicherweise auch bald Games wie Tekken oder Soul Calibur.

Ob die offene Android-Konsole tatsächlich Erfolg haben wird, lässt sich natürlich nur schwer sagen. Immerhin haben es Spielkonsolen derzeit allgemein schwer, da sie nach und nach von den zugegebenermaßen handlicheren Smartphones und Tablets abgelöst werden. Aber auch wer weiterhin auf ausgefeiltere, grafisch und Gameplay-technisch ausgereifte Spiele setzt, muss nicht unbedingt zur Ouya greifen, schließen stehen ebenfalls neue Versionen der Playstation und der Xbox in den Startlöchern.

Auch wenn sich die Ouya noch auf dem Markt etablieren muss: Ihr großes Potential hat sie jetzt schon unter Beweis gestellt. Daher können wir den Android-Entwicklern unter Ihnen jetzt schon den Ratschlag geben, sich doch einmal an einem Ouya-Spiel zu versuchen. Wer weiß, vielleicht machen Sie sich damit zum Vorläufer einer großen Revolution?

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Judith Lungstraß
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